Norbert Bisky - Eine Faust auf die Sinnesorgane

Shownotes

In Spanien fand er das Licht und in Berlin die Wirklichkeit. Norbert Bisky ist einer der relevantesten figurativen Maler der Gegenwart und berühmt für seine unverkennbaren Menschen in Landschaften. Für Guido war es Liebe auf den ersten Blick! In der heutigen Folge feinstoff sprechen die beiden über all die Menschen, die Farbe in unser Leben bringen. Es geht um Familie und Family of Choice, um die große Freiheit, Kunst zu schaffen und uns dafür zu begeistern, und um die Frage, was wir auf dieser Welt hinterlassen. Bis gleich, ihr Lieben!

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Transkript anzeigen

00:00:03: Ja, Farben sind ja, das hat ja gar nichts mit Worten zu tun.

00:00:07: Das ist ja was völlig Vorsprachliches.

00:00:09: Da kriegt man ja so Bumm-Faust auf die Sinnesorgane, wenn die Farben eine Intensität haben.

00:00:17: Und es ist ja eigentlich nur ein bisschen Wirklichkeit mit ganz viel Licht drauf.

00:00:22: Es gibt ja so viele Leute, die an irgendeinem Punkt in ihrem Leben anfangen zu malen oder Kunst zu machen.

00:00:27: Und dann merkt man so die Nachbarn verdrehen an die Augen und sagen muss denen das noch sein.

00:00:31: Und ich sehe das komplett gegenteilig, weil ich denke, die erleben die großartige Freude daran, so was zu machen.

00:00:39: Selbst ein Bild zu malen.

00:00:42: Das haben wir als Kinder alle, dann wird uns das weggenommen.

00:00:46: Aber die Freude, so was herzustellen, ist so großartig.

00:00:49: Ich liebe das, deshalb mache ich das auch so gerne.

00:00:52: Und es hat nichts mit Preisen, mit Erfolg, mit irgendwas.

00:00:55: Es ist was ganz andere oder mit Meinung von anderen Leuten.

00:00:57: Das ist eine andere Abteilung.

00:00:59: Das eine hat mit dem anderen nichts, und zwar gar nichts zu tun.

00:01:03: Weißt du, wir leben in einer Gesellschaft, es gibt so viel verrücktes Zeug, aber das verrückte Zeug fällt gar nicht auf oder alle nehmen das so hin und bei Kunst ist es halt sichtbar.

00:01:12: Und eigentlich ist es aber dann wie ein Spiegel auch für die Gesellschaft ist gar nicht so, dass das verrückter ist, als was jetzt die Leute im Silicon Valley machen, ehrlich gesagt.

00:01:19: Das sind die Verrückten, die Künstler sind, glaube ich, die total vernünftigen Typen.

00:01:33: Es gibt immer wieder Menschen, auf die man sich ganz besonders freut und so.

00:01:36: Ein Mensch ist Norbert Bisky.

00:01:38: Ein zeitnisischer Maler, hoch erfolgreich und ein Maler, den ich sehr schätze, der nicht nur ein wunderbarer Mensch ist, sondern auch ein Mensch, der uns an die Hand nimmt mit seinem Pinselchen und uns erklärt, wie schön diese Welt sein kann, wenn man die Tür aufmacht für Kunst, für Inspiration, aber eben auch für ein gutes Miteinander.

00:01:56: Wir haben gesprochen, die war Kunst, wir haben gesprochen über das Leben, über Sehnsüchte,

00:02:01: aber eben auch über Freundschaft.

00:02:03: Ich freue mich auf Norbert Biski.

00:02:06: Meine Lieben, ich sage herzlich willkommen zu Feinstoff und ich bin sehr, sehr glücklich.

00:02:10: Wir haben eine Folge mit einem live Menschen.

00:02:13: Das sind ja immer die schönsten Momente für mich und das ist jemand, den ich sehr, sehr schätze.

00:02:16: Das sage ich ja oft, aber da würde ich sagen, es ist etwas ganz Besonderes, denn das ist nicht nur ein... Für mich der schönste Maler Deutschlands, das muss man auch mal sagen, das muss sie jetzt durchhalten.

00:02:26: Es gibt noch drei andere, die ich auch attraktiv finde, aber erst für mich auf Platz eins ist ein großartiger Maler vielleicht einer der bekanntesten und erfolgreichsten unseres Landes und ich freue mich, dass du da bist, Norbert Biskis da.

00:02:36: Das war ein Start, ne?

00:02:36: Jetzt wollte ich noch sagen, du sexiest

00:02:40: Bonneva.

00:02:41: Aber es ist wirklich so, dass ich mich freue, dass du hier auch nicht nur ein großartiger Künstler bist, sondern eben auch ein großartiger Mensch.

00:02:47: An die haben wir uns ja schon mal kennengelernt.

00:02:50: Ich bin ja... Wiev Jahre ist das her?

00:02:52: Ich bin in deinem Atelier aufgeschlagen.

00:02:54: Oh Gott, wird das jetzt hin?

00:02:55: Ist es schön, bis zuvor oder nach Corona?

00:02:57: Es war

00:02:58: noch keine Maske am Hals.

00:02:59: Keine Ahnung, keine Ahnung.

00:03:01: Aber ich weiß, dass ich da war und dachte und war das ganz wenig Zeit und ich war spät dran.

00:03:04: Es war gerade die Zeit, wo du so Detroit Sachen gemacht hast, hast du was Neues ausprobiert zumitt?

00:03:09: Scherben und so hast du da.

00:03:10: Ja, ja, mit so Leinwandfetzen.

00:03:14: Fragmenten, die ich dann neu aufgeklebt habe auf Beel und so.

00:03:17: Dachte

00:03:17: ich noch so, oh, ich bin in einer Phase gekommen, der Bischof macht was Neues.

00:03:21: Aber ich freue mich, dass du da bist, lieber Norbert, denn du bist ein großartiger Mensch.

00:03:25: Das habe ich ja schon gesagt.

00:03:26: Aber warum ist er denn so großartig?

00:03:28: Weil du erstmal ein Maler bist.

00:03:29: Und das hat natürlich viel in meinem Leben zu tun, weil ich einfach Künstler schon immer verehrt habe.

00:03:34: Das ist ein großes Geschenk, glaube ich, dass es das überhaupt gibt, dass Menschen, die Menschen feiern, die bildende Künstler sind.

00:03:41: Also das ist ja auch schön, wenn man Bilder behalten kann.

00:03:44: Bei Kunst auf der Bühne kann das ja oft auch verloren gehen.

00:03:47: Das ist dann eine Erinnerung und fällt man Foto.

00:03:49: Aber es kann man sich nicht so schön vielleicht an die Wand irgendwann hängen und man hat die eigene Retrospective, indem man dann seine Schaffensphase doch anders erlebt, sei es mal, dass jemand, der vielleicht etwas macht, was flüchtiger ist.

00:04:01: Und was ich auch schön finde, ist, Das muss man ja sagen, du malest auch noch in Öl.

00:04:05: Du bist ja ein Maler, der mit Öl malt, was ja auch ein bisschen wie aus der Zeit gefallen ist, denke ich manchmal.

00:04:09: Komplett

00:04:09: aus der Zeit gefallen.

00:04:10: Total, das sind ja, du musst ja Trocknungsphasen und so.

00:04:12: Das ist ja fast schon so retro.

00:04:15: Ich hab richtig das ja auch so gerne.

00:04:16: Und dann denke ich, wie schön ist das, dass jemand, der so modern ist, wie du auch bist, trotzdem so festhältst an so einer wunderschönen alten Technik.

00:04:24: Das ist es ja eigentlich, oder sehe ich das falsch?

00:04:26: Ähm, ja, die... Ölmalerei hat ihren Höhepunkt so vor fünfhundert Jahren gehabt, ungefähr würde ich sagen.

00:04:31: Das heißt, ich finde das total toll, in so einem Medium zu arbeiten, was so eine große Tradition hat, was schon so viele Leute vorher gemacht haben und trotzdem zu gucken, dass da ein bisschen Gegenwart reinkommt.

00:04:43: Also ich glaube, Das gibt's in der Musik und so auch, wir müssen jetzt nicht alles neu erfinden.

00:04:48: Also unsere Vorfahren waren keine Idioten.

00:04:49: Viele haben ganz tolle Sachen gemacht, aber wir können da was Neues zu beitragen, ohne jetzt gleich komplett die ganze Technik neu erfinden zu müssen.

00:04:58: Aber du brauchst ja Zeit, das muss ja trocknen.

00:04:59: Und das ist ja auch eine Art von Kontemplation, würde ich fast sagen.

00:05:03: Wenn die jetzt akrül machen, das wird sehr viel schneller gehen.

00:05:05: Machen ja ganz viele.

00:05:06: Ich glaub, so junge Insta-Stars, die ich so mal mal erlebe, denke ich, die sind so akrüler, viele Menschen auf die... Mit des Schnell und Trocken ist ja auch sein Reiz, hat sicher.

00:05:15: Aber du hast ja wirklich, du malst ja wirklich, bist ja ein Maler im klassischen Sinne.

00:05:19: Ja,

00:05:19: das ist jetzt keine Technik für Künstlerdarsteller.

00:05:21: Also man muss auch schon richtig wirklich selber im Atelier stehen.

00:05:26: Ich arbeite manchmal auch im Garten in Spanien.

00:05:29: Da trocknet die Farbe wesentlich schneller als in Berlin, wo Ball ist.

00:05:32: eigentlich nicht trocknen ist, sondern so ein komischer, chemischer Prozess, den ich auch nicht genau verstehe.

00:05:38: Sonne macht Sinn.

00:05:39: Wir haben kurz vorhin schon gesprochen, wie schön es ist, wenn man auch durch Sonne hat, da kann man lernen, mal zu kommen.

00:05:43: Es gibt ja auch viele Orte, an denen wir jetzt gut leben können.

00:05:45: Es gibt ja, finde ich, eh so oft so ein Konjunktiv des Wohnens.

00:05:49: Wenn man mal was gesehen hat, so ein paar Orte, denkt man, oh, da könnte ich auch wohnen.

00:05:52: Das ist ja, passiert ja schnell, bei mir geht es ganz schnell.

00:05:55: Denke ich, oh, noch.

00:05:56: Drei Stunden, wenn es mir gut gefällt, denke ich, gibt es hier Immobiliengeschäfte oder so.

00:06:00: Mal gucken, ob man hier wohnen könnte.

00:06:02: Aber fangen wir mal vorne an.

00:06:03: Du bist ja in Leipzig geboren.

00:06:05: Ja.

00:06:05: Ohne zu wissen, dass die Leipziger Schule, als du geboren wurdest, war das, glaube ich, Leipzig war immer Kunst.

00:06:10: Aber da gab es das noch nicht.

00:06:12: Ich bin

00:06:12: Leipziger Kindergarten.

00:06:13: Aber ich bin mit zehn da weg, sozusagen.

00:06:16: Da hat man

00:06:16: auch, dann ist es auch egal, wo man war, vielleicht ist es so.

00:06:19: Und dann ... Du bist nach Berlin, dann?

00:06:21: Ich bin nach Berlin in das Luxusviertel Berlin-Marzahn, haben mich meine Eltern damals verschleppt und meine... Die haben einen Job in Berlin, mein Vater hat einen Job in Berlin angenommen, dann mussten wir alle mit ihm ziehen nach Berlin und ich war, glaube ich, der Einzige in der Familie, der so richtig Bock darauf hatte, der ich fand das irgendwie gut.

00:06:42: Berlin, große Stadt, einen Hauch von Welt in... In Ostdeutschland muss man dazu sagen, sehr kleines geschlossenes Land.

00:06:50: Und dann bin ich, habe ich in Marzahn gewohnt und bin jeden Tag eine Stunde durch die Stadt gefahren, weil ich in Friedrichshain, das ist so mehr so ein zentraler Stadtteil von Berlin, da zur Schule gegangen

00:07:01: bin.

00:07:02: Marzahn ist ja aufgebaut worden.

00:07:03: Ich glaube, das gehört, dass sie dann eine gute Freundin von mir, die Rosa Inzka, dieses Schauspielerin, die Tolle, und die hat ja hier erzählt, dass sie Marzahn mit aufgebaut hat.

00:07:10: Die war Kranführerin.

00:07:11: Bevor die Schauspieler wurde, hat die ganze Platten rübergeschoben.

00:07:14: Deswegen muss Marosa an dieser Stelle noch mal danken, dass da eine Jugend auch da.

00:07:18: Hast du ein Zuhause?

00:07:19: Hat das deine Matzahn?

00:07:20: Ja, unser Haus hat sie nicht gebaut, by the way, weil ich hab im dreizehnten Stock gewohnt und zu Ostern kam eines Tages aus dem achzehnten Stock eine Platte nach unten, die viel auf die... Parkenden, Trabis, die vor dem Haus standen.

00:07:36: Einfach runtergefallen,

00:07:38: die haben irgendwie Schei.

00:07:40: Ich weiß es nicht.

00:07:40: Schön

00:07:41: ist es nicht, ne?

00:07:41: Schön

00:07:41: ist es nicht, nee, genau.

00:07:42: Und hat es aber Schadene gegeben und einfach nur erschrecken für die Nachbarschaft?

00:07:46: Genau, also keine... Also Parkaputte...

00:07:48: Einstülende Neubauten.

00:07:50: Parkaputte Autos, sonst ist glaube ich niemand verletzt worden, aber es ist so... So was gibt es heute, glaube ich, gar nicht mehr.

00:07:57: Richtig viel Dreck und Schlamm drum herum.

00:07:59: Alles noch nicht so ganz fertig gebaut und ich hatte trotzdem... eine gute Kindheit, ehrlich gesagt.

00:08:05: Dann muss man sagen, dein Vater, du bist ja Kindsohn eines Politikers, der bei gar nicht Politiker am Anfang war.

00:08:10: Dein Vater war ja auch etwas anderes vor, der dann irgendwann sich engagiert und ist dann der berühmte Linkengründer, muss man ja sagen, geworden.

00:08:16: Wurther Whiskey war dein Vater und leider auch nicht mehr im Leben.

00:08:19: Es ist schade, wenn Eltern gehen.

00:08:20: Das ist irgendwie so traurig, finde ich.

00:08:22: Wenn Eltern könnten doch länger bleiben, man sollte sie länger konservieren dürfen, hab ich das Gefühl.

00:08:28: Also mein Vater ist vor zwölf Jahren gestorben und ich treffe bis heute Leute, die sagen, entweder fragen mich auch Leute, wie geht's denn ihrem Vater?

00:08:37: Was ich gelernt habe, dass das eigentlich was Positives ist, dass sich die Leute so erinnern oder sie sagen, irgendwie hab ich den mal getroffen und das war ein guter Typ.

00:08:46: Und das hat gar nichts mit Politik zu tun, sondern ich freu mich immer, wenn ... Ja, wenn wir Leute sagen, der war in Ordnung, der hat mit uns gelacht.

00:08:54: Ich finde, das ist ein sehr tröstlicher Gedanke.

00:08:56: Ich weiß nur, auf der Beerdigung meines Vaters, das war für mich so erschreckend, weil ich dachte, jetzt ist er wirklich weg, das kann ja wohl nicht sein, gehe ich raus.

00:09:03: Weil ganz, ganz viele Leute, mein Vater war ja so ein warmer, vorsichtiger, sozialverträglicher, Flüchtlingsjunge, auch der nie vergessen hat, wo er kam.

00:09:10: Und da stehe ich da vor dem Friedhof, gehe ich so raus, steht da so ein Mann, kommt einem mit so einem Opa-Cadet angefahren, steht so da.

00:09:15: Ich habe gesagt, hallo, hallo, und ich gehe so hin, sagte hallo, Herr Kretschmer, ich wollte Ihnen ein herzliches Beileid wünschen.

00:09:21: Ich habe gesagt, vielen Dank.

00:09:21: Und er meinte, ich wollte Ihnen nur sagen, dass ich Ihrem Vater alles so verdanken habe.

00:09:25: Ich höre es wirklich, dann sagte er, ja, mein Vater war so im Kirchenvorstand, er hat mir erzählt, dass mein Vater für gesorgt hat, dass ... Wenn Leute so auf Erdpacht in der Kirche waren, konnten sie sich bezahlen, hat mein Vater Systeme entwickelt, damit die da alle bleiben konnten.

00:09:37: Also das fand ich so rührend, das hat mich so angeguckt und hat gesagt, ich bin immer noch da, weil ihr Vater das gemacht hat, ohne ihn Vater hätten wir das alles verloren und so.

00:09:45: Und dann dachte ich, ach Papa, was für ein Geschenk.

00:09:47: Und das ist, du grad sagst, ist das natürlich wunderschön, wenn dann die Leute sagen ach, das war ein guter Mensch oder man oder hat ihnen ja gefeilt, dass das getan hat, unabhängig davon, dass der eigene Vater war.

00:09:57: Aber

00:09:57: wenn du sagst Flüchtlingskind, das ist interessant, weil bei meinen Eltern waren auch beide.

00:10:01: Also haben beide so Fluchterfahrungen gehabt als Kinder und das ganz Interessante verändert die Menschen, glaube

00:10:06: ich.

00:10:06: Ja, und wenn du so groß wirst, dann hast du immer, und wenn du wach bist, glaube ich, als Kind oder spürst, dass die auch eine Story haben.

00:10:12: Das war ja immer, was ich als Kind schon immer dachte.

00:10:14: Man muss auch seinen Eltern zugestehen, dass die eine Geschichte haben.

00:10:16: Und wenn die mal viel Verhalten an den Tag gelegt haben, dachte ich, nee, bleib gescheit, auch die hatten ihre Story.

00:10:21: Und das hat man schon gespürt, dass mein Vater das immer, das wirst du von mir auch erlebt hat.

00:10:25: Da ist immer sowas, so ein Verlust von etwas, aber auch die ... Bereitschaft, dass man sich verändern kann.

00:10:31: Also das hat er immer.

00:10:32: Dass er immer bis zum Tod hat, hat zu mir noch gesagt.

00:10:35: Giddo, ich glaube, das war ein Fehl, dass du ein Haus in Spanien verkaufst.

00:10:38: Das sagt er zu mir, glaub ich.

00:10:39: drei, vier Stunden vorgestorben ist, sage ich, ja, sage ich, das ist gut.

00:10:43: Wenn du, wer weiß nie, wer es kommt in diesem Leben, meint er, dass du irgendwo schön warm ist.

00:10:48: Das wär nicht schlecht, das sind auch die Pandors.

00:10:50: Also irgendwo so ein Rettungsanker da noch mal ist, der einem zuversicht geht.

00:10:54: Und das finde ich schon auch, das ist schon auch ein wichtiger Moment, wenn man als Kind so groß wird.

00:10:58: Total, also auch so ein Gedanke, dass überhaupt Veränderungen stattfinden können.

00:11:01: Also viele Leute erleben ja gerade, dass ihre stabile Welt durcheinander kommt und ich bin zumindest mit der Vorstellung, dass das passieren kann, groß geworden.

00:11:10: Der Konjunktiv der Frucht.

00:11:11: Also ich glaube, das ist auch vielleicht verbindend und ich würde sagen, wenn ich dir mal mal zuhöre und wenn ich höre, was du auch so machst, denke ich ganz oft, guck mal, ich hätte den Norbert doch heiraten können, weil du hast ganz viel Ähnlichkeit mit meinem Frank.

00:11:23: Ich finde das so faszinierend, dass so später mehr auch die Künstler, die so selber begeistert feiern, sind alles ausnahmslos Menschen, die Frank genau so fast die gleichen Worte dafür benutzt, was ich irre finde, wirklich verrückt.

00:11:35: Dann auch die Idee dieser Vater, für Juha Frank hat ja auch so einen ganz berühmten Vater, Gründer der Lebenshilfe und jemand, der wirklich auch ganz viel gemacht hat für Menschen.

00:11:44: Und alles, was der macht, hat ganz häufig das Gefühl, auch so eine ähnliche Affinität, Sachen in der Bescheidenheit zu haben, auch mit sich und seinem eigenen was schaffen.

00:11:55: Aber die ist ja doch viel erfolgreich.

00:11:57: Aber ich glaube, dass du ganz, ganz viele Momente hast.

00:11:59: Und das habe ich immer verrückt, als ich zum ersten Mal Arbeiten von dir gesehen habe.

00:12:03: Der Frank hat mich drauf aufmerksam gemacht.

00:12:05: Wir waren in Berlin.

00:12:06: Das weiß ich noch wie heute.

00:12:08: Das war... Wir hatten irgendwie so einen Termin über einer Freundin, der fragte, wir müssen jetzt los, da ist ein junger Maler, den ich unbedingt sehen will.

00:12:14: Und da hat er gesagt, wir müssen dahin, ich will das unbedingt, ich muss das live sehen.

00:12:18: Und dann sind wir dahin gefahren, das war da oben in einem amerikanischen Bosch, da war so eine Ausstellung, da waren großformatige Arbeiten von dir, es ist bestimmt, ach fragt mich, schlagt nicht, ewig Zeit näher, du wirst das selber nicht mehr wissen, da war es doch relativ günstig deine Arbeiten.

00:12:31: Und wir hatten aber gar kein Geld, das war das Problem.

00:12:34: Das war

00:12:34: wahrscheinlich das Haus am Walzee?

00:12:35: Das

00:12:35: war aus dem Walzee, genau.

00:12:36: Und dann waren wir genau da, haben wir das erste Mal erlebt.

00:12:41: Ach Gott, jetzt ist das doch nicht machbar.

00:12:43: Aber es war, weiß ich, noch irgendwie begeistert der Frankfurter in Arbeiten.

00:12:46: Und ja, wie er das.

00:12:48: wie er das betrachtet hat und das heute auch noch tut.

00:12:50: Und das ist ja so der Fall, wir haben ja das Glück, dass wir von dir auch was haben.

00:12:53: Und der Frank hat immer, an seinem Arbeitssitz ist immer das Bild von Jess, ist immer gesetzt gewesen, hat es nie was anderes gegeben, sagt er, weil das ist das, was ich mir immer anschauen kann, wo er immer eine Freude hat und das ist gesetzt gewesen und so.

00:13:05: Und das ist schön.

00:13:06: und da denke ich, warum mag er das so gern, wo er selber völlig anders malt?

00:13:10: Weil er sich so begeistert für deinen Auge, wie du malest, was du tust.

00:13:14: Und als ihr euch kennengelernt habt, ich glaub, ich hab euch jetzt erst verkürzen, kängelt aus deiner Party, da war der ganze Zeit, und der mochte auch deinen Mann so gern, und der gesagt, geh du, weißt du, was schön ist, wenn man jemand trifft?

00:13:24: Und dann, ich hab ihn ja schon jahrelang gesehen.

00:13:26: Das fand ich toll, dass er das sagte, weil er dich irgendwie schon gespürt hatte, ohne dich selbst erlebt zu haben.

00:13:31: Das hört sich gut an, weil das geht ja manchmal auch andersrum.

00:13:34: Absolut, ne?

00:13:36: Obwohl ich glaube, dass man ja gerade beim Malerei ist, so was Handgemachtes irgendwie doch sehr viel sehen kann von den Menschen, der das macht oder von der Person, die das malt.

00:13:50: Und

00:13:50: ich glaube, da sind wir schon bei dem Moment zu erzählen, auch vielleicht den Zuhören jetzt, die vielleicht gar keinen Bezug zur Kunst haben.

00:13:56: Man denkt ja, auf Kunst ist sowas Wahnsinnig elitäres.

00:13:59: Hat es ja manchmal auch.

00:14:00: Es gibt Momente, wo das sehr elitär ist und da gibt es Momente, wo man spürt, dass alle da sind und das liebe ich am meisten.

00:14:06: Ich freue mich mal total, wenn ich Veranstaltung sehe, dass ein großes Schlangen, klar, da geht man mal aus, ja auch stimmend auch mal zur Veranstaltung gehen würden.

00:14:13: Aber wenn die sich dann so durchschieben, so als ich jetzt hier bei uns hier, unser großer David Kaspar Friedrichs Sommer in Hamburg.

00:14:20: Es waren auch viele Popolin-Mentel, da muss ich sagen, es waren auch viele junge Menschen da, die haben sich dadurch geschoben und dachten, komm, ich gucke mir das an und dann den Rungen noch nebenbei.

00:14:28: Und oben gab es zeitgenössisch.

00:14:30: Da hatten wir auch eine Arbeit irgendwie gegeben dafür, die auch schon.

00:14:33: Und oben war gar nichts los.

00:14:34: Also,

00:14:34: all hat keiner geguckt.

00:14:36: Aller war

00:14:36: oben, war die Interpretation sozusagen von den jüngeren Künstlern, die jetzt sagten, okay, ich arbeite nicht mal ab an dem Mönnig oder an all den schönen Momenten.

00:14:44: Und da war irgendwie gelende Lehre, alle waren unten und schoben.

00:14:48: Dadurch dann dachte ich, ah, gucke mal.

00:14:49: Aber Kunst hat doch beides aus.

00:14:50: Es hat eben diese Begeisterung für das, was da ist, was groß ist, was alle schon gelernt haben.

00:14:55: Und dann für die, die die Chance hätten, oben zu gucken, war das relativ gering.

00:14:58: Aber ich glaube, dass das unerlässlich ist für eine Gesellschaft, dass sie guckt und schaut und dass sie ihre Künste feiert.

00:15:04: Das

00:15:04: ist in Berlin wahnsinnig toll, weil es gibt so zwei Ereignisse.

00:15:06: Es ist Gallery Weekend im Mai und dann die Art Week Anfang September, wo wirklich ... In Haaren, die Leute auch durch die Galerien, Projekträume, Ausstellungshäuser laufen und alles angucken, was geht.

00:15:18: Und das gar nichts Elitäres hat, sondern wirklich ganz, ganz viele Leute auch zum ersten Mal mit Kunst in Berührung kommen.

00:15:25: Und das ist eine große Party, das finde ich ist was Tolles, dass es sowas gibt.

00:15:29: Das sind auch Berlin, ganz viel Berlin finde ich.

00:15:32: Man erlebt man ja auch auf der Art Basel, wenn man jetzt auf die größeren oder auch... Überall, wo jetzt die Kunstmensch zusammenkommen, ist ja auch eine gute Atmosphäre.

00:15:41: Ich finde immer, das ist eine gute Gesellschaft, in der man sich bewegt.

00:15:43: Es sind viele nette Leute.

00:15:45: Ich finde auch die Kombination ganz schön von Künstlern, Schregensammeln, auch Galeristen.

00:15:48: Was gibt es dafür interessante Menschen?

00:15:50: Und die, die einfach mitlaufen und so gucken und sich aufregen und irgendwie eine Meinung haben.

00:15:54: Und dann denke ich oft, ah, das ist so ein bisschen was Lebensbereichendes.

00:15:57: Und Berlin hat da für mich auch ein Sondererstatus.

00:16:00: Und deswegen, du jetzt als Berliner Künstler würdest du selber sagen, bist du Berliner Künstler?

00:16:06: Na ja, es gibt, also Berlin ist ja, es gibt ja gar keine Berliner.

00:16:08: Also ich glaube, es werden kaum Kinder dort geboren.

00:16:11: Ich finde, es gibt alten Witz, dass es gar keine Geburtskliniken gibt.

00:16:14: Berlin, weil alle von außen kommen so.

00:16:16: Das ist natürlich Quatsch, aber das Tolle an Berlin ist, das ist eine, also hat auch ein paar Schattenseiten die Stadt, aber es kommen viele Leute von außen und die können sich da ihr Leben aufbauen und können auch nach relativ kurzer Zeit sagen, hey, ich bin jetzt Berliner und ich bin glaube ich lang genug da, um zu sagen, ja, das ist schon irgendwie meine Stadt, in der ich lebe und arbeite.

00:16:39: Jetzt muss ich euch sagen, ganz kurz, du hast ja im Linen studiert auch.

00:16:42: Ich hab in Berlin

00:16:43: studiert, genau.

00:16:43: Ja,

00:16:44: du hast ja viele Stationen auch durch.

00:16:45: Ich fand's irre zu lesen, dass du auch mal krankenpflege gemacht hast.

00:16:48: Du bist die umzingelnd vom Menschen die krankenpflege gemacht.

00:16:50: Damals hat dann hier so ein Gap mit sein, wo alle dabei waren.

00:16:54: Das

00:16:54: war total wichtig, weil danach hab ich entschieden, oh, das Leben ist so kurz.

00:16:59: Was könnte ich denn völlig Verrücktes machen?

00:17:01: Weil ich so viele Menschen in der letzten Phase ihres Lebens erlebt hab und gemerkt hab, dass die immer über die Sachen sprechen ... die sie nicht gemacht haben und die sie gerne noch gemacht hätten und jetzt aber nicht mehr machen können.

00:17:17: Und ich war zwanzig und dachte, boah, das ist ja krass.

00:17:21: Musst du was Verrücktes machen, die Mauer ist auf, du kannst machen, was du willst.

00:17:25: Studier doch einfach Kunst.

00:17:27: Aber hat es du eine Kunstaffinität ein bisschen durch deine Eltern auch?

00:17:30: oder haben die an der Eltern auch Kunst an der Wand gehabt?

00:17:32: Ja, meine Eltern hatten auch Kunst an der Wand, also so Grafiken, aber doch von einem auch... relevanten Künstlern aus der DDR damals.

00:17:40: Also von Typke zum Beispiel.

00:17:44: Also das war in jedem Fall, waren das interessante Bilder.

00:17:48: Ich habe so ein bisschen einen anderen Geschmack entwickelt.

00:17:50: Also ich fand dann irgendwie Farbe in Bildern ganz wichtig.

00:17:55: Aber ich habe dadurch, ich habe glaube ich einen großen Respekt auch vor Kunst mitbekommen.

00:18:00: Aber es brauchte so ein großes Erlebnis zu sagen, ich macht das jetzt selbst auch.

00:18:05: Also ich trau mich jetzt einfach und kann das machen und darf das machen.

00:18:08: Und es gibt ja bis heute ganz viele Leute, die versuchen die Welt einzuteilen und zu sagen, du darfst mitspielen und du darfst nicht mitspielen.

00:18:16: Also du darfst ein Bild malen oder du darfst Klavier spielen und du darfst es nicht.

00:18:22: Beim Klavier spielen ist vielleicht noch, kann das irgendwie Lärmbelästigung eventuell sein,

00:18:27: aber...

00:18:28: Aber bei Kunst, denke ich immer, lasst die doch alle malen, verdammt normal.

00:18:32: Aber es ist ja nicht so, du musst ja eine Aufnahmeprüfung schaffen, wenn du dann da stehst und hast was mitgebracht und

00:18:36: macht einen Werk, dann sagen die.

00:18:37: Ja, gab's aber

00:18:37: den ganzen großen Künstler, Josef Beuys, der gesagt hat, egal, ihr könnt alle, wir lassen die Aufnahmeprüfung weg, ihr könnt alle in meine Klasse kommen, dann hat er irgendwie zweihundertsiebzig Studenten gehabt.

00:18:48: Und er hatte aber die gute Idee, den meisten von euch geht das sowieso nach einer Weile auf die Nerven, weil es ist anstrengend, ihr habt mit euch selbst zu tun, ihr müsst so viel alleine sein, viel arbeiten.

00:18:57: Ihr hört... E von alleine auf.

00:18:59: Und ich glaube, das ist nicht ein guter Gedanke.

00:19:01: Aber Anny ist es ja immer noch so, du musst dir immer noch Mappe abliefern.

00:19:04: Also die meisten sagen, wir müssen ja schon eine Mappe irgendwie.

00:19:06: Dann musst du jemanden finden, der nicht glaubt.

00:19:08: Du musst dir auch ein Professor finden, der dann sagt, okay, ich könnte mir das vorstellen, dass es mit uns weitergeht.

00:19:13: Und da gibt es ja so die Endstufe, dann einer sagt, oh Gott, ich möchte, dass du bei mir bleibst.

00:19:17: Und dann gibt es ja die Meisterschüler und du bist ja selber auch Meisterschüler.

00:19:21: Ja.

00:19:21: Und das ist ja wie so ein Ritter, da sind ja viele denken, oh Gott, das bin ich Meisterschüler.

00:19:25: Man muss sagen, du bist Meisterschüler von Georg Baselitz gewonnen.

00:19:28: Die mich sehr viel zu verdanken habe.

00:19:29: Ja,

00:19:29: und der ist ein toller Mann.

00:19:30: Also aufregend.

00:19:31: Ich finde die Frau auch die Elke so toll.

00:19:32: Ich bin ja großer Elke-Fan, die ja in der Mode war.

00:19:35: Das ist dann mal nicht vergessen.

00:19:36: Nee, aber ich glaube, du hast ja wirklich da... Wie bist du angefangen zu machen?

00:19:39: Hast du gleich dein eigenes Stil schon gehabt oder andersrum gefragt?

00:19:42: Hast du schon Frühwerk gehabt?

00:19:44: Selbst wenn ich einmal war, war was gesehen von dir ganz früh.

00:19:47: Also gab es mal so eine Zeichnung irgendwo in einem Auktionshaus.

00:19:50: Habe ich mir ganz lange angeguckt.

00:19:52: Und trotzdem habe ich schon gesehen, das ist ein bisschen bisgisch schon.

00:19:55: Also du hast da gar nicht so groß dich total verändert.

00:19:58: Wäre mein Eindruck gewesen, oder sehe ich das?

00:19:59: Naja,

00:20:00: also ich finde natürlich, dass ich mich ständig komplett verinnere.

00:20:02: Aber das ist schon

00:20:03: ein bisschen deiner... Hat man schon gesehen, wer du auch bist?

00:20:07: Nee, ich habe eine Weile gebraucht und experimentiert und gesucht und hatte über Jahre auch wirklich ein gutes Gespräch an dieser damals noch Hochschule der Künstler in Berlin.

00:20:19: fand aber ansonsten die Hochschule irgendwie total anstrengend und auch schwierig.

00:20:23: Und eigentlich glaube ich, wie das vielen Leuten geht.

00:20:27: Also auf der einen Seite gibt es ganz positive Gespräche, Kunst hat ja ganz viel mit Kommunikation zu tun.

00:20:33: Und auf der anderen Seite sind mir viele Selbstdarsteller doch ziemlich auf die Nerven gegangen.

00:20:38: Aber das hat sich dann von selbst erledigt, muss man auch sagen.

00:20:41: Und nee, ich habe eine Weile rumexperimentiert, mir ist dann Berlin auf die Nerven gegangen, dann bin ich mit einem Erasmusstipendium nach Madrid gegangen und dachte, ich komme nie wieder.

00:20:50: Ich bleibe einfach jetzt.

00:20:52: Das war für neun Monate Madrid.

00:20:53: Ich dachte, ich verabschiede mich.

00:20:55: Ich komme nicht mehr zurück nach Deutschland.

00:20:57: Hab ich dann aber doch gemacht, also ich bin dann zurück nach Berlin.

00:21:01: Hast du da in Berlin irgendwas?

00:21:04: In Madrid irgendetwas gefunden, wo du dachtest, das war das, was dich total abgeholt hat?

00:21:08: Das war

00:21:10: der Prado.

00:21:10: Das war der Prado.

00:21:12: Ich hatte ein winziges umgebautes Badezimmer in so einer Madrid-Stadtwohnung, wirklich so ein kleines Bad.

00:21:19: Das war mein Ati.

00:21:20: Das

00:21:21: war mein Ati.

00:21:22: Da konnte man sich kaum drehen.

00:21:25: Boah, das war schon auch irgendwie krass, aber Madrid war unglaublich teuer für mich damals.

00:21:30: Ist mir nichts Besseres eingefallen, als in diesen Prado zu gehen und mich davor die alten Meister zu stellen und die Bilder zu kopieren.

00:21:38: Also sozusagen das, was man ja heute manchmal noch sieht, dass sich so Leute vor diese Werke stellen und versuchen die zu malen.

00:21:48: Das haben die Großen alle gemacht, muss man sagen.

00:21:50: Die Großen waren fast alle selber in Museen und haben gemalt.

00:21:53: Also gibt es so viele Beispiele von Leuten, die gesessen haben und gemalt haben, abgemalt haben.

00:21:58: Und davon profitiere ich bis heute, ehrlich gesagt, dass ich das gemacht habe.

00:22:01: Was

00:22:01: war das Erste, was du abgemalt hast?

00:22:03: Oder die Entschuldigung, was nimmst

00:22:05: du?

00:22:05: Das Erste war in Belaskis.

00:22:07: Belaskis hat so Hofnahren gemalt und die sind, das sind eigentlich gar nicht groß so.

00:22:12: Kleine.

00:22:12: Fünfzig mal, sechszig, so Zentimeter, so kleine Bilder.

00:22:15: Fantastisch.

00:22:17: Das war das erste, was ich im Prado kopiert habe.

00:22:20: Ich habe dann erst mal so mit Zeichnungen angefangen, aber das bedeutet, dass du ganz lange auf so ein Bild schaust.

00:22:25: Und für mich war das ein toller Weg, irgendwas zu verstehen.

00:22:29: Ansonsten habe ich in Spanien, ich habe dann so Sonne und der Gänge und alles Mögliche gemalt und bin damit zurück nach Berlin.

00:22:36: In Berlin haben alle gesagt, was ist denn das für ein Scheiß?

00:22:38: Und für mich hat sich dann aber so eine Balance hergestellt zwischen meinen Wünschen, Träumen, Dingen, die ich auf Bildern sehen will und dem Süden, dem Licht, der Sonne, der Farbe, der Lebensenergie, also der Dinge, die ich in Berlin vermisst habe in der Zeit.

00:22:57: Ach guck

00:22:57: mal, das ist vielleicht das Ding, das auch für die Parallelen zu Frank auch wieder finde ich verrückt, weil der immer sagt, Gido, ich muss in den Süden zurück, der war da ein bisschen gerichtet und dann in Spanien, der gesagt, ich kann hier im Norden nicht malen, das geht nicht, das ist dem so schwergefallen, weil der das Licht, weil der die Farbe braucht, die Farbe ins Leben zu lassen und das ist ja bei deinen Arbeiten.

00:23:14: Total, das ist ja was ja ein großes Geschenk ist.

00:23:16: Du schaffst es ja wohnen in Berlin mal, als Faust-Ninzen-Mathalie auch war, dachte ich, wie kriegt der das hin, dass der so viel Farbe drin hat?

00:23:23: Ist das die Erinnerung an deine Sonnenzeit?

00:23:25: Aber das ist ja schon, du bist schon sehr farbintensiver Maler, ne?

00:23:28: würde ich sagen, mit schönen Farben und Kontrasten, weil du hast ja auch keine Angst vor blau, blau und du hast ja auch keine Angst vor rot, rot und kann, das sind ja klare, klare Farben, auf die manchmal kommen.

00:23:39: Ja, Farben

00:23:39: sind ja, das hat ja gar nichts mit Worten zu tun, ne?

00:23:42: Das ist ja was völlig Vorsprachliches.

00:23:44: Das ist ja so, da kriegt man ja so Bum, Faust auf die Sinnesorgane, wenn die Farben eine Intensität haben.

00:23:52: Und es ist ja eigentlich nur ein bisschen Wirklichkeit mit ganz viel Licht drauf.

00:23:57: Man kann das auch umdrehen, wenn man mal im Süden ist und es ist schlechtes Wetter, dann sieht es auch gleich schlechter aus.

00:24:02: Das ist

00:24:03: im Süden schlechtes Wetter, finde ich, was noch schlimmer als hier.

00:24:06: Das

00:24:06: ist so depri.

00:24:07: Wenn da auch noch dieser Chiroko-Sand kommt, es regnet noch Sand vorder im Himmel, dann ist das alles versaut und denkt, was ist das für ein fales Licht?

00:24:14: Dann ist das eben nicht schön bei Palmen und mehr.

00:24:16: Dann gehen nur Rotfilterbrillen, habe ich festgestellt, zum Filmbrillen mit so einem Rotfilter.

00:24:20: Aber wo ich gerade Farbe habe, ich habe ja bei Feinstoff immer auch... Die Herausforderungen, vielleicht will ich was, vielleicht keine.

00:24:27: Bring etwas Textiles mit dem Paprikrat Blau.

00:24:28: Spring hier liegt was Blau ist auf dem Tisch.

00:24:31: Ein blauer Schal.

00:24:32: Das wäre doch mal ein guter Moment zu sagen, was das bedeutet.

00:24:42: Ja, das ist ein Tuch, das mir meine beste Freundin Ute geschenkt hat.

00:24:47: Ute aus Frankfurt, Ute Jochensen, als sie noch lebte.

00:24:49: Sie ist leider schon nicht mehr unter uns.

00:24:51: Und das war ein ganz toller Mensch, die war ein bisschen älter als ich und die kam schon nach Marzahn.

00:24:59: Also sie war ursprünglich so ein Freundeskreis meiner Eltern.

00:25:03: Und das war total krass, die hatte mal so... ...bunte Klamotten an und war ein bisschen ... Kannst du

00:25:08: genau vorstellen, gut den

00:25:09: Futter?

00:25:10: Ja,

00:25:10: ich kann es genau vorstellen.

00:25:11: Ja, ich weiß es.

00:25:12: Und

00:25:13: auf der anderen Seite ist eine unglaublich herzliche und warme und gütige Person mit ganz, ganz viel Liebe in sich und ich ... Es war wirklich einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben.

00:25:25: Ich vermisse sie jeden Tag.

00:25:26: Und Ute hat mir ganz früh angefangen Klamotten zu schenken.

00:25:30: Das führte dann dazu, dass ich so als siebzehn, achtzehnjähriger, wie so ein ziemlich bunter Vogel durch Ostberlin gelaufen bin.

00:25:38: Weil ich ständig irgendwelche Zeugwunde hatte.

00:25:42: So lange bis ich dann mal leider von irgendwelchen blöden Nazis in der S-Bahn durch die S-Bahn gejagt wurde, weil die sofort gesehen haben, der Typ, der hat so bunte Klamotten an,

00:25:51: der

00:25:51: gehört nicht zu uns.

00:25:52: Genau.

00:25:53: Das war dann, dann musste ich irgendwie meinen Kleinungsstil ändern, weil das ja schon Anfang der Neunziger in Berlin auch ein Problem war, dass es so viele böse Leute auch im Stadtraum gab.

00:26:04: Aber Ute hat so eine ganz tolle Person, die war Lehrerin ihr Leben lang im ... Im Bahnhofsviertel, die meiste Zeit in Frankfurt, also krasse Gegend.

00:26:13: Und

00:26:14: der Konstaublerwache und so.

00:26:16: Genau, da sind so die Dealer irgendwie ... Bahnhofsviertel

00:26:20: drüben.

00:26:21: Auf dem Hof, auf dem Schulhof und so.

00:26:23: Da hat sie unheimlich viel erlebt.

00:26:25: Und

00:26:25: die hat dir diesen Schal geschenkt?

00:26:27: Ganz, ganz viele Klamotten.

00:26:28: Ich hätte jetzt hier nicht ein Koffer mit ... Nein, eigentlich hätte ich ein Stück Leinwand mitbringen sollen, aber sozusagen.

00:26:37: Weil Leinwand ist natürlich das Text ... Womit ich die ganze Zeit zu tun habe.

00:26:42: Aber ich hab ganz, ganz viele Klamotten von Ute und ich weiß gar nicht mehr, wann sie mir dieses Tuch hier geschenkt hat.

00:26:47: Aber irgendwann, ich glaub, das hatte sie um, dann hab ich gesagt, das sieht irgendwie gut aus.

00:26:51: Dann sagst du hier, da nimmst du doch.

00:26:52: Ein

00:26:52: blauer Schalb, ein blauer Schalb.

00:26:53: Aber ich find's schön, weil du ja auch ... Wenn man deine Bilder immer mal sieht, dann habe ich schon aufgedacht, auch kommt der Norbert, der designt mit dem Pinsel.

00:27:01: Weil du bist ja auch eine große Kraft, du könntest ja auch Mode entwerfen.

00:27:04: Du hast ja auch schon mal gemacht mit deinen Schuhen und so.

00:27:06: Wenn man deine gut gemalt, ich habe ja so eine Arbeit auch wurden.

00:27:10: Ich sehe jeden Morgen das erste Bild, das ich morgens zweite, was ich morgens sehe, lange sehe.

00:27:14: Das sind so Tonschuhe, die du kannst ja so schön Tonschuhe malen.

00:27:17: Mit sicherer Hand denke ich mir so als Designer, ah, der kann ja auch guter Schuh-Designer sein.

00:27:22: Ja,

00:27:22: weiß ich nicht, ob ich das könnte.

00:27:23: Aber

00:27:24: du kannst es schon.

00:27:24: Du hast auf jeden Fall ein Gefühl, das ist ja auch Teil von Design, dass man da irgendwie einen Schuh malen kann.

00:27:29: Aber das ist schon auch so eine, denke ich mir, oh, du hättest schon auch eine gute Hand für Design haben können.

00:27:34: Ute wird sich freuen, natürlich.

00:27:36: Es ist nicht auch so, dass es diese Utes im Leben braucht.

00:27:39: Es braucht diese Freundin, auf die man sich verlassen kann, diese tollen Frauen, die den ganzen Laden noch irgendwie auch zusammenhalten.

00:27:45: Denke ich ganz, ganz oft, die häufig immer zu früh oft sterben.

00:27:49: weil sie irgendwie keine Ahnung, irgendwas passiert und sich immer kümmern und machen.

00:27:53: Und diese Frauen sind das Salz in der Suppe.

00:27:56: Das sind ja auch mal mal auch Lehrerinnen.

00:27:58: Ja,

00:27:58: es sind so wunderbare Menschen, die gar nicht so viel im Rampenlicht stehen.

00:28:04: Aber sozusagen, ich habe ihr so unglaublich viel zu verdanken.

00:28:06: Die hat mir die ersten Aquarellfarben immer mitgebracht nach Ostberlin.

00:28:11: und dann Irgendwann war ich Soldat, da war die Mauer schon gefallen.

00:28:17: Ja, ich war Soldat bei der Nationale.

00:28:19: Ich hab mich völlig bekloppt, dann hab ich, war aber die Mauer auf, dann hab ich gedacht, ich nehm jetzt mal einen ganzen Urlaub und hab mit Ute telefoniert, ich dachte, kommst du zu mir nach Frankfurt?

00:28:28: Dann bin ich also mit dem Zug irgendwie, weiß ich nicht, achtundvierzig Stunden nach Frankfurt am Main gefahren und war dann in Frankfurt angekommen und meinte, ja, du, das ist doch hier lang, weil ich komm, wir fahren jetzt nach Amsterdam, das gefällt dir bestimmt viel besser.

00:28:40: Dann bin ich sozusagen als NVA Soldat, die DDR existierte noch.

00:28:45: Ohne Pass irgendwas mit Ute, eine Heidenangst an einer holländischen Grenze gehabt.

00:28:52: Ute sagt, ich mach das schon, die hielt dann so.

00:28:54: Die hat ihren Pass aus dem Auto raus und machte so einen leicht generften Eindruck, dass wir durchgewunken wurden an der Grenze.

00:29:01: Und dann ist sie mit mir nach Amsterdam und das war wunderbar.

00:29:04: Dann sag ich, jetzt muss ich aber zurück in die Kaserne.

00:29:08: Dann sagt sie, nee, komm, ruft doch da an, sagt dein Flieger.

00:29:12: Ist gekänzelt worden.

00:29:15: nachkommen.

00:29:16: Also die hatte auch so eine rebellische, tolle Seite und ich habe dann wirklich meinen Offizier angeholt und gesagt, tut mir leid, dass ich kommen darf später und so.

00:29:24: Und ich habe also auch so einen Mut und so eine Lebensfreude.

00:29:29: Also ich habe so unendlich viele Dinge von dieser Frau gelernt und so tolle Sachen mit ihr auch erlebt, eben wie diese... Das ist ein Trip nach Amsterdam.

00:29:37: Ich finde auch durch den Schal, das ist natürlich schön, weil man, Schal ist ja auch mehr, finde ich, als, warum man gerade einen Schal mitnimmt, weil der behütet und der ist ja auch... Dann legst du jemand um und dann bist du sicher.

00:29:48: Du kannst ja noch so kalt haben.

00:29:50: zum Schal, der wärmt dich an der richtigen Stelle.

00:29:53: Aber ich freue mich umso mehr, dass du das mitgebracht hast, weil viele denken, ja, ja, das war ein Kleidungsstück, ein Schal.

00:29:58: Aber da steht natürlich auch für ganz, ganz vielen.

00:30:00: Hast du das jemals?

00:30:01: Hat die auch erlebt oder auch, wie erfolgreich du geworden bist?

00:30:04: Ja, sie war auf ganz vielen Ausstellungseröffnungen von mir.

00:30:08: Die letzten, dann hatte sie schon nicht mehr so gesund und musste sich dann mal hinsetzen.

00:30:14: Ganz viel mitgemacht und erlebt, also von der ersten Ausstellung bis eigentlich vor ein paar Jahren.

00:30:19: Es ist ja auch

00:30:20: Ere, dass man immer, das ist auch, finde ich, auch so, es gibt so Menschen, die so wichtig sind auf dem Weg, wenn man sich entwickelt, die so im Windschatten manchmal laufen.

00:30:28: Bei mir war das meine Freundin Anne, sonst war für mich auch so ein Mensch, das würde ich gar nicht Mentor sagen.

00:30:32: Was war so eine Freundin, so eine, die im richtigen Moment mir Zuspruch gegeben hat?

00:30:37: Und diese Menschen, das hast du ja gerade auch gesagt, Christkast, du kannst dir nicht ersetzen.

00:30:40: Die fehlen ein Leben lang.

00:30:41: Es ist an jedem Tag meines Lebens, denke ich, auch Anne.

00:30:45: Wie wäre das schön, wenn du jetzt da bist?

00:30:46: Das passiert was Gutes, denke ich sofort.

00:30:48: Es ist immer wieder sterben, die an jedem Tag ein bisschen neu, weil man denkt, was wäre das schön gewesen, wenn das jetzt noch wäre, dass man Zukunft hat mit jemandem, den man wirklich geliebt hat.

00:30:58: Eltern, glaube ich, das ist ein ganz eigene Welt.

00:31:00: Da denkt man aber auch gut, da weiß man, das ist ein System, in dem die dann irgendwann vielleicht abtreten werden, weil sie Eltern sind.

00:31:06: Aber bei Freunden, finde ich, ist das sowas.

00:31:09: Da muss man sich neu sortieren.

00:31:11: Und

00:31:11: es kann so tolle Freundschaften geben.

00:31:15: Und

00:31:15: ich glaube auch, deswegen müssen Eltern so aufpassen, wenn man Kind ist, auch Einzelkinder.

00:31:19: Ich hatte auch so eine Freundin, die Eltern wollten nie, dass da einer irgendwie kommt.

00:31:22: Und ich hab gesagt, das darf man nicht mehr, man muss offen bleiben, du musst den Raum öffnen, damit die merken, dass das wichtig ist, andere zu haben.

00:31:28: Weil Freunde ist ja, sagt sich immer so, aber Freunde ist ja was so, was elementares.

00:31:32: Ich glaub, man könnte ohne Partner leben, das kriegt man schon hin.

00:31:35: Aber ohne Freunde, glaub ich, ist es schwierig.

00:31:38: Das ist die

00:31:39: ohne Freunde, ist die Hölle, weil sozusagen alle sind ja bei dir, wenn es dir gut geht, aber wenn du ein Problem hast, dann ist halt schön, wenn du mal mit jemanden drüber sprechen kannst.

00:31:48: Ich habe es auch gerne, wenn da viele sind und ich besuche und komme bei dir abhängen und wohnen und die alle noch trinken.

00:31:54: Und so und ich gehe ins Bett, wie immer.

00:31:56: Früher als die anderen, dann höre ich die unten alle so plaudern und denk so, dann weiß ich genau, wer jetzt wann lacht und was erzählt und so.

00:32:03: Und dann denke ich, was ist das ein schönes Gefühl, dass man Familie ist?

00:32:05: Das ist, glaube ich, auch in unserem Schwuleleben, muss man auch mal sagen.

00:32:08: Ist es auch eine ganz wichtige, man merkt sehr früh, weiß nicht, wie es bei dir war, dass man sehr früh merkt, okay, wir müssen dir aber gut aufpassen, dass wir Familie auch machen, dass wir uns, wenn wir das klassische Ding, nicht leicht... Zwölf Kinder, Ehefrau und so.

00:32:21: Da merkt man sehr früh, dass man die anderen braucht und dass man nicht alleine ist.

00:32:24: So ging es mir zumindest.

00:32:26: Hast du das auch gehabt oder ist das Quatsch?

00:32:27: Naja, wenn du in dem... Also ich hab irgendwann verstanden, dass ich nicht sozusagen in the middle of the road laufe und jetzt so Boy meets girl und fester Lebensplan und alles... Das ist auch schon ein so

00:32:39: Ufer, sagt meine Emma.

00:32:40: Du sagst in der Mitte von der Straße.

00:32:42: Naja, einfach so.

00:32:43: Aber die Frage ist her, was bedeutet das?

00:32:45: Das bedeutet ja, wenn du richtig drüber nachdenkst, heißt es ja nur, Hey, du hast dein Leben selbst in den Händen.

00:32:50: Du suchst dir selbst aus, mit wem du deine Zeit verbringen möchtest.

00:32:53: Du erfindest dich selbst, was du machen möchtest.

00:32:56: Mit welchen Menschen.

00:32:57: Und du baust auch deine Familie und deine Freundschaften alles selbst.

00:33:01: Und das ist ja eine große Freiheit, auch eigentlich was ganz, ganz Tolles.

00:33:04: Also ich hab's dann irgendwie als Geschenk verstanden.

00:33:07: Ja, mich

00:33:07: auch.

00:33:07: Aber trotzdem haben wir das Problem natürlich alle Menschen.

00:33:09: Aber ich glaube, dass es natürlich wegfällt, diese Art von Reproduktion, dass man weiß, okay, das wird irgendwie so entwickeln, dass man sich dann vermehrt.

00:33:16: Und man merkt auch wie schade, dass man ... dass man das irgendwie nicht kann.

00:33:19: Also nicht, dass ich jetzt in Sehnsucht gehabt hätte nach Kindern, mich selbst reproduzieren.

00:33:23: Ich finde den Gedanken schön, dass man was mitgeht.

00:33:25: Aber wenn man wach ist, dann merkt man sehr genau, dass man die Lücke oft füllen kann für andere, die das gerade nicht so offen schirm haben, dass man für die Kinder der Freunde oder auch für nicht.

00:33:35: Und da ist ja auch Kunst ein großes Ding oder auch die Leidenschaft für etwas, wo man auch ein bisschen mehr Zeit hat, sich um solche Dinge zu kümmern.

00:33:41: Dass man dadurch was sein Kind hinterlässt, das ist ja immer auch... Ist das so bei dir, dass du das Gefühl hast, das ist ja beim Maler-Probat.

00:33:49: Also du weißt ja, wenn du nicht mehr da bist, dann werden deine Arbeiten definitiv noch unterwegs sein.

00:33:53: Sie werden relevant haben und man will sich an dich erinnern.

00:33:56: Über das, was andere sehen.

00:33:58: Denkst du schon mal drüber nach oder ist das

00:34:00: gar kein Thema?

00:34:01: Vor zwanzig Jahren war das irgendwie relevant für mich.

00:34:05: Was ich angefangen habe, habe ich gedacht, ja, das ist irgendwie wichtig, dass da was bleibt.

00:34:08: Und so inzwischen denke ich dann nicht mehr drüber nach.

00:34:11: Also ich mache das alles ordentlich.

00:34:12: Es gibt ein Verzeichnis, alles archiviert.

00:34:17: Jedes Bild hat eine Archivnummer und so.

00:34:21: Das heißt, ich versuche schon ... da kein Chaos zu hinterlassen, aber eigentlich ist der Gedanke da jetzt was zu hinterlassen.

00:34:31: Nicht mehr so wichtig, wie er mal war für mich, weil klar, die Dinge bleiben da.

00:34:35: Es ist eher die Frage, wie viel Spaß habe ich jetzt auch daran, sie zu machen.

00:34:39: Und was du gerade gesagt hast, so mit den anderen Menschen, mit den eigenen Kindern und so, ich glaube, es gibt so viele Leute auf der Welt, du kannst deine Liebe oder deine Zuneige oder deine Interesse jemanden geben.

00:34:50: Und das ist ... viel relevanter als wenn du es einfach nur, es gibt so viele Familien, wo das ja nicht funktioniert, wo es nur als Idee mal am Anfang stand, also wo es ganz viele Konflikte gibt.

00:35:01: Das heißt, ich versuche so beides.

00:35:02: Ich versuche auf der einen Seite, tolle Beziehungen zu Leuten aufzubauen, für die ich auch versuche, ein Freund zu sein und sozusagen, ich versuche dann, die Ute für diese Leute zu sein auch.

00:35:14: Und auf der anderen Seite, ja, natürlich sind dann die Bilder und da kann ich wie in so einer Flaschenpost auch Dinge hinterlassen.

00:35:21: die dann noch da sind und auch unverändert da sind, wenn ich mich schon längst komplett verändert habe oder vielleicht gar nicht mehr da bin.

00:35:27: Aber gibt es das, wenn man das auch schon mal arbeiten, das ist das Büro, nicht Büro, das ist immer so ein bescheuertes Wort, aber ich glaube als Mahler ist das eher anders, aber wenn man auch begehrt ist bei Leuten, dann kann es ja bei Sammlern oder Menschen, die deine Kunst lieben, das ist Arbeitengewurde, das hätte ich eigentlich behalten können, oder würde sagen, dass das einfach alles geht ja seinen Weg.

00:35:45: Du weißt ja, wo das ist, das ist archiviert, aber gibt es etwas so, dass du etwas auf das zurückhalten sollst?

00:35:50: Du hast ja auch viel gearbeitet, oder würdest du sagen, gibt's Arbeit?

00:35:53: Und du merkst, nee, das ist immer schon einer da, der das sich vorstellen könnte zu nehmen, oder?

00:35:58: Ja, das ist der Horror.

00:36:00: Der Horror ist eigentlich, wenn ein so halbfertiges Bild im ATJ steht und dann kommt jemand und sagt, das ist ja schon fast fertig, das ist doch

00:36:06: gut.

00:36:07: Das führt dazu, dass das Bild nie fertig wird, weil ich mich das total durcheinanderbringt, ehrlich gesagt.

00:36:11: Also, nein.

00:36:13: Also, ich mache ja immer Ausstellung.

00:36:15: Und dann will ich natürlich die Sachen, die mir selbst auch am wichtigsten sind.

00:36:18: auch zeigen, weil sie in der Ausstellung dann hängen und dann sind sie sichtbar und damit sind sie auch bis auf ganz wenige Ausnahmen, wo ich wirklich so einen ganz persönlichen Zugang habe, dass ich sage, dass es so ein entscheidender Tag, der für mich biografisch so eine Rolle spielt, hat gar nichts mit dem Bild zu tun, dass dieses Aquarell möchte ich jetzt einfach... behalten, aber in den allermeisten Fällen ist es so, dass ich auch die Sachen, die ich selbst am besten finde, natürlich auch rausgeben will.

00:36:44: Weil das Gegenteil, was würde das behalten, Gilo, das würde heißen, du würdest sozusagen alles, was du selbst ganz toll findest behalten und nur das, was du vielleicht weniger toll findest rausgeben.

00:36:54: Das ist ja Quatsch

00:36:54: das.

00:36:54: Nee, du hast recht, das ist, man sieht es auf der Straße, ich kann mich erinnern, ich war mal in Italien und dann war ich in Milano und dann geht auf mein Jung über die Straße und denke ich so,

00:37:02: für

00:37:03: eine geile Hose an denke ich, was ist das für eine geile Hose?

00:37:05: Auf einmal sehe ich das meine eigene.

00:37:07: Die hatte ich ihm wie eine Biese aus dem Hippie-Marktmal.

00:37:09: Und das war so ein, das ist jetzt nicht hedonistisch, Hura, ich bin begeistert für meine Arbeit, aber dieses Gefühl, das ist da, das hat mich so glücklich gemacht und das die lief und ich hätte dann hinterher rufen können, hallo.

00:37:18: Aber das war gar nicht nötig, weil ich dachte, ach guck mal, die findet ihren Weg wie schön.

00:37:22: Das war uralt, hab ich als Student genäht irgendwo.

00:37:25: Dachte ich, guck mal, dass die irgendeiner am second hand geschnappt hat und dass sie Relevanz behält.

00:37:29: Und nicht glaube ich, dass man dann denkt, oh das bin ich in diesem hedonistischen Den drohen Gefühl von ich.

00:37:35: Aber es heißt ja auch loslassen.

00:37:38: Erstaunlicherweise ist es bei Kunst.

00:37:39: Also das glaube ich wichtig ist das auf jeden Fall.

00:37:42: Ich glaube es sind auch Spooky, wenn Maler, wenn Künstler nicht loslassen und so begeistert sind und dann so kompliziert.

00:37:48: Es gibt ja auch alles.

00:37:50: Wir sind ja genauso verteilt wie alle anderen menschlichen

00:37:53: Phänomene.

00:37:53: Kann auch jeder so machen wie er will glaube ich.

00:37:55: Aber es gibt etwas.

00:37:56: Bei Kunst ist es bei mir trotzdem so, dass es so Sachen gibt, die mich so... Das war ja schon so jung, wo ich so ... Ich will nicht sagen, dass es mir heiß wurde, aber wo ich wusste, das ist wirklich ... Denn ich schaffe, das muss mit mir leben.

00:38:11: Es gibt Sachen, die ich so liebe und so lange bei mir sind, die mir so viel bedeuten.

00:38:17: Und dann ist es eben ein großes Vergnügen, wenn ich dann denke, weil ich hab ja früher auch ... Als ganz junger Mensch hab ich ja den Künstlern manchmal auch geschrieben und so.

00:38:26: Da haben sich so viele gefreute Uecker zum Beispiel, sich wahnsinnig gefreut, den ich so mochte.

00:38:30: Großer Künstler.

00:38:31: Ja, der Uecker war, den fand ich so toll, mein Nagel Uecker.

00:38:34: Und dann hat er sich so gefreut, den hab ich geschrieben und dass ich da irgendwie so... Und das sind so schöne Momente, weil man dann merkt, guck mal, es gibt irgendwie... Es ist auch mal schön zu wissen, wo die sind.

00:38:43: Hast du das auch, dass du dann froh bist, wenn du weißt, ah, das ist irgendwo, bei denen ist das eine gute Hand oder Sammler, die das weiter rausgeben, dass es eben auch in Ausstellung geht und nicht ver... verkrochen irgendwo eine Ecke im Magazin verschlummert.

00:38:55: Das ist ja auch bei einigen so.

00:38:57: Ja, das ist total relevant, ehrlich gesagt, dass die Leute sich prinzipiell so bereit erklären, die Dinge auch mal auszuleihen für eine Ausstellung.

00:39:05: Das spielt eine große Rolle in meinem Alltag, weil sonst könnte ich viele Ausstellungen gar nicht mehr machen, weil ich... Ich gebe ja die Bilder raus.

00:39:12: Die hat dann jemand.

00:39:14: Die sind in Sammlung verstreut und bestimmte Ausstellungen könnte ich gar nicht.

00:39:18: Ich kann ja nicht anfangen, die Bilder alle wieder neu zu malen.

00:39:21: Es würde gar nicht funktionieren.

00:39:23: Deshalb versuche ich, dass wir die Bilder nur an Leute geben, die dann auch prinzipiell sagen, ja klar,

00:39:29: wir leiden das aus.

00:39:30: Wir machen das aus.

00:39:31: Das muss man mal gut erklären für alle, die jetzt denken, was der Ziehende denn da und so.

00:39:34: Das ist ja, wenn man, wie du, bist ja, die schnell, glaube ich, relativ erfolgreich gefunden.

00:39:39: Natürlich ist es schon relativ fix für dich, wenn man jetzt so deine... Ja, ich

00:39:42: fand es natürlich damals ganz lang gedauert hat, aber es ging dann doch relativ schnell.

00:39:48: Jetzt würde ich sagen, du hast natürlich auch eine ganz besondere Art zu mal.

00:39:51: Ich glaube, es ist auch jetzt schwer, ich finde es immer schwierig zu beschreiben, ich will es gar nicht bietiteln, weil ich glaube, das ist ja schnell, wenn man Zeit genügt.

00:39:59: Genau, das finde ich schön gemacht, aber oft wird es ja überbetitelt.

00:40:02: Und dann denkt man, was könnte das eigentlich sein?

00:40:04: Ich glaube, dass da Menschen sehr, sehr schnell, sehr klar sind.

00:40:07: Und ich kann nur so viel sagen, dass bei deinen Arbeiten, jetzt völlig unerfine Menschen, die kommen und deine Arbeiten sehen, sind immer begeistert davon, haben immer ein Gefühl und finden das schön.

00:40:17: Also, da gibt es ganz andere, wo die denken, was das ist.

00:40:19: Wenn da Finde Scheiß war in der Mutter, so machen wir mal gesagt, was ist denn da Finde Scheiß gekauft?

00:40:23: Dafür kannst du doch kein Geld ausgeben.

00:40:24: Das ist ja auch so was dieses... frei zu sein und offen zu sein.

00:40:28: Ich schätze Sammler auch sehr, die ganz scharf sind auf einen Künstler, die sich ganz einschießen auf eine... Form und eigentlich kann nur Zero sammeln und ich kann nur aus der Zeit und so.

00:40:38: Dann denke ich, das ist auch eine besondere Art, das zu tun.

00:40:40: mit allem Respekt.

00:40:41: Mir war das immer etwas fremd, weil ich mal dachte, meine Begeisterung für Kunst und so, die ist so, ich will für den offenen Raum offenhalten.

00:40:48: Ich will mir das offenhalten.

00:40:49: Das ist ja auch eine Bereicherung für dein Leben, wenn du unterschiedlich dich begeistern kannst und so.

00:40:55: Und da glaube ich, ist es eben auch mehr zur Sammlung sieht, dass natürlich für Allerhalter für Künstler ist so wichtig, dass die wissen auch, wo die Arbeiten hingehen.

00:41:03: Wenn die jetzt verkauft werden, dann gibt es eben auch vieles am lauter.

00:41:06: Leute, die sich das mal auch leisten können, die einfach fürs Magazin sammeln.

00:41:09: Die kaufen ein, haben das nie zu Hause, die werden das niemals ausbacken.

00:41:13: Das bleibt in der Transportkiste, geht das sofort in irgendein großes Zentrallager und dann steht es da.

00:41:19: Dann wissen die zwar, dass sie das haben, aber das wird nie wieder... seinen Weg rausfinden.

00:41:24: Das fand ich immer so wahnsinnig traurig, weil ich glaube, dass Kunst gesehen werden muss von Leuten und von jungen Leuten gesehen werden.

00:41:31: Und das ist oft ist ja auch Arbeiten, die älter sind, haben ja so eine Relevanz, wenn du jetzt mal Retrospektiven siehst.

00:41:36: Da denke ich mir, wie wichtig ist das, dass die Leute, die Kunst haben, das teilen mit den anderen.

00:41:41: Und das ist, was ich ja immer gemacht habe, weil ich immer denke, das ist so wichtig.

00:41:44: Und ich habe sogar einmal in Frankreich, ich war mal einmal in der Ausstellung, da war eine Arbeit von uns auch, dann stehen wir da, steht so ein Ehebeider vor, dann lesen die immer Privatleihgabe oder so.

00:41:52: Und dann sagt der Mann, wo kommt er denn her?

00:41:54: Und sagt die Frau, das ist privat.

00:41:57: Ja, die Leute finden Scheiße an der Wand.

00:42:01: Und ich dachte direkt, da musste ich auch sehr lachen.

00:42:03: Man dachte ich, deswegen ist das so, wenn die zurückkommen, dass die entweit sind.

00:42:07: Ich dachte, was ist denn mit dir passiert?

00:42:09: Manchmal müsste man nicht so eine leichte Entweihung machen, weil die auch viel erleben.

00:42:12: Das ist ja Kunst, gerade Kunst, die unterwegs ist, die angeschaut wird von Menschen.

00:42:17: Da passiert ja auch was mit Arbeit.

00:42:19: Man sieht eine Arbeit und eine Ausstellung, wo so ganz viele Leute davor stehen, ganz, ganz viele Leute.

00:42:24: Und man ist selber so scharf drauf und will das endlich mal sehen.

00:42:27: Und dann kann ich das manchmal nicht gut haben, weil ich denke, nein, das ist mir jetzt viel zu viel.

00:42:33: Man will das immer intima.

00:42:35: Kennst du dieses Gefühl, dass man so denkt, nicht alle jetzt und so?

00:42:39: Ja, deshalb bin ich so ein bisschen vorsichtig mit unfertigen Arbeiten und jetzt Party im Atelier machen.

00:42:44: Weil sozusagen, dann quatschen die Leute alle schon los, wenn du noch gar nicht fertig bist.

00:42:49: Also ich mag das nicht.

00:42:50: Andere Leute kommen da mit super zurecht, ich glaube.

00:42:53: Das Komische bei gemaltem Bildern und Skulpturen ist dieser Zeitfaktor.

00:43:00: Selbst die Leute, die das... Also ich male es.

00:43:03: Nach zehn Jahren bin ich aber schon langsam ein ganz anderer Mensch und denke, was habe ich denn da gemacht?

00:43:09: Und kann mich noch dran erinnern.

00:43:11: Aber ich habe mich schon komplett verändert und interessiere mich vielleicht auch für andere Sachen.

00:43:14: Dann kauft es vielleicht jemand.

00:43:16: Aber der verändert sich auch.

00:43:20: Die dinge halten ja sehr lange und sie.

00:43:23: Also jeder nimmt da nur so.

00:43:26: eine Zeit lang dran anteilen und es geht darum, dass es erhalten bleibt.

00:43:29: Das ist also für ... Durch

00:43:31: laufender Posten.

00:43:32: Aber

00:43:33: am Ende hat es besitzt auch niemand.

00:43:35: Weil, was ist zu sagen, das Material uns alle überlebt.

00:43:39: Und das ist auch ein völlig verrückter Gedanke, finde ich.

00:43:42: Außer auf Bettlagen gemalt, habe ich auch eine Arbeit, wo ich denke, konservatorisch ist das.

00:43:46: Es gibt ja auch Installation, wo man denkt, da hab ich mir da gekauft, das kannst du nie mehr aufbauen.

00:43:50: Gute Restauratorenfrühe.

00:43:51: Ja, aber es gibt ja auch Sachen, die da über den Raum verteilt sind.

00:43:55: Du denkst, wie kriegst du das jemals wieder hin?

00:43:57: Und dann stehen die armen Leute deinen Ausstrahl und müssen gucken, dass sie den ganzen Müll, bei der Isagenskenshow gedacht haben.

00:44:02: Also die Nationalgalerie, da war ja auch so ein Müllhaufen, dachte ich, also leicht ist das nicht.

00:44:06: Wenn du da

00:44:07: so ein Restorhaufen

00:44:08: kann, aber du musst schon sehr genau wissen, wo es hingeht und denkst dann, oh Gott, ob das jetzt so interessant war, ob der Stein jetzt genau so lag.

00:44:14: Aber ich glaube, das ist ja auch was viele Leute bei Kunst nicht auch so abtönt, dass sie dann denken, ah, das... Das verstehe ich gar nicht.

00:44:19: Unsere Elke auch ist ja so.

00:44:22: Ja, aber unsere Elke macht es halt nicht.

00:44:23: Und das ist toller.

00:44:24: an dieser Genskin ist halt, dass sie eine völlig rebellische freche Künstlerin ist, die macht, was sie möchte und sich eine riesige Freiheit erlaubt.

00:44:34: Und

00:44:34: ich glaube, das setzt

00:44:35: die Betrachter unter Druck, weil die dann sagen, oh Gott, wenn sie sich sowas traut, was trau ich mir dann eigentlich in meinem Leben?

00:44:40: Ja, ja, genau.

00:44:41: Und damit kommen viele nicht klar.

00:44:43: Und heute auch ein großer Stau.

00:44:44: Ich habe eine Freundin, die war ja früher mit Gerhard Richter zusammen.

00:44:47: Ach, den riecht er, den kenne ich ja.

00:44:49: Das ist der großartige Richter, muss man sagen.

00:44:52: Und dann war die weg.

00:44:52: Und dann war die auch eine schwere Zeit.

00:44:54: Und ich hab eine Freundin, die die auch gesammelt hat.

00:44:56: Die haben gesagt, ganz oft bei der Hollenfeldtöge standen, komm, nehm ich noch mal ne Arbeit ab und so.

00:44:59: Weil die auch zusehen muss, das kann man sich gar nicht mehr vorstellen bei manchen.

00:45:02: Das ist ja auch so.

00:45:03: Kunst hat ja beides.

00:45:04: Das ist ja für manche ein endloses Rennen.

00:45:08: Also nach irgendwie Erfolg und kein Mensch will das.

00:45:11: Es gibt ja wirklich Künstler, die so schlecht dran sind, weil die niemand mag.

00:45:15: Und alle haben ne Meinung.

00:45:17: Sofort dazu.

00:45:18: Und die bleiben trotz... dem treu und machen weiter, weiter, weiter.

00:45:21: Das ist ja auch mal, was haben die für eine Kraft?

00:45:23: Also siehst du das nicht auch mal mal bei Leuten?

00:45:24: Du hast ja auch einen Blick für andere Künstler.

00:45:26: Denkt man sich mal mal, dass das so lange gebraucht hat, bis Menschen verstanden haben, dass das großartig ist oder dass das was Wunderbares ist.

00:45:32: You name it.

00:45:33: Da gibt es ja mein bestes Beispiel, das ist gerade die Marta Jung wird, die da jetzt gerade in diese wunderbare, im rohen Alter, gottschütze Europa hat, muss man sagen, in Salzburg.

00:45:42: Also das ist eine Künstlerin, die jetzt über Ich hab das Verjahren schon in der Zeichnung, also Verjahren, die hat mich so, fand ich immer schon so toll, weil niemand hat sich für die interessiert.

00:45:53: Und jetzt auf einmal wird die noch gefeiert.

00:45:54: Es gibt ja tausend andere Beispiele noch dafür, dass es so ist, aber Kunst hat ja auch einen ganz eigenen Rhythmus, also dass man im Grunde auch nicht aufgeben darf, dass man bis zum Ende, wenn man Glück hat, kann es noch passieren, kurz vom Ende kommt noch einer und sagt...

00:46:07: Ja, oder auch nach dem Ende.

00:46:11: Ich denke, das ist völlig verloren, wenn man das miteinander vermischt.

00:46:14: Also das eine ist das Machen und die Freude daran, das zu machen.

00:46:18: Und es gibt ja so viele Leute, die an irgendeinem Punkt in ihrem Leben anfangen zu malen oder Kunst zu machen.

00:46:23: Und dann merkt man so die Nachbarn, verdrehen dann die Augen und sagen, muss denn das noch sein.

00:46:27: Und ich sehe das komplett gegenteilig, weil ich denke, die erleben die großartige Freude daran, so was zu machen.

00:46:35: Selbst ein Bild.

00:46:37: zu malen, das haben wir als Kinder alle, dann wird uns das weggenommen.

00:46:42: Aber die Freude so was herzustellen ist so großartig.

00:46:45: Also ich liebe das, deshalb mache ich das auch so gerne.

00:46:48: Und es hat nichts mit Preisen, mit Erfolg, mit irgendwas.

00:46:51: Es ist was ganz an oder mit Meinung von anderen Leuten.

00:46:53: eine andere Abteilung.

00:46:55: Das eine hat mit dem anderen nichts, und zwar gar nichts zu tun.

00:46:59: Bist so wie Frank, das ist genau, sagt das doch mal, wenn ich auch eine Freundin, die malt von ihm, die, ich finde, abenteuerlich, der Frank sagt, Gido, nein, du musst offen sein.

00:47:07: Guck mal, was die Freundin hat.

00:47:08: Er hat recht, auch Kinderzeichnung.

00:47:10: Es gibt ja auch unbegabte Kinder, die sind ja nicht alle begabt.

00:47:12: Und wenn die Eltern sagen, guck mal, das schöne Bild, dann ich mach mal auch meine Herren.

00:47:16: Aber der Frank, der kann dem, der gibt dem Raum.

00:47:18: Das ist auch toll, wenn man sieht, dass man einfach dem ... Ja, dem Zufall auch manchmal Raum geben sollte.

00:47:24: Aber jetzt muss man ja sagen, du hast ja das große Glück.

00:47:27: Das ist ja auch wichtig.

00:47:28: Du bist wichtig.

00:47:29: Lieber Gott, auch gedacht, das sind ja weniger von den ganzen Tausenden Malern.

00:47:32: Wie bei uns, den Designern, genauso von Tausend ausgebildeten Leuten sind wir vielleicht, ich haue mal eine Zahl raus, die vermute ich gar nicht relevant ist, aber dafür Designern werden vielleicht zwei Designer bekannt, die man kennt.

00:47:45: Ja, krass.

00:47:46: Drei sind vielleicht in irgendeiner Firma, wo man sagt, oh, die kenne ich die Firma.

00:47:49: Und dann noch fünfzehn, wo man sagt, ach, als Oliver ist das oder so.

00:47:54: Aber das ist eigentlich schon etwas gelaufen.

00:47:56: Im Bamalerei ist es nicht groß anders, würde ich sagen.

00:47:58: Das ist eine kleine Gruppe, eine sehr elitäre Gruppe.

00:48:01: Klar, die Kunstaffin wissen schon, ach, guck mal, die kenne ich da und so.

00:48:04: Die kennen noch die anderen Geschichten, die man auch manchmal schon hat.

00:48:08: Aber ansonsten würde ich sagen, die Namen gehen an den Leuten vorbei.

00:48:11: Erstaunlicherweise.

00:48:12: Das ist ja so ein Geschenk, aber es ist auch ein bisschen ein Geschenk, dass man die Chance hat, wahrgenommen zu werden.

00:48:19: Dann sitzen wir ja im gleichen Boot.

00:48:20: Und würdest du sagen, dass du das auch siehst, wenn du jetzt deine eigene Arbeit siehst und du hast ja wirklich in allen Kontinenten in der Welt ausgeschafft, der überall ausgestellt und bist ein wirklich hoch erfolgreicher Maler, der absolut zu einem Platz gefunden hat, den die Menschen so schätzen und weil du auch was ganz eigenes hast.

00:48:36: Deine Bildsprache ist so eigenständig, würde ich sagen.

00:48:39: Das ist auch für alle, die jetzt keine Idee von Kunst haben.

00:48:41: Da kann ich euch sagen, wenn ihr einmal eine Arbeit gesehen habt, von dir, dann wird man nicht vergessen.

00:48:45: Und man sieht, er kennt dich auch.

00:48:47: Und das ist ja schon in dieser großen Welt der Malerei.

00:48:50: Hast du schon einen ganz eigenen Platz ermalt, könnte man sagen?

00:48:54: Und wie ist das für dich?

00:48:57: Gibt dir das eine Genugtung oder würdest du sagen, dass das auch ein Glück, das Glück deines Lebens ist?

00:49:04: Ganz viel Glück, die Genugtung überhaupt nicht, sondern ich bin natürlich auch immer ... Ich will immer weiter, ich bin so gar nicht zufrieden und ich will immer das nächste machen und angehen und Ausstellung und ein Bühnenbild und Bilder, Projekte und ... Ich habe ganz viel Glück gehabt, aber das Glück besteht vor allem darin, dass ich das weiter machen darf.

00:49:25: Also, dass ich einfach, ich bin gerade in ein tolles, neues, schönes, wunderbares Atelier gezogen in Berlin.

00:49:31: Außer

00:49:31: aus dem, was ich kannte.

00:49:32: Außer aus dem,

00:49:32: was du kanntest.

00:49:33: Du musst mich mal in meinem Nordkathie besuchen.

00:49:34: Hast du jetzt

00:49:34: Blick auch richtig in den Welt?

00:49:36: Ich bin jetzt mehr ins Stadtzentrum gezogen.

00:49:38: Ich bin jetzt so mehr in der Böze Brauerei.

00:49:41: Das ist so am Alexanderplatz, nicht weit weg von Berlin.

00:49:44: Also mitten in der Stadt, das ist ganz wunderbar.

00:49:47: Ein tolles Ati.

00:49:48: Und das ist das Glück, dass ich sozusagen, ich kann da morgens hinkommen und kann da den ganzen Tag in einem wunderbaren Raum arbeiten.

00:49:56: Ich darf weitermachen.

00:49:58: Und das ist ja das, was... viele Menschen, wenn sie dann kämpfen müssen mit ihrem Alltag oder sich niemand für ihre Arbeit interessiert, nicht haben.

00:50:04: Die müssen dann eben, ich müsste dann wieder anfangen zu Kellnern oder auf dem Bau arbeiten oder sowas.

00:50:09: Und das finde ich, ich habe ja diese ganzen irren Studenten und Jobs gemacht.

00:50:14: Und dafür bin ich so sehr dankbar.

00:50:16: Das ist auch das, was mich interessiert.

00:50:17: So, it keeps me going.

00:50:19: Also es geht gar nicht um irgendwie Preise und irgendwas, sondern weitermachen.

00:50:23: Warst

00:50:23: du so in Disziplin bis so wie Magritte?

00:50:25: morgens gehst du los?

00:50:26: Hast du feste Zeit auch, dass du ins Atelier gehst?

00:50:28: man diskriminiert dich da.

00:50:30: Man denkt, der gibt dir auch so Maler, wo man denkt.

00:50:32: Weil Malen die eigentlich gibt ja so ein paar Freunde von mir auch sehr erfolgreiche Maler-Malarinnen, wo ich denke, die sind immer noch unterwegs, die schicken mir Markaten an, ich bin hier und da.

00:50:40: Denke ich, wenn Malen die eigentlich fahren, die wenn die nach Korea, New York, also das gibt ja wirklich, manche sind ja extrem unterwegs auch, aber du brauchst ja auch den Platz, du brauchst ja auch die Kontemplation, die Ruhe, du musst ja fleißig weitermachen, das ist ja Ure et Labore auch.

00:50:55: Wenn ich in Berlin oder in Spanien, wo ich einen sehr Kleines Atelier habe aber auch ein Atelier.

00:51:00: Wenn ich da an einem dieser beiden Orte bin, dann arbeite ich, bin ich jeden Tag da.

00:51:05: Wenn ich merke, es ist ein blöder Tag, dann lass ich es auch bleiben, ehe ich jetzt alle Bilder kaputt mache.

00:51:10: Weil man kann ja an jedem Bild als wenig Pinsel strechen, zack, zack.

00:51:13: Du

00:51:14: kannst ruinieren.

00:51:14: Du kannst Öl hat ja die Kraft, was man ja sagen kann.

00:51:16: Öl kannst du malen.

00:51:17: Du kannst den ganzen Tag an etwas arbeiten.

00:51:20: Und wenn du abends denkst, ach du Scheiße, dann nehmt der Frank mal seinen Lappen und geht beim Lappen einmal drüber, verwischt es.

00:51:26: Und dann denke ich, Frank.

00:51:27: Und dann sagt er, nee, nee, nee, nee.

00:51:29: Lass das mal, das soll trocken.

00:51:30: Und dann macht der Mann mal aus dem Ding was Neues.

00:51:32: Dann denke ich, die ganzen Tag weg.

00:51:34: Aber der empfindet das gar nicht als weg, sondern das ist dann eben Ölkanda.

00:51:38: Das schaffst du mit anderen Materialien.

00:51:40: Ist das schwieriger, weil das dann nicht mehr die Chance hat.

00:51:42: Das braucht einfach so lange bis es trocknet.

00:51:44: Machst du das auch schon mal, dass du denkst, jetzt ist hier ...

00:51:46: Ja, diese Ölfarbe ist was völlig Magisches, weil sie so fast lebendig ist.

00:51:51: Sie ist ganz flüssig und bleibt ganz lange flexibel.

00:51:55: Und man kann da ... Du kannst da wirklich zack mit einem ... Lappen, alles wegwischen, was du ... oder drei Tage ... Scheiße,

00:52:02: es war noch nicht trocken, wenn er so arbeiten kriegst.

00:52:04: Wann wären die endlich trocken?

00:52:06: Manche Pelzmantel in Ausstellungen wurden schon

00:52:09: versaut.

00:52:09: Ich hab eine Arbeit von Herrn Mieses, eine ganz fette Arbeit, mit Feuergehaunen und Zeug.

00:52:13: Da bin ich mir sicher, es ist ... Ach, zwanzig Jahre alt.

00:52:16: Im Kern muss es noch feucht sein, weil das so dicke Klumpen Öl hat, wo ich mir sicher bin, das ist durchgetrocknet.

00:52:21: Das dauert sehr lange.

00:52:22: Hundert

00:52:22: Jahre oder so.

00:52:23: Aber abgesehen davon, ich mein, diese Idee, auch wenn man dann mit seiner ... Kunst unterwegs ist, wenn man jetzt das Land auch verlässt.

00:52:29: Was war so, wenn du jetzt noch Ausstellungen hast?

00:52:31: Also die erste Ausstellung ist die erste Ausstellung, so eine, wo man denkt, hu, oder würdest du sagen, dass da im Laufe der Zeit immer noch Sachen kommen, wo du auch ... getouched.

00:52:39: Ich hab jetzt, bevor ich da die Antwort kriege, hab ich von dir was gesehen in Stuttgart.

00:52:43: In so einem, in der, es war glaube ich ein Bahnhof oder wo das war.

00:52:47: Da dachte ich, was ist das denn?

00:52:48: Biski, ich der gleich raschierte.

00:52:49: Was macht der denn

00:52:50: jetzt?

00:52:50: Da sagte ich, was macht der Biski denn hier?

00:52:52: Und ich muss sagen, ich war so abgeholt.

00:52:54: Es hat mir so gefallen, so, du hast den Leuten ja richtig um die, ich will nicht sagen, die Ohren gehauen, aber Leute, die ja gar nicht ready waren dafür, in diesem, guck mal, das war so ein Bankding oder was das war, ziemlich runter war das da.

00:53:05: Die Arnulf-Klettpassage, der unmöglichste Ort in Stuttgart, der unterirdische Weg zu niefertig werdenden.

00:53:13: Stuttgart, einundzwanzig, Bahnhof.

00:53:15: Der

00:53:15: jetzt Bahnhof neunundsechzig wird vermutlich und so.

00:53:17: Da hast du und da dachte ich mir, das soll ich dich mal mal fragen, bevor jetzt gut in Ausstellung, dachte ich, hier bist du auf die Idee, komm, da hast du ja richtig die Kunst ja wirklich irgendwo hingebracht, wo man sie überhaupt nicht erwartet hätte.

00:53:26: Na

00:53:26: ja, es ist ja so eine Frage, also wo soll denn, also ich male Bilder, ich stelle die her und dann wo soll die stattfinden?

00:53:34: Also wo soll die gezeigt werden?

00:53:35: Und ich glaube, eigentlich ist jeder Ort gut und du kannst jeden Ort sehr ernst nehmen und versuchen es maximale draus zu machen.

00:53:42: und wir haben Damals in Stuttgart, mit der Opa Stuttgart, die haben gesagt, wir würden gerne in den Ort, in den Stadtraum reingehen.

00:53:50: Wir würden gerne in der Stadt ein bisschen wirken und vielleicht auch Leuten gegenüber.

00:53:55: treten diese noch nicht so viel mit Opa und Kunst zu tun haben.

00:53:58: Dann hab ich gesagt, ja dann volle Kanne, dann lass uns das richtig machen.

00:54:02: Also wenn schon dann richtig und dann lass uns doch jetzt mal hier so einen krassen Ort suchen und dann haben wir Gott sei Dank einen Ort gefunden.

00:54:08: Wirklich kann man sich ja vorstellen, so Fußgängerzone, niedrig, da fliegen noch Tauben drin rum, dann das ganze Elend von so großen Städten auch, also Obdachlose, sehr arme Menschen.

00:54:20: die da rumlaufen, jemand, der ein bisschen zu viel gesoffen hat und ganz viele Pendler, die zur Arbeit gehen.

00:54:28: Weiß ich nicht, hundertzwanzigtausend Leute sind da jeden Tag vorbeigelaufen.

00:54:33: Da hab ich gesagt, hier, das ist ein richtiger Ort.

00:54:35: Da war natürlich eine Bank, die diesen Ort nicht mehr brauchte, weil Banken gehen ja pleite, die Kunst lebt weiter.

00:54:41: Und dann haben wir da eine temporäre Ausstellung gemacht mit, ich hab die Valkyren an Wagner angelehnt gemalt.

00:54:50: Und das war ... Für mich genauso wichtig, wie jetzt in einem Museum in den USA auszustellen.

00:54:57: Das ist, glaube ich, das Relevante, dass du jeden Ausstellungsort total ernst nimmst und sagst, hey, hier muss ich das Beste machen und das Beste rausholen.

00:55:05: Wenn du das verlierst, also wenn du sagst, ah, das ist jetzt nicht so wichtig, das mache ich mal so zack, zack, dann bist du, glaube ich, verloren als Künstler.

00:55:11: Und

00:55:11: weil das auch diese Wagnerische Welt, das war einfach auch diese großen Valkyren-Wagner, das ist ja auch etwas, was ja... für Deutschland, für Hochkultur steht.

00:55:18: Und man wieder denkt, was ist das?

00:55:20: Eigentlich, man wartet da ewig im Beiräut und alle sind begeistert, sitzen sie um halb Stunden, kollabieren fast, können nichts essen, nicht pipi machen.

00:55:27: Und jeder sind so auf dem Hügel.

00:55:29: Das wird ja auch weniger.

00:55:30: Jetzt sieht man, da war der Ticketzimmer ja vor zehn Jahren undenkbar, da überhaupt einen Platz zu ergattern.

00:55:35: Und dann dachte man, was ist das auch für eine schräge Welt, weil dieser Wagner einfach so ein Antisemitia auch war und hat ja so viel auch, sagen wir mal, das ist ja auch die Ambivalenz von Kunst, muss man immer wieder sagen.

00:55:46: Intention bei dir zu sagen, du bist ja auch ein sehr politischer Mensch, dass du dachtest, also das war, ich weiß, ich habe jetzt gar nicht so viel dazu gelesen, ich habe es nur gesehen und dachte, was ist das denn?

00:55:56: Ich fand das faszinierend, weil diese vagnische Welt ja auch so verklärt wird manchmal.

00:56:00: Auch mal muss man schon aufsagen.

00:56:01: Ja, Wagner ist ein krasses Beispiel, weil er hat, er ist ein großer Komponist, der hat unglaublich tolle Musik hinterlassen und auch ganz interessante Impose für die Kunst und war aber gleichzeitig Ein riesengroßes Arschloch, das kann man so sagen.

00:56:15: Ganz schlimme Pamphlete in die Welt gehauen.

00:56:18: Und da muss man irgendwie ... Ich dachte, da will ich mit umgehen und hab dann sozusagen Valküren gemalt, die Wagner wahrscheinlich nicht gefallen hätten, aber die ... Wir werden unsere Zeit passen.

00:56:29: Aber er hat großartige Musik für Frauen geschrieben.

00:56:31: Es muss sein für Frauenstimmen, die mir auch nicht überall hört.

00:56:33: Das ist schon auch fantastische

00:56:34: Musik.

00:56:34: Aber du bist ja total interdisziplinär auch.

00:56:36: Das finde ich ja auch so toll.

00:56:38: Ich mach das ja auch ein bisschen.

00:56:39: Ich bin ja auch so Designer, mach dies und das.

00:56:41: Und bei dir ist es erstaunlich, was du machst.

00:56:43: Du hast ja Film gemacht, du hast Regie, du hast ja auch Ausstattung sogar gemacht, in Bühnenbild gemacht, auch jetzt gerade aktueller wieder.

00:56:49: Und auch Motor ist ja auch damals diese Turnschule, als diese Sonderedition.

00:56:52: Das fand ich so toll.

00:56:54: Die haben mir so gefallen.

00:56:55: Das war aber auch schon alles nicht mehr bekommen.

00:56:57: und so, oder überhaupt available.

00:56:59: Aber das ist ja auch, dass du da, kommt das aus deiner Sehnsucht einfach verschiedene Dinge zu bespielen.

00:57:03: oder ist es eher, weil du sagst, du auch so fleißig bist und wenn ein gutes Angebot kommt, dass du sagst, ich sage ja, das ist bei mir häufig.

00:57:09: Das

00:57:09: Leben ist so cold, es gibt so wenig, also es ist die Zeit rennt und es gibt so viele tolle Möglichkeiten, was ich gerne machen würde und ausprobieren würde und das verändert mich ja dann auch, wie das verändert ja meine Arbeit.

00:57:21: Also jetzt, ich komme jetzt gerade aus Barcelona, da habe ich Litographien bedrucken, da gerade ist eine ganz neue Erfahrung.

00:57:28: Hab ich lange nicht gemacht, so was erst im Studium sozusagen.

00:57:32: Und dann, das heißt, das Schöne ist, für mich, mich auf was einzulassen.

00:57:37: Und ich will auch ein so schönes ist, im Atelier zu sein, aber es ist auch gut, irgendwie rauszugehen, um was mitzukriegen von der Welt jetzt und von der Gegenwart und das dann in die Arbeit wieder mit zurückzunehmen.

00:57:47: Also ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, in so einem völlig nur als Einsiedler irgendwo auf einer Insel zu leben, sondern ich will ... Alles.

00:57:58: Und ich

00:57:58: finde das gut.

00:57:59: Und das ist, finde ich, das macht dich auch so sympathisch.

00:58:01: Ich glaube, das ist auch das, was Kunst auch kann.

00:58:03: Guck mal, wie viele Möglichkeiten es gibt, wie man sich ausdrücken kann.

00:58:06: Ich habe es nur mit Herrn auch gerade, ich bin so begeistert von Holzschmitten.

00:58:09: Ich könnte schreien, gerade habe ich eine Zeit, da hat die ganze Papier kam und so.

00:58:13: Jetzt denke ich, habe ich gerade so wohl im Cambridge gesehen.

00:58:16: Fantastisch.

00:58:19: Tränen gerührt und so, was gibt es für Sachen?

00:58:21: Und das ist auch, was ich bei dir so liebe, ist, wenn ich von wenigen Künstlern, weil ich hatte vor kurzem einen sehr, sehr berühmten Künstlerfreund von dem, wir lassen es mal, also da war ich so erschüttert, weil der so alle bescheuert findet, der findet nur seine Arbeit.

00:58:32: Toll, ein totaler Hedonist, das wird eher schreckend.

00:58:34: Der sagt, das ist ne Scheiße hier, ist doch alles Scheiße, alle von mir abgeguckt, was gar nicht stimmt, aber gut.

00:58:39: Und dann dachte ich, um bei dir, das mag ich, dass ich... Immer wieder raushöre, wenn du was sprichst und dich erlebst, dass du dich eben auch für andere Künstler so begeistern kannst.

00:58:49: Und da kommt auch die Verbindung zu Frank, weil du sammelst ja selber auch ein bisschen.

00:58:53: Ja,

00:58:53: total.

00:58:54: Oder du sammelst vermutlich viel intensiver, als ich denke.

00:58:56: Aber... Dann ist es ja so manchmal auch, dass manche malen, habe ich das Gefühl, das verstehe ich auch, dass Sammler auch nerven können.

00:59:03: Was ist ein Miteinander?

00:59:04: Ob ich es dann absolut miteinander?

00:59:05: Was würdest du tun, wenn da nicht Menschen sind, die begeistert feiern?

00:59:09: Und ich habe immer in meinem Leben, würde ich jetzt mal sagen, beide Seiten erkennen gelernt, dass ich dachte, das ist eine große Art von Feinstofflichkeit, die man trifft.

00:59:17: Ich habe Sammler getroffen, die mir auch die Nerven gegen muss ich sagen, aber ich habe auch Menschen kennengelernt, die mich so abgeholt haben, die so zu Ende gedacht haben und die eben kunst.

00:59:26: brauchen, damit sie durch ihr Leben kommen, weil sie visualisiert sehen, was selber in ihnen brennt und wo sie keine andere Chance hat, sie mit zum Ausdruck zu bringen.

00:59:34: Und wenn du dann, finde ich, frei bist und wie du auch, dass du dann sprichst über andere Male mit so einem Respekt, das finde ich immer toll.

00:59:41: Das wollte ich dir immer mal sagen, das bin wirklich abgeholt, weil du das so ... Weil es wäre ja verrückt, wenn wir jetzt mal ein Adrien Genie oder so was nehmen würden, dann wäre es doch völlig infarmen.

00:59:51: Ich

00:59:51: habe gerade, ich bin erschüttert in der Tankstelle.

00:59:55: Also da weißt du auch, was passiert.

00:59:57: Und ich meine, das ist so, man kann sich nicht verschließen von dem Talent der anderen, weil die was anderes tun.

01:00:03: Und trotzdem finde ich, ist die eigene Arbeit hatte durch immer noch relevant.

01:00:06: Siehst du das auch so?

01:00:07: Ja,

01:00:08: ich bin ja nicht so ein Autokrat, der irgendwie auf irgendwo rum sitzt und rumschreit, sondern das Gegenteil.

01:00:13: Also ich glaube ja, so wie ich gerne Künstler sein möchte, es empfindlich sein und nach draußen gucken und was mitkriegen.

01:00:21: Nicht nur von der Welt, sondern auch von dem, was die anderen Künstler machen.

01:00:24: Und da, ich freue mich, wie im Kleines Kind, wenn ich da Sachen sehe, die die ich fantastisch gelungen finde, die zu mir sprechen, die mich berühren.

01:00:35: Ich liebe Kunst, sonst würde ich es doch nicht machen wollen.

01:00:37: Ich verstehe auch das Gegenteil, ehrlich gesagt, gar nicht.

01:00:39: Aber manche haben das schon, ich muss sagen, man lebt man ja auch durch andere Künstlerlebnem, dann auch wieder der neue Feld von Technik.

01:00:46: Zum Beispiel hatte ich Juli Meritut, das sind das tolle

01:00:48: Künstlerinnen.

01:00:49: Da muss ich dir sagen, da war ich ... Der Vater meiner Redakteurin hier hat gesagt, Gido, du kannst es nicht anschauen.

01:00:55: Ohne, du geh da bitte nicht hier so schnell.

01:00:57: Du musst den Film sehen.

01:00:58: Du musst dich hinsetzen und den Film gucken.

01:01:00: Das mach ich selten eigentlich, wenn ich ehrlich bin.

01:01:01: Ich gucke mal Ausstellung an und bin dann umgehend in den Räumen und... Das mache ich wirklich selten, weil ich oft auch schon weiß, was der Phase ist und dachte, geh du, sei nicht doof, hör mal auf Melis Vater, ich da rein.

01:01:11: Habe ich da gesessen, zu Training gerührt.

01:01:13: Und das hat mir so, und das glaube ich auch, was auch vielleicht jetzt für alle, die sagen, was reden der die ganze Zeit, wir reden über ein menschliches Gefühl.

01:01:20: Und wenn du Kunst verstehen willst und irgendwie verstehen willst, was das ist und Zugang findest, du musst gucken.

01:01:25: Das ist wie ein Training.

01:01:26: Du musst dir Sachen anschauen.

01:01:27: Und je mehr du siehst und je länger du schaust, habe ich das Gefühl.

01:01:30: Und je länger man Dinge zulässt, die Chance zu geben, dass sie dich berühren, dass so leichter wird das eigene sein, sag ich jetzt mal, dass ich irgendwie denke, die schönsten Punkte meines Lebens, also Erkenntnisse, also über mein eigenes Dasein oder meine eigene Kreativität, habe ich bekommen durch die Begeisterung für das Talente andern.

01:01:51: Und das ist irgendwie, das muss ich kann ich jetzt heute mal mit sechzig sagen, dass ich dachte, okay, du, was bin ich froh?

01:01:56: dass ich so früh geguckt habe.

01:01:58: Und die Chance, man hatte mir was zu schnappen auch.

01:02:01: Und dass ich einen Mann an der Seite habe, der das irgendwie genauso lebt.

01:02:04: Und dass man irgendwie spürt, was das für eine wichtige Aufgabe ist, glaube ich.

01:02:08: Bildende Künstler zu fördern, wenn eine Gesellschaft das nicht mehr tut und verbietet, dann bist du verloren.

01:02:12: Da bin ich mir ganz sicher.

01:02:13: Ja,

01:02:14: bei Kunst regen sich, gibt es ja immer so viele Meinungen und es regen sich so viele Leute auf.

01:02:18: Scheiße,

01:02:18: ist eigentlich... Selbst,

01:02:19: selbst wenn du Fußball nimmst, ja, also auch Fußball, du musst ein bisschen was von dem Spiel verstehen, wie du dann am Stammtisch mitreden kannst.

01:02:27: Und ich glaube, so ein bisschen was bei Kunst hilft auch, wenn du dich ein bisschen mit... ein paar Sachen beschäftigst.

01:02:32: Also wo ist denn das Tor und warum rennen die alle hinter dem Ball hinterher und so?

01:02:36: Denk man dann.

01:02:37: Und

01:02:37: ich glaub immer... Weißt du, wir leben in einer Gesellschaft.

01:02:40: Es gibt so viel verrücktes Zeug, aber das verrückte Zeug fällt gar nicht auf.

01:02:44: Oder alle nehmen das so hin.

01:02:45: Und bei Kunst ist es halt sichtbar.

01:02:47: Und eigentlich ist es aber dann wie ein Spiegel auch für die Gesellschaft, ist gar nicht so, dass das verrückter ist, als was jetzt die Leute im Silicon Valley machen, ehrlich gesagt.

01:02:54: Das sind die Verrückten, die Künstler sind, glaub ich, die total vernünftigen Typen.

01:02:59: Es gibt

01:03:00: schon ein paar abgedreht,

01:03:01: aber

01:03:01: ich hab auch Sachen gesehen, wo ich dachte, das ist vielleicht auch, was es braucht, dass man sich traut.

01:03:06: Und das ist auch, wenn wir zu deiner Kunst zurückkommen, würde ich sagen, du traust dich was auch, weil du eine Welt baust, die eine Direktor hat, wo man einsteigen kann.

01:03:17: Da kannst du einsteigen und das nimmt dir.

01:03:19: Ich habe mal einen Jungen, den ich erlebte.

01:03:21: Deswegen komme ich drauf bei einer Ausstellung.

01:03:23: Das war in der Königgalerie.

01:03:25: Und ein Junge, vor allem Arbeit von dir.

01:03:26: Und dann guckt er mich so an.

01:03:28: Und dann hat er zu mir gesagt, Gido, macht es eigentlich Spaß, wenn man schwul ist.

01:03:33: Hat er zu mir gesagt, vor deiner Arbeit.

01:03:35: Und ich habe gesagt, ja, sag ich, das macht wirklich Spaß.

01:03:38: Und ich hab gesagt, und du?

01:03:40: Das sagt er.

01:03:41: Und das fand ich so berührend, ehrlich, weil der da stand und der spürte, dass das irgendwie auf was mit seinem Leben zu tun haben könnte.

01:03:47: Irgendwie so eine Begeisterung für irgendwas, so eine Tür, die da aufgeht.

01:03:51: Und das ist ja eben auch das, was Kunstkenne oft unterschätzt wird.

01:03:55: Was ja viele Leute gar nicht mitbekommen, wie wichtig das ist, was man da zwischenmenschlich erleben kann und so.

01:04:00: Ja, so emotional, was transportieren, was Worte ja oft auch gar nicht so richtig können.

01:04:05: Ja, absolut.

01:04:07: Die Zeit davon rennt.

01:04:08: Was wollte ich mit dir alles besprechen?

01:04:11: Weil ich wollte eigentlich noch unbedingt wissen, ob es da Träume von dir gibt, wo du sagst, gibt es Plätze, Orte, wo du denkst, das würdest du gerne machen oder... Du hast ja in jedem Kontinent, da würde ich jetzt mal sagen, glaub ich, ausgestellt.

01:04:22: Ich hab in vielen dich auch gesehen.

01:04:24: Ich hab dich mal in Asien gesehen.

01:04:26: Ich hab dich in New York gesehen.

01:04:27: Ich hab dich in so vielen Stellen... Es gibt zwei Künstler, die ich immer wieder... Ich glaube, ich hab weise immer wieder getroffen.

01:04:33: Das war früher Rebecca Horn.

01:04:35: Egal wo ich war, war schon Rebecca Horn da.

01:04:37: Und ich hab mir das immer wieder angeguckt.

01:04:38: Und bei dir war das auch so.

01:04:40: Also okay, es gibt noch zwei andere, du würdest es auch mal mal passieren.

01:04:42: Aber bei dir ist es auch so, du bist ja wirklich auch präsent und machst ja wirklich viel.

01:04:46: Ja,

01:04:47: es gibt so viele Orte.

01:04:49: Ich hab ein großes Herz für die südliche Hemmisfere.

01:04:55: Warum?

01:04:56: Weil dann, wenn das Wetter hier

01:04:57: richtig doof

01:04:58: ist, also hier Winter ist und ich mag, ich muss in meinem Leben nie wieder Schnee sehen.

01:05:03: Also Schnee und Kälte interessiert mich gar nicht.

01:05:06: Aber immer dann ist es da sozusagen südlich von Equator.

01:05:09: ist das Licht an, die Sonne scheint, die Menschen sind am Leben.

01:05:13: Und das ist so das, wo es mich immer wieder hinzieht.

01:05:16: Das heißt, ich habe viel Zeit im Brasilien, Südamerika verbracht.

01:05:19: Südamerika finde ich toll, aber eben auch Südostasien, da gibt es fantastische Ort.

01:05:24: Ich muss ehrlich, also, es, wir können es... Warum

01:05:27: Berlin dann?

01:05:28: Unbedingt

01:05:28: nach Tokio, ehrlich gesagt, demnächst und... Ich würde sehr gerne mal nach Taiwan sozusagen.

01:05:36: Also es gibt so viele Orte, die... Wir

01:05:38: sind ja auch so kunstaffin, dass wir mal sagen, was da in Asien los ist.

01:05:41: Die erleben ja, das ist wirklich was.

01:05:43: Die erleben ihre eigene Kunst.

01:05:44: Gott sei Dank auch jetzt endlich, dass die ihre eigene Erinnerung haben an sich selbst.

01:05:48: Die haben ja großartige Künstler.

01:05:49: Aber wie die auch offen sind, was da passiert, das ist schon, also ich bin immer wieder erstaunt, was da los ist.

01:05:55: Aber ja,

01:05:55: das sind ja ganz tolle Gesellschaften, die sich in einem riesen Tempo mit riesigen Sprüngen nach vorne bewegen, mit ganz vielen Menschen, die ganz viel wollen und ganz viel Energie haben.

01:06:07: Also das ist ja, ich glaube, das Perspektive Deutschland ist oft so so ein bisschen gedimmt auch, was das Energie-Level betrifft.

01:06:18: Und dann zu sagen.

01:06:19: Leute, Dinge verändern sich.

01:06:20: Sie verändern sich permanent.

01:06:21: Sie verändern sich ganz schnell.

01:06:23: Lass uns mal dahin und mal gucken.

01:06:25: Aber

01:06:25: warum machst du dann den neuen Atelier in Berlin mit Alexanderplatz?

01:06:29: Hast du nie überlegt, den Hauptplatz irgendwo in die Sonne zu verlegen?

01:06:32: Oder ist das Berlin?

01:06:35: Ist das, weil das zu Hause ist und weil du da so... Berlin

01:06:37: ist eine krasse Stadt.

01:06:38: Berlin hat ganz viele unangenehme Seiten, aber es ist eine Stadt, die dir immer beibringt.

01:06:44: Hey, du bist hier.

01:06:47: Ja, ist mir doch real, wer du bist.

01:06:50: Mach doch mal hier so.

01:06:51: Das heißt, die hat so ein Niveau von, die hat kein Respekt.

01:06:56: Das find ich ganz toll an der Berliner Gesellschaft.

01:06:59: Das ist auch speziell, das ist, glaub ich, in anderen Städten in Deutschland schon anders.

01:07:06: Ich krieg viel von der Gesellschaft und von der Gegenwart mit.

01:07:10: Einfach, wenn ich in der U-Bahn sitze oder durch den Friedrichshain oder dann jetzt durch Mitte laufe.

01:07:15: Ich krieg was mit von der Gegenwart.

01:07:17: Das wäre an anderen Orten der Welt nicht so.

01:07:19: Da könnte ich mich so abkapseln.

01:07:22: Das schätze ich an Berlin.

01:07:22: Und dann habe ich natürlich viele Freunde und Galerie.

01:07:26: Er ist der Schipper, mit der ich zusammen arbeite.

01:07:28: Also alle in Berlin.

01:07:30: Also das heißt sozusagen, auf der einen Seite so ein professionelles Umfeld, meine Freunde und aber auch ständig dieser Reality-Check.

01:07:36: Es gibt ja diese tolle Geschichte von den römischen Kaisern, dass immer jemand nebenher lief und memento mori rief und gesagt hat, denke daran, wenn du da so auf deinem Pferd sitzt, du wirst sterben.

01:07:47: Und ich finde, das macht Berlin die ganze Zeit.

01:07:50: Und die sagen, denke daran, du wirst sterben, nutze deine Zeiten.

01:07:54: Das liebe ich an der Stadt.

01:07:56: Aber ich muss auch immer wieder weg.

01:07:57: Also ich kann da nicht das ganze... Ich kann nicht...

01:07:59: Ich weiß nur, als wir...

01:08:00: ...am Stück die ganze Zeit da waren.

01:08:01: Als wir überlegt

01:08:02: haben, um in die Wasserpläne zu gehen, ist der Frank, der so... Vorsicht, die gar netter Holländer.

01:08:06: Und dann hat er sich überlegt, der kann den Berlin-Gut, der auch mal kurz studiert, aber er wollte die Stadt nochmal anders.

01:08:10: Weil ich arbeiten muss und sage, ich fange, fahr doch mit dem hunderteer Bus, sag ich, dann lernst du auch mal die Strecken kennen, fährt er durch ganz Berlin.

01:08:16: Der Frank da rein, hat dann sich ein Ticket gekauft und war dann sich nicht sicher, ob das gilt.

01:08:22: Und dann ist der zu diesem Bus vergangen... Direkt vom KDW gesagt, guten Tag, ich wollte mal fragen, ist das Ticket ausreichend für, dass ich die ganze Tour mit ihnen mache und einmal durch die Stadt hat, das

01:08:32: ist mir doch eine Chance, wenn ich einen Ticket habe,

01:08:34: wenn ich mal hin oder wenn der Frank so erschüttert, weil der gesagt, guck mal, da frag ich noch und da schaust er mich noch zusammen, aber das ist eben auch Berlin.

01:08:41: Ich glaube, das ist so eine Stadt, die ich ab irgendwann gemerkt, für mich hier so als kreativer Mensch auch.

01:08:46: Wow, für Mode war das schwierig.

01:08:48: Ich dachte so, jetzt ist für mich ein guter Moment, da wieder rauszuspringen.

01:08:51: Und ich glaube auch, ich lebe auch davon, dass ich immer wieder gehe.

01:08:53: Klar.

01:08:54: Aber

01:08:54: ich weiß, was ich bei dem Atelier war.

01:08:56: Das ist mir übrigens zum ersten Mal dein Atelier aufgefallen, dass ich dachte, oh Gott, das ist auch nicht gesund auf Dauer.

01:09:00: Kannst du dich erinnern?

01:09:01: Als ich bei dir war, hab ich da gesagt, Mensch, du musst mal durchlüften.

01:09:04: Da war ich auch so viel ölfarbe

01:09:06: und so viel derpentin, als ich dachte, wenn ich jetzt eine Zigarette anmarre, dann fliegt das Ding in die Luft.

01:09:10: Das war, als ich da reinkam, hab ich gedacht, oh Gott, das ist aber auch das Gesundeste.

01:09:13: So, wenn man da, das war schon die ganzen Fenster.

01:09:16: wenn ich Blick gehabt habe, auch.

01:09:17: Das war ja schön mit dem Innenhof, aber das war auch ziemlich warm.

01:09:21: Und da dachte ich so, der Norbert hätte aber auch gut Intoxikation.

01:09:24: Wenn du da schön auf Dauer jeden Tag in Teppentin, ist es gesund, ist es auch.

01:09:28: So Semi, würde ich sagen.

01:09:30: Ja, bei Tapentines ein Baumharz ist eigentlich ein sehr ökologisches Produkt, das dann von Pflanzen kommt.

01:09:36: Also so ungesund ist es gar nicht.

01:09:39: Nee, ich bin mir zuversichtlich, dass es noch lange geht.

01:09:41: Ich hoffe, dass du hundertundzwanzig, wie es mich wird, extrem vorn.

01:09:44: Ich bin mir sicher, genau.

01:09:45: Aber jetzt ist die Zeitrennt davon.

01:09:47: Ich muss es jetzt schon sagen.

01:09:47: Also, Make-A-Wish, das ist mein letztes Einheit sozusagen.

01:09:52: Jetzt kannst du dich ganz persönlich was wünschen für die Welt.

01:09:55: Du bist auch jemand, der sich für die Welt was wünscht.

01:09:57: Aber wenn du ihn wohnst, hättest du jetzt.

01:10:03: Und warum anders?

01:10:04: Wir fangen bei so einem an.

01:10:05: Ich mach bei dir doppelt.

01:10:06: Du hättest jetzt, komm, wir machen drei.

01:10:08: Das ist ein Spiel, was ich mit Frank immer mache.

01:10:09: Wenn wir sagen, es gibt drei Künstler, von denen du jetzt freie Wahl was bekommst.

01:10:14: Wir wären die drei Künstler.

01:10:15: Das ist das Gesetz, würde ich sagen, oder?

01:10:18: Willim de Kooning.

01:10:19: Ah, Frank.

01:10:19: Ja, Cecily Brown, da war ich schon zweimal kurz davor.

01:10:26: Und gerne das nächste Bild von Nicole Eisenman.

01:10:28: Nicole Eisenman.

01:10:29: Ja, Nicole Eisenman.

01:10:30: Die finde ich voll künstlerin.

01:10:31: Da muss

01:10:31: man sagen, eine Französin, die in Amerika ... in

01:10:34: New York lebt, genau.

01:10:36: Ich hab genau schnell gesehen.

01:10:38: Sehr frech und frei.

01:10:40: Und ja ...

01:10:43: Die hat was, was ich finde.

01:10:44: Ich hatte das eh nicht mal, als ich es erst mal gesehen hab.

01:10:48: Ich weiß nicht, warum mich das immer so ein bisschen an.

01:10:50: Ich weiß nicht, woher das Kompass auch quatscht.

01:10:52: Aber diese Person, die Leute, die die malt, wie die malt und so, ist das anders.

01:10:57: Aber da hab ich so auch so eine, oh, sieht man sofort den Messer nach, die denn da, ne?

01:11:01: Okay, jetzt zurück zum Wunsch noch.

01:11:03: Wunsch,

01:11:04: Make-A-Wish.

01:11:05: Ach, ich finde ja Wünsche, ich würde mir gerne was wünschen, was zwar extrem unwahrscheinlich, aber trotzdem nicht.

01:11:13: nicht komplett unrealistisch ist, ehrlich gesagt.

01:11:16: Also ich würde mir wünschen, dass so wir alle in Europa uns hinter die Ukraine stellen.

01:11:23: Warum kommt ja jetzt mit so was politischem?

01:11:25: Es gibt ja die Bemerkung von Reich Ranicki, wenn sie was besonders Dummes hören wollen, dann fragen sie einen Künstler nach seiner Meinung, seiner politischen Meinung.

01:11:35: Warum aber das mit der Spaßbeiseite, warum mit der Ukraine?

01:11:38: Weil ich glaube, dass ganz viele Probleme, die wir jetzt gerade haben, damit zu tun haben.

01:11:42: Also wenn die Europäer das irgendwie, wenn wir es alle schaffen, dass dieser furchtbare Krieg da zu Ende geht, dann müssen wir nicht mehr.

01:11:50: die ganz viel Kohle in die Rüstung stecken, dann haben wir wieder irgendwie Geld für Schulen, Infrastruktur, was, glaube ich, in allen unseren Ländern gebraucht wird.

01:11:58: Die Energiekosten sind nicht mehr so hoch.

01:12:01: Die so viele Probleme lösen sich auf Einschlafen.

01:12:03: Und ich glaube, ich habe so viele Freunde auch in Kiev und tolle Organisationen, die in Berlin der Ukraine helfen.

01:12:10: Und ich glaube wirklich auch, dass die so ein bisschen die westliche Art des Lebens... verteidigen.

01:12:16: und ich bin ja im Osten groß geworden, also eigentlich so in diesem Sowjet-Imperium und deshalb bin ich nochmal besonders empfindlich darauf, wenn jemand da wieder zurück will und ich will da auf keinen Fall zurück und ich glaube viele Menschen auch nicht und deshalb würde ich mir wünschen, dass dieser furchtbare Krieg, der direkt vor unserer Tür ja ist, eineinhalb

01:12:34: Flugstunden

01:12:36: aufhört und dann geht es uns, würde es uns allen schon mal sehr viel besser gehen.

01:12:40: So ist es, das wird der beste Wicht.

01:12:43: Norbert, ich sage dir vielen, vielen Dank, wir hätten es noch Stunden machen können.

01:12:45: Aber alles hat dann Ende.

01:12:47: Ich danke euch von Herzen.

01:12:48: Ich hoffe, ihr habt ein bisschen Gefühl bekommen für diesen großartigen Mal.

01:12:51: Aber ich würde mich auch freuen, wenn ihr denkt, ach komm, vielleicht ist es auch Teil meines Lebens, dass man mal schaut.

01:12:57: Und ich begeister für das der lente andere Malerei und auch Kunst in jedweder Form, glaube ich, ein großes Geschenk.

01:13:04: Und ich hoffe, ihr habt es genossen.

01:13:06: Also nächste Woche geht es natürlich weiter mit Feinstoff.

01:13:08: Ich wünsche euch alles Liebe und Gute und sage nochmal Dankeschön, lieber Norbert.

01:13:12: Gido, vielen Dank, dass ich hier sein durfte.

01:13:14: Ich freue mich sehr.

01:13:14: Danke schön.

01:13:34: Meine lieben, mich weiß es sehr genau.

01:13:36: Besonders gut geht es nur in der Gruppe.

01:13:38: Deshalb habe ich das feinstofflichste Team an meiner Seite, bestehend aus Konstantin Entertainment und neben mir Executive Producer Otto Steiner.

01:13:46: Und für die Creative Production und Redaktion meinen Dreamteam Clara Binke und Max Schröder.

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