Manuela Freitag - Domina auf der Herbertstraße

Shownotes

Hauptsache der Rubel rollt. Das war lange Manuela Freitags oberste Prämisse. Seit 30 Jahren ist sie Domina auf der legendären Herbertstraße. Schon im letzten Jahr berichtete eine dreiteilige Doku über ihr aufregendes Leben. Bei feinstoff spricht sie heute mit Guido über die immerwährende Sehnsucht nach Geborgenheit, ihre Rolle als Mutter, über Freier und Suchterfahrungen und über ein Leben, in dem das Geld genauso schnell reinkommt, wie es sich verflüchtigt. Ihr Lieben, freut euch auf Manuela Freitag!

*Triggerwarnung: Ihr Lieben, diese Folge enthält Beschreibungen von Gewalt und Suchterfahrungen. Passt beim Hören also bitte auf euch auf!

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Transkript anzeigen

00:00:00: Ich glaub, ich wollte mal dreizehn schon achtzehn sein.

00:00:03: Und er dachte, das dauert noch so lange alles.

00:00:06: Ja, und hab mir versucht, immer durch Hintertüren doch alles zu machen, was eine achtzehnjährige erst machen kann.

00:00:12: Also sprich, dass ich im Bars gearbeitet hab.

00:00:14: Also das hab ich wohl nicht grad mit zwölf gemacht.

00:00:16: Aber das fing dann auch zügig an.

00:00:18: Und am Steintor hab ich dann gesehen, dass die Mädels in Nebenstraßen in Autos eingestiegen sind und sich damit Geld verdient haben.

00:00:26: Doch die sagen, was die können, kann ich auch.

00:00:28: Ich versuche mich nicht, in einem Gast reinzuversetzen.

00:00:31: Ich mache das im Prinzip so, wie mein Gefühl das sagt.

00:00:35: Und das, finde ich, ist eine Kunst, den Menschen auf gewisse Art und Weise, ohne viel Worte irgendwas zu geben, was er vermisst.

00:00:42: Und wenn das passt, passt es.

00:00:44: Ich mein, jeder kann ja irgendwie peitschen.

00:00:46: Jeder kann ja irgendwie mit dem Rohrstock.

00:00:48: Jeder kann Nippelspiele machen.

00:00:50: Das kann ja jeder machen.

00:00:51: Aber wo kommt es so rüber, dass man sagt, ich muss das von dieser Person noch mal erleben?

00:00:58: Deswegen habe ich mich eigentlich in der Prostitution auf Wohlgefühlt mit Kolleginnen, weil wir haben auf viel gelacht zusammen.

00:01:03: Wir haben uns ja auch viel ausgetauscht über Sachen, die wir erlebt haben.

00:01:07: Und das ist ja eigentlich eine schöne Sache.

00:01:09: Da fühlt man sich heimisch, wenn man erzählt, man lacht zusammen, man ist zusammen, man verdient zusammen Geld.

00:01:16: Das sind ja alles Glücksmomente.

00:01:23: Ich bin sehr glücklich.

00:01:24: Heute eine Frau Hilzer haben die sehr genau weiß, wie Leben funktioniert, die die Königin vielleicht ist und die älteste Prostituierte der Herbertstraße.

00:01:33: Sie sitzt in einem Fenster und man denkt, sie sitzt in der Auslage, aber da schaut eine Frau zurück, die sehr genau weiß, was da vorbeispaziert.

00:01:41: Wir haben gesprochen über das Leben, über all die Momente, die passieren zwischen dem Hin und dem Her, aber eben auch über all die schönen Momente, die so ein aufregendes Leben eben auch hat.

00:01:50: Ich freue mich heute auf Manuela Freitag.

00:01:55: Meine Lieben, ich sage herzlich willkommen zu Feinstoff.

00:01:57: Ich freue mich, dass ihr da seid.

00:01:58: Ich freue mich noch mehr, dass wir heute eine sehr schöne Zeit haben werden.

00:02:02: Und ich bin sehr, sehr glücklich.

00:02:03: Denn heute habe ich eine Frau hier, auf die ich mich so extrem gefreut habe.

00:02:07: Ich kannte sie gar nicht.

00:02:08: Ich habe sie erlebt in einer Reportage und habe das Abend spät nach dem Drehen.

00:02:13: Guck, die Mamba noch so ein bisschen.

00:02:14: was läuft in der Welt.

00:02:15: Die Grieche auch nicht so viel mitmachen.

00:02:16: Und dann habe ich so geschaut und dann sah ich so eine Reportage.

00:02:18: Und dann habe ich mir das angeschaut und ich habe mir fast die Nacht um die Ohren geschlagen, weil ich alle drei Teile, es sind drei Teile gewesen, alles gesehen habe.

00:02:26: Und dann hatte ich so ein warmes Gefühl und habe sofort gedacht, der schreibe, ich habe sie sofort geguckt, wo könnte die sein?

00:02:31: Habe ich auch sofort geschrieben.

00:02:32: hab ich das immer schon gemacht, wenn man irgendwas begeistert erlebt.

00:02:36: Und diese tolle Frau, um die es geht, ist heute hier, und ich freu mich, meine Ehler, Freitag ist da.

00:02:40: Herzlich willkommen hier, meine Ehler.

00:02:43: Hi.

00:02:43: Hi.

00:02:43: Und noch einmal zu dem, was du gesehen hast und mich angeschrieben hast.

00:02:47: Ich hatte das eigentlich gar nicht auf dem Zettel, Gido Kretschmer, ach, dachte ich, ist wohl wieder irgendein Fake oder so.

00:02:52: Und dann irgendwann bin ich wieder drauf, dachte ich, das ist der ja wirklich.

00:02:57: Das hat mich sehr gefreut, ja.

00:02:59: Mich auch.

00:02:59: Und ich glaube, es ging gar nicht, glaube ich, nur darum, dass, was ich da gesehen habe, weil ich ja oft ja Menschen sehe, die Fernsehen irgendwas tun, aber das hat mich abgeholt.

00:03:07: Und ich habe, es hat mich extrem angerührt auch, weil ich mich selber, wo ich ein ganz anderes Leben hatte, an meins erinnert hat, weil ich viele Momente da drin hatte, die ich auch kenne, die ich ... die ich gespürt habe, obwohl ich behütet war, kannte ich das Gefühl auch zwischendurch, dass man allein ist und dass man denkt, wenn man eine große Sehnsucht nach irgendwas hat, das kannte ich.

00:03:29: Dann spürte ich, da war auch diese große Sehnsucht nach Liebe und das hat mich so abgeholt.

00:03:35: Und weil ich mich auch ein bisschen in der Welt auskenne, dadurch, dass ich auch vielen Frauen, das muss sagen, es geht aus dem Milieu auch, kannte und immer noch zu Freundinnen auch habe, das waren meine ersten wichtigen Kundinnen, mit denen ich immer eine gute Zeit hatte.

00:03:49: Und ich habe Zum Ende noch gedacht, es ist etwas, was so tief menschlich auch ist und was Teil unseres Lebens ist.

00:03:57: Und deswegen dachte ich, ich fühle die unbedingt, dass die Manuela Zwimmel kommt.

00:04:01: Und da freu ich mich um so mehr.

00:04:02: Genau, ich sitze hier.

00:04:03: Bleib mal kurz anfangen, wenn Leute auch wissen, wer du bist.

00:04:05: Du bist Manuela Freitag.

00:04:06: Kannst du selber

00:04:07: vorstellen?

00:04:07: Manuela Freitag aus der Herbertstraße und seit ca.

00:04:10: dreißig Jahren Domina.

00:04:12: Und du bist die Dienstälteste?

00:04:15: Ja, mittlerweile bin ich leider die Dienstälteste.

00:04:18: Leider.

00:04:19: Ja, man kann echt leider sagen, es gibt dann doch noch paar, die die Reifenmedels oder Frauen mögen.

00:04:26: Und ja, ich bin die Dienstälteste da.

00:04:28: Ich glaube schon, ja.

00:04:30: Du musst mal sagen, alle, die wissen, was das ist, das ist im Grunde, eigentlich ist die Herbertstraße, finde ich, was Unglaubliches in der Welt, weil wo gibt es das?

00:04:37: In einer Stadt wie Hamburg, dass es eine Straße gibt, wo ein Zaun oder ein Bretterzaun ist das ja ein bisschen.

00:04:43: Man

00:04:43: kann rein.

00:04:44: Aber es ist ein Freiraum.

00:04:46: Da gibt es überhaupt eine andere Straße in Deutschland, wo Frauen übernommen haben.

00:04:50: Ich glaube nicht, das gibt es

00:04:51: gar nicht.

00:04:51: Nein, das ist ja damals Kriegzeiten.

00:04:53: Danach wurden irgendwie die Sichtblenden davor gemacht, weil die Prostituierten nicht zu sehen sein sollten.

00:05:00: Das fanden die anruhig.

00:05:02: Weil alle durchmarschieren natürlich.

00:05:03: Genau, jetzt marschieren sie durch.

00:05:05: Obwohl, wenn man Holland guckt, da ist es öffentlich.

00:05:08: Da kann jedes Auto lang fahren, da können Familien lang gehen.

00:05:11: Nur bei uns ist es mit Sichtblenden.

00:05:13: Und

00:05:14: ich muss sagen, ich hab das, wo du gerade Holland sagst, ich hab das zum ersten Mal in Holland erlebt, gesehen.

00:05:18: Da war ich ganz

00:05:19: jung.

00:05:19: Da war ich noch nie.

00:05:20: Ah, das gibt's ja nicht.

00:05:20: Da war ich wirklich ganz jung, bin ich dahin mit einem Freund.

00:05:24: Ich bin ja großgewordener Nähe von der holländischen Grenze.

00:05:26: Da ist gar nicht so weit und hieß, jetzt kommen wir fahren nach Holland, wer anhalter dahin.

00:05:31: Und dann das erste, was ich nachts am Samstag gesehen habe, war diese Rotlichtstraße da.

00:05:34: Und dann sitzen die ja richtig, das ist schön, sitzen an den Krachten, sah ich so aufregende Frauen, saßen da mutig im Fenster.

00:05:42: Da weiß ich noch, dass so eine Frau sich da so aufregt und sagt, wir können ja nie im Fenster sitzen.

00:05:46: Und ich dachte, eine große Offenheit gibt es ja fast gar nicht.

00:05:49: Da musst du auch eine starke mutige Frau sein, weil sonst setzt du dich da nicht rein.

00:05:52: Das würdest du auch sagen, dass das so ist?

00:05:54: Naja, das würde ich jetzt nicht so sagen, weil im Endeffekt vernehmen wir da unser Geld.

00:05:59: Und es ist sogar eigentlich für uns besser anonymer zu arbeiten.

00:06:02: Weil viele mögen nicht vor die Kamera kommen, mögen nicht stehen, nicht offiziell dazu.

00:06:08: Ich hab mich halt dazu entschlossen, irgendwann damit nicht so auf Geheimnistuerei.

00:06:13: Das mag ich nicht.

00:06:14: Und hab dann irgendwie auch in meinem Bekanntenkreis angefangen zu sagen, was ich beruflich mach.

00:06:18: Und ich merke, es eckt an.

00:06:20: Also, man wird nie den Stand bekommen, den man haben möchte.

00:06:24: Es ist so.

00:06:25: Man wird immer die Nutte ... die prostituierte, man wird das immer sagen.

00:06:29: Aber trotzdem muss man ja mal sagen, weil ich, wie viel Sexualkontakte es am Tag in Deutschland allein gibt, die bezahlt werden, das sind ja nicht, da sind ja alle dabei, das muss man ja sagen, das ist ja nicht so, wie viele Kontakte, weißt du, wie viel das sind am Tag?

00:06:41: Ich hab mal das gesagt, achthundertausend hab ich mal gehört.

00:06:43: Kann mit Sicherheit sein.

00:06:45: Das

00:06:45: ist, wenn man das verteilt, auf ganz Deutschland kann man sagen, da ist gut was los.

00:06:49: Ja,

00:06:49: aber ein verheirateter Mann hat vielleicht eine Sanilie-Paberin und die bekommt dann auch nebenbei mal einen Schmuckteil oder ein Auto.

00:06:55: Ich mein, was ist das?

00:06:57: Du hast eine Ehe, Frau Verlester auch nicht dafür.

00:06:59: Das stimmt.

00:07:01: Und da können wir noch mal sprechen, glaube ich, auch mal die Aufgabe, die das für eine Gesellschaft hat.

00:07:05: Das ist ja auch ein Ventil für ganz viele Menschen, um zu sagen, jetzt gibt es da eine Möglichkeit, dass du was erlebst.

00:07:10: Das eine greift das andere, ne?

00:07:13: Jetzt ist

00:07:13: aber so eine Herbert-Straße, diese großartige Straße, muss man ja sagen, die ist ja wirklich kaum in, glaube ich, keinem anderen Platz, auch in Deutschland.

00:07:20: Bist du

00:07:20: überhaupt schon mal drin gewesen?

00:07:21: Ja,

00:07:22: ich hatte mal eine Kandidatin bei Shopping Queen, die da gearbeitet hat.

00:07:26: Und die haben mich eingeladen.

00:07:28: Da war ich, bin ich einmal durch.

00:07:29: Ich bin einmal durchmarschiert, war aber ein ganz kalter Tag so.

00:07:33: Nee, du frierst

00:07:34: ja schnell.

00:07:34: Ich frier schnell, mir schon merkt das.

00:07:36: Kannst auch bei zwanzig Grad schon kalt sein.

00:07:39: Hab

00:07:39: oben dann so einmal durchgeguckt.

00:07:40: Aber ich muss unbedingt noch meinen Ruhe machen, mir fest vorgenommen.

00:07:43: Weil ich hatte mehrmals schon auch Mädels, die bei mir auch in der Sendung waren, die das eigentlich auch nie gesagt haben, die machen das alles auch in meinem Magazin.

00:07:49: Ja, ich glaube, ich hab schon so einen, zwei, wo ich dachte, na?

00:07:53: Die sind nicht das, was da jetzt gerade gesagt wird.

00:07:56: Aber ich find das schön.

00:07:57: Ich mag ja auch, dass einfach alle Menschen stattfinden.

00:07:59: Aber man muss ja sagen, man fängt ja nicht an mit Prostitution und geht gleich in die Herbertstraße.

00:08:03: Das ist

00:08:03: ja auch ein Entwicklung, das ist ja sozusagen... Naja, nie.

00:08:06: Früher war es wirklich so, da saß die Appa-Klaas in der Herbertstraße und man musste sich anmelden.

00:08:13: tatsächlich, wenn man da arbeiten wollte.

00:08:14: Begrenzte

00:08:15: Plätze, wie viele

00:08:15: Plätze gibt's da?

00:08:16: Genau, und das ist schwer zu sagen, weil wir jetzt auch etliche Häuser haben, die dicht gemacht.

00:08:22: und die dich gemacht haben.

00:08:24: Und es sind wenige Frauen nur noch da.

00:08:27: Also nicht mehr so viel, wie es vor zehn Jahren waren.

00:08:30: Ach, es

00:08:30: ist echt weniger geworden?

00:08:31: Ja,

00:08:31: es ist viel, viel weniger geworden, leider Gottes.

00:08:33: Warum?

00:08:34: Weil

00:08:34: jetzt mehr Frauen auch so arbeiten, dass sie gar nicht mehr einen Platz brauchen, wo sie dann ... Also,

00:08:37: wenn ich das wüsste oder wenn wir das wüssten, dann könnten wir dagegen angehen.

00:08:41: Ich glaub, dass da ganz viele Sachen eine Rolle spielen, warum das weniger geworden ist, sei es an Verdienstmöglichkeiten oder an Zulauf.

00:08:49: Ich weiß es nicht.

00:08:51: Manche sagen auch durch Corona, ich weiß es nicht, was hat, ich will jetzt mal ganz direkt drehen, was hat die Geilheit, mit Corona zu tun?

00:08:58: Also die Mäller sind ja immer noch irgendwo scharf, ne?

00:09:01: Das wurde ja nicht mit Corona weggeimpft.

00:09:06: Und weggeimpft, ja.

00:09:07: Nee,

00:09:07: aber man muss ja trotzdem sagen, dass ich glaube, dass sich auch, wie alles die Zeit sich auch verändert hat, es sind wirklich andere Zeiten.

00:09:13: Ich glaube, dass Corona in sofern was gemacht hat, dass dadurch eine neue Bewertung von ...

00:09:18: Ich glaube, dass viel Homesitting dadurch stattfindet,

00:09:21: dass

00:09:22: die Leute wirklich sagen, es ist auch mal ganz schön, zu Hause zu sein.

00:09:26: Es gab ja viele früher, die konnten einfach nicht zu Hause sein und sind auf die Reperbahn geflüchtet, nachts um zwei oder um drei.

00:09:34: Und durch Corona mussten sie ja lernen, in ihrer Wohnung zu bleiben.

00:09:38: Und ich denke, das spielt eine ganz große Rolle.

00:09:40: Und ich glaube auch, wenn es sonst auch der Wirtschaften, auch das Grundgefühl so ist, dass alle sagen, es läuft gerade nicht so gut, der Gütel muss enger geschnallt werden.

00:09:48: dann seid ihr natürlich genauso dran.

00:09:49: Ihr hängt ja an der Nahrungskette wie alle anderen auch.

00:09:51: Da bin ich ja genauso in der Klamotte.

00:09:53: Und jeder andere, der von Menschen eine Dienstleistung irgendwas braucht, das merkst du natürlich, dass man mal auch die Zeiten enger sind.

00:09:59: Oder gibt es immer noch so Phasen, wo man denkt, da läuft es auf jeden Fall, wenn die Leute im Frühjahr, hab ich das Gefühl, wenn es vielleicht ... Schwer

00:10:04: zu sagen.

00:10:04: Früher konnten wir sagen, so im Dezember, das ist jetzt der Mega-Monat, ist nicht mehr.

00:10:09: Also, ich habe noch nie so einen schlechten Dezember erlebt.

00:10:13: Also, das ist wirklich dann teilweise, ich fang ja morgens um zwei Uhr erst an.

00:10:17: Es ist teilweise so, dass ich da manchmal drei Stunden sitze und ich dann wirklich denke, du kannst ja hier jetzt nicht pennen.

00:10:24: Dann mache ich manchmal so.

00:10:25: Und dann mache ich wieder so.

00:10:27: Das geht nicht.

00:10:29: Und da kann nicht einer, nicht einer, dabei.

00:10:33: Weißt du?

00:10:34: Kannst du nicht noch was anderes machen?

00:10:36: Während du sitzt, machst du noch so irgendwie so ein Themenjob.

00:10:38: Könntest du so Heimarbeit?

00:10:41: Kannst du noch schnell?

00:10:41: Hausbraunarbeit noch dazu.

00:10:43: Neharbeit.

00:10:44: Du hast ein kleines.

00:10:46: Was hilft das nebenbei?

00:10:47: Aber stimmt man nicht.

00:10:48: Aber dann wird man ja auch müde.

00:10:49: Und wenn dann jemand kommt, musst du auch hier oben sein.

00:10:51: Es ist

00:10:51: anstrengend.

00:10:52: Ich habe eine ganz anstrengende Schicht.

00:10:54: Ich fange erst morgens, jetzt bin ich sehr diszipliniert wieder.

00:10:57: Es gab eine Zeit, da habe ich es irgendwie nicht geschafft.

00:11:00: Jetzt bin ich auch wieder Single.

00:11:02: Ich war ja in einer

00:11:03: Partnerschaft.

00:11:04: Ich hatte eine

00:11:04: Freundin.

00:11:05: Und das ist leider jetzt gerade vor einem Monat in die Hose gegangen.

00:11:09: Nö, ist nicht schlimm.

00:11:10: Ich bin ein freiheitsliebener Mensch.

00:11:12: Ich merke, wenn ich für mich allein verantwortlich bin, dass ich aktiver bin.

00:11:16: Also ich blockiere mich manchmal Beziehungen.

00:11:19: Ich kann das gar nicht so ... auf den Punkt bringen, was mich da blockiert.

00:11:23: Aber irgendwie bin ich dann nicht mehr so diszipliniert.

00:11:26: Wenn man zu Hause schön kuschelig mal denkt, auch jetzt essen, wenn was

00:11:29: fix ist.

00:11:29: Irgendwann hat keine Lust, arbeiten

00:11:30: zu gehen.

00:11:30: Du musst dich ja vorbereiten, du kannst ja nicht sagen, jetzt gehe ich mal schnell rüber, sondern du musst dich ja schminken, dann rein drücken

00:11:36: in das ganze Zeug.

00:11:36: Das ist das Schlimmste.

00:11:37: Und jeder ist ja auch nicht so schnell angezogen, bis man es alles anhat.

00:11:40: Ich

00:11:40: bin in zwei Minuten angezogen, also das geht.

00:11:43: Das dauert ja länger,

00:11:44: da muss der angewiesen sein.

00:11:46: Nee, das würde ich auch nicht machen.

00:11:47: Da wischen aus Zeitgründen, würde ich das Gummi ablehnen, würde ich sagen.

00:11:50: Das ist ja ewig.

00:11:51: Das klebt dann so zusammen.

00:11:52: Ja, das ist das Christian.

00:11:53: Nein, das geht nicht.

00:11:54: Jetzt

00:11:55: arbeite ich noch mehr.

00:11:56: Wir sind gleich schön dabei.

00:11:57: Aber jetzt ist es ja so, meinen schönen Feinstoff-Podcast, dass ich immer bitte, dass jemand was mitbringt.

00:12:02: Ein Kleidungsstück.

00:12:09: Und wer weiß besser, als du?

00:12:10: Das muss man ja mal sagen.

00:12:11: Wer weiß besser, als du was Kleidung kann, wie das helfen kann.

00:12:15: Das ist für viele Menschen im täglichen Leben schon ganz hübsch, finde ich.

00:12:18: Aber in deinem Job weißt du sehr genau, wenn du was anhast, was dann passiert.

00:12:22: Ich

00:12:22: habe ein ganz kleines Beispiel.

00:12:23: Ich bin zur Arbeit gekommen, nachts, das ist aber jetzt schon zwanzig Jahre her.

00:12:27: Und ich bin in meinen normalen Sachen gekommen und der Gast vom Haus hat mich gar nicht gesehen oder hat mich gesehen, hat mich aber nicht wahrgenommen.

00:12:34: Ich zieh mich um, er dreht sich um und sagt, wo kommst du denn?

00:12:38: Und da hab ich gerade an dir vorbei gegangen.

00:12:42: Kleider machen Leute.

00:12:43: Machen Leute oder machen Verpackung.

00:12:45: Und man muss auch sagen, unabhängig von der Klamotte, die man anzieht.

00:12:48: Ist das auch eine Message?

00:12:49: Das gibt dir auch eine Kraft.

00:12:50: Das ist auch ein Kostüm, wenn man bei einem zusammenhält.

00:12:53: Wenn du kommst ja auch in die Stimmung dann.

00:12:55: Das ist ja auch, du musst ja und das ist ja jetzt völlig...

00:12:57: Man merkt das gar nicht.

00:12:58: Man verwandelt sich.

00:12:59: Das ist eine gewisse Routine, die man dann irgendwann hat, wie du auch.

00:13:02: Und dann bin ich das auf einmal.

00:13:04: Hier bin ich.

00:13:05: Also, obwohl ich bin immer noch der gleiche Mensch, aber trotzdem...

00:13:08: Anders verpackt.

00:13:09: Anders verpackt.

00:13:09: Du brauchst

00:13:10: ein Vehikel, was dich trägt und dann glaube ich, und das ist... Da können wir gleich mal darüber reden, weil ich das gut kenne, weil ich, glaube ich, schon mal angedeutet, war ich meine ersten wirklich potenten Kundin, die ich hatte.

00:13:21: Das waren alles Mädchen aus dem Milieu.

00:13:23: Ich

00:13:24: habe

00:13:25: sogar, du wirst es nicht glauben, ich habe in der Kneipe gekellnet während der Studiums und da war so ein Mädchen, die kamen da rein, die kamen immer so in ein zweier, dreier Gruppe, die hatten immer Trinkgeld, die waren so süß, die mochten mich so gern, die waren niedlich, niedlich, niedlich.

00:13:37: und dann hat einem irgendwann erzählt, Ja, und so, ich bin ein bisschen pflastermöde und so.

00:13:41: Ich will was anderes bauen.

00:13:42: Ich hab gesagt, weißt du was?

00:13:43: Komm doch zu mir.

00:13:44: Ich hab ein... Ich habe Unternehmen gerade gegründet.

00:13:47: Ich sage, ich bin junger Designer, ich habe ein Unternehmen und ich brauche wirklich gerade jemanden.

00:13:51: Siehst du, so

00:13:51: sind die Zufälle, ne?

00:13:52: Halbtags

00:13:53: gearbeitet.

00:13:53: Halbtags ist die noch anschaffen gegangen und halbtags war die Evira bei mir und hat bei mir mein Büro geschmissen.

00:13:58: Ich sage dir, ich habe Jahre von ihr profitiert, weil keine Sodrahmen lieb bei den Produktionenstädten, die hat und die hat das geliebt, das mit mir so ein halbes, die hat nicht so viel Geld, ich konnte nicht so viel Geld bezahlen, aber da haben wir zusammen das am Anfang gemacht.

00:14:11: Das

00:14:11: war schön, ja.

00:14:12: Und ich

00:14:12: war, das war so ein tolles Mädchen.

00:14:14: Dann war es so, dass ich irgendwann, da haben so Freunde, die gesagt haben, ich habe eine gute Freundin von mir, das ist eine Dominar, die braucht unbedingt Klamotten.

00:14:21: Die hatten neun Kunden, die hatten immer so einen Nummer, ein C, drei, vier, drei hießen die und so, damit die ihren Namen nicht sagten.

00:14:26: Mussten die nur sagen, hier ist C-Twenty, wenn der zu spät war, kriegte direkt, so war das ja, wie ihm erzählt ist.

00:14:32: Und dann ... Hat die gesagt, Gido, ich hab hier einen Freier, der will unbedingt, der ist auf englische Erziehung, der wollte so eine Reitkostümchen.

00:14:40: Aber die hat geschmackt, die will unbedingt eine tolle Klamotte.

00:14:42: Ich hab gesagt, das mach ich.

00:14:44: Ich da rein, das Studio, das war ein Wohnblock, hat hier erst das Gefühl, ganz alles dunkel, ich da reinmarschiert.

00:14:50: Die haben uns direkt wahnsinnig verstanden, ich hab alles gemacht, umgebaut, alles Maße genommen, getan.

00:14:55: Ich daraus komme ich mit der Klamotte zurück am Nachmittag, klingelig.

00:14:59: steht ihm voll in Ordnung vor mir, dachte ich, was für eine aufregende Frau ich in die Küche.

00:15:03: Sagt sie, Gido, das passt bei gerade gar nichts.

00:15:04: Sagt sie, Scheiße, C-three-four-four ist da.

00:15:07: Sie meinte, ach, sacht sie, und ich wollte mit ihnen ruhen, die Anprobe.

00:15:09: Was macht ihr jetzt mit dem?

00:15:10: Komm, seid

00:15:11: sie.

00:15:11: Da stört die doch nicht, oder?

00:15:12: Da hat sie gesagt, komm, das war richtig ein heißer Tat.

00:15:14: Da hatte die den Alufuhl, der kam da rein.

00:15:17: Da hat sie eine Maske auf, der bin ich nicht gesehen.

00:15:19: Dann hat die den Alufolie eingepickelt.

00:15:22: Dann hat die den auf den heißen Balkon gesetzt.

00:15:24: Da konnte er sich hinlegen.

00:15:26: Dann hat die eine kleine Schüssel mit Maggi und Wasser.

00:15:29: Dann hat die gesagt und die einzigen Fesseln, die ich dir heute schenke, das sind die Augen der Nachbarn.

00:15:35: Da hat die die Tür zugemacht, dann sagt er.

00:15:37: Jetzt haben wir erst mal Ruhe.

00:15:38: Da dachte ich, was ist das für eine tolle Frau?

00:15:40: Und dann habe ich der Anprobe gemacht.

00:15:42: Das war so ein Peep-Mund.

00:15:43: Sie ist dann die enge Freundin von mir geworden.

00:15:45: Und ich hab dann immer Bar bezahlt.

00:15:46: Und da waren die anderen, kamen wir hoch, Gido.

00:15:48: Ich brauch noch was.

00:15:49: Und das waren wirklich meine guten

00:15:50: Kundinnen, weil die

00:15:52: immer Fuffi hatten, schon mal angezahlt, haben nun schon mal fünfzig.

00:15:55: Ich brauch

00:15:56: noch, und so hab ich

00:15:57: natürlich einen guten Zugang gehabt.

00:16:00: Aber jetzt zurück zu der Klamotte und deswegen freue ich mich umso mehr, dass du dein Teil mitgebracht hast.

00:16:05: Aber du hast mitgebracht?

00:16:06: Was mitgebracht, Manuel?

00:16:07: Ich

00:16:07: habe einen Umhang mitgebracht vor Jahren.

00:16:10: Das heißt, das war schon irgendwie vor den Zweitausendern.

00:16:14: Hatte mir ein Gast mal Geld gegeben und sagte, du hast Geburtstag, kauf dir doch was Schönes davon.

00:16:20: Und dann dachte ich, okay, mache ich ihm eine Freude und habe mir den Umhang anfertigen lassen.

00:16:24: Ja.

00:16:25: Selbst entworfen sozusagen, auch

00:16:26: schwarzen Leder?

00:16:27: Ja, natürlich selbst entworfen.

00:16:30: Aber das Resultat war natürlich dann, wo er fertig war.

00:16:33: Ich wusste ja nicht, wie der wird.

00:16:34: Ich hab gesagt, ich möchte so einen Kipp haben.

00:16:36: Und dann hat er das gemacht und ja, es fand ich gut.

00:16:39: Man würde sagen, dass dir das so viel bedeutet, weil das auch Teil deines Lebens seiner Geschichte ist.

00:16:43: Weil das ist ja eigentlich ungewöhnlich, muss man schon sagen, dass ein freier Weiß aus meinem Geburtstag hat, oder?

00:16:47: Erst mal der Gast, dass er mir das geschenkt hat.

00:16:51: Und zum zweiten begleitet der mich schon so in so vier Jahre.

00:16:55: Und den hast du auch noch im Einsatz?

00:16:57: Den hab ich im Einsatz, wenn da die Nachfrage da ist.

00:17:02: Da bin

00:17:02: ich den um und dann ist gut.

00:17:04: Komm, jetzt hängen wir den Baum.

00:17:05: Wir haben ja ein schönes Foto gemacht.

00:17:07: Sehr schön.

00:17:07: Guck mal hier vor dem Ast mit den ganzen Dingern.

00:17:10: Wo möchtest du hin?

00:17:10: Komm, wir hängen dich schön.

00:17:11: Du kannst dich selber reinhängen, wenn du möchtest.

00:17:13: Wenn ich dahin wurde, denkst

00:17:15: du, da

00:17:16: hängt ich gut in die Mitte.

00:17:17: Du hängst ins Fenster.

00:17:18: Du machst schön erst drei, genau.

00:17:20: Da, wo man nicht auch gut sieht, auf jeden Fall.

00:17:23: Aber man muss natürlich sagen, dass ... Alles im Leben, natürlich auch eine Geschichte.

00:17:27: Auch deine hat eine Geschichte.

00:17:28: Und ich habe es im Anfang schon gesagt, ich habe diese Reportage gesehen, eine wunderbare Reportage.

00:17:32: Die heißt Herbertstraße.

00:17:33: Und der Titel ist komplett Herbertstraße.

00:17:35: Das ist, glaube ich, noch ein Zusatztitel, das auch noch.

00:17:37: Herbertstraße-Geschichte

00:17:38: Anadomina, glaube ich.

00:17:39: Das lieben Anadomina.

00:17:42: Aber es

00:17:42: ist ein Dreiteiler, den die gemacht haben über dich.

00:17:45: der, ich finde, auch sehr schön gemacht worden ist, weil es tolle Schauspieler auch dabei ist, die haben dein Leben so halbdokumentarisch nachgestellt.

00:17:54: Und dadurch hatte man auch die Chance, dass man so den Anfang deines Lebens erlebt.

00:17:58: Passiert

00:17:58: das auch da?

00:18:00: Ich hab das ja selber gesehen, auch schon davor.

00:18:03: Ich find's so traurig, dass so viele Lücken dazwischen sind.

00:18:06: Man kann wahrscheinlich einen Film oder einen Vierteiler nicht so darstellen, was da auch alles passiert ist.

00:18:14: Das sind ja nur eben so Punkte im Leben, die waren.

00:18:17: Das ist genau das, glaube ich, wenn man selber beteiligt ist.

00:18:20: Dann ist es immer anders.

00:18:21: Man denkt, das ist doch ganz anders gelaufen.

00:18:23: Aber du musst das natürlich in der Geschichte erzählen.

00:18:25: Ich hab dich gerade aktuell auf dem Kitzel hatte, Olivia Jones.

00:18:27: Das hat ja über ihr Leben, hat dir ja so ein Film den Film gemacht.

00:18:30: Und da war auch die Ernie Reiner da, die Lilo Wanders saß.

00:18:33: Da leben wir in der Premiere.

00:18:34: Und die fand er auch statt.

00:18:35: Und ich saß neben Lilo sozusagen.

00:18:38: Das

00:18:38: war beim Filmfest.

00:18:39: Genau,

00:18:39: beim Filmfest.

00:18:40: Da

00:18:40: haben wir uns nicht gesehen.

00:18:41: Genau, da hat sie sich gesehen.

00:18:43: Da merkte ich irgendwie, Lilo Wanders oder Ernie wurde irgendwie traurig, weil der fand das nicht so toll, weil der sich so falsch dargestellt fühlte.

00:18:50: Nicht, was er gemacht hat, sondern weil er einfach anders aussah.

00:18:53: Und da hab ich gedacht, das ist immer schwierig, wenn man sich selber sein eigenes Leben sieht.

00:18:56: dann weiß man natürlich, dass es viel mehr dazwischen

00:18:59: gegeben hat.

00:19:00: Aber trotzdem

00:19:00: muss man sagen, wenn du jetzt, wie ich als Zuschauer, dann fehlt eigentlich nichts, weil das... Gut erzählt das Wald.

00:19:07: Fangen wir mal vorne an.

00:19:08: Es ist nicht unwichtig, auch zu erzählen, dass man sieht, dass alle Geschichten und jedes lebende Geschichte hat.

00:19:13: Erst mal, was ich sage, du bist ja groß geworden einer Familie, Mutter und Vater, die eigentlich gar nicht deine Eltern waren, weil du adoptiert wurden.

00:19:20: Genau, was ich auch später erfahren habe.

00:19:23: Also für mich waren es ja meine Eltern.

00:19:25: Das ist die Bezugsperson für mich gewesen, meine Mutter.

00:19:28: Mein Vater eher nicht so, den habe ich gar nicht so erinnerung, aber meine Mutter.

00:19:32: Ich hab die Wärme nur in Erinnerung, was sie für mich gemacht haben.

00:19:35: Natürlich sind auch viele Sachen gewesen, die nicht in Ordnung waren, aber ich hab sie als in Ordnung empfunden, als ich so jung war.

00:19:43: Ja klar.

00:19:43: Man muss ja auch sagen, die Bereitschaft von jemandem, ein Kind so adoptiv, wenn man selber keinen Zeit hat, da

00:19:47: setzt

00:19:48: man ja erst mal raus, dass man ... Ja, dass man das mit Liebe tut.

00:19:51: Du willst ja irgendwie deinen Leben auch schöner machen.

00:19:53: Du willst mit einem Kind leben, wenn das nicht dein eigenes ist.

00:19:56: Aber du hast das nie gespürt.

00:19:58: Da hab

00:19:58: ich nie gespürt.

00:19:59: Das war auch ein Schlag für mich ins Gesicht.

00:20:01: Als ich es erfahren hab, das war für mich unverstellbar.

00:20:03: Das ist ja später passiert.

00:20:05: Ja, und dann hab ich gesagt, da möchte ich meine richtige Mutter wenigstens mal sehen, mal kennenlernen, woher ich komme.

00:20:11: Und das ist ja leider nie passiert.

00:20:13: Also, es wurde mehr dann nur ... Aber ich

00:20:15: muss sagen, dass du natürlich ... später kam dann raus, du bist da von diesem ... ein paar adaptiert wurden, die waren dann irgendwann überfordert oder was immer das war.

00:20:23: Das hast du auch nie richtig erfahren, das ein bisschen kürzer zu machen.

00:20:26: Bist du dann ins Heim gebracht worden?

00:20:29: Ja, ich wurde da rausgeholt und es war halt nur dabei geschmackt, weil die zu viel umgezogen sind.

00:20:34: Also es wäre keine gute Erziehung.

00:20:38: Ja, Wahnsinn.

00:20:39: Was für ein

00:20:40: Jahr war das?

00:20:41: Da muss ich vier gewesen sein.

00:20:43: Also war das so die Seventies, so was in der Zeit?

00:20:45: Ja,

00:20:46: wird da gewesen sein, ja.

00:20:47: Da haben die gedacht, jemand entschieden, die das Mädchen

00:20:50: da rauszunehmen.

00:20:50: Da kam dann ein Auto und dann haben sie mich abgeholt, genauso wie das in dieser Apotage war, das war ganz passend.

00:20:56: So haben sie mich da auch abgeholt.

00:20:57: Ich wusste gar nicht, was die Uhr geschlagen hat.

00:20:59: Das konnte ich mit vier sowieso nicht.

00:21:01: Aber es ist für mich jetzt immer noch unerklärbar.

00:21:05: Ich sehe das zwar nicht wie ein Film jetzt vor mir, aber ich hab diese Gefühle noch in mir, was da vor mir ging.

00:21:13: in mir vorging.

00:21:14: Und ich wusste nie irgendwie, wieso, weshalb, warum.

00:21:17: Später hab ich erfahren, warum.

00:21:18: Aber ist es denn so gewesen, dass du diesen Abionseltern, hast du zu denen denn noch Kontakt behalten, am Anfang ja schon, aber sind die Teil deines Lebens geblieben?

00:21:27: Nein, die

00:21:28: sind nicht teils meines Lebens geblieben, weil sie ja nicht meine wahrhaftigen Eltern sind.

00:21:33: Und die sind noch

00:21:34: ausgestimmt, die hätten

00:21:34: ja trotzdem.

00:21:36: Also, wirklich tatsächlich, es hat sich keiner mehr um mich gekümmert.

00:21:39: Also, als ich in dem Heim war, und das schlief dann auch ein, mit alle vierzehn Tage das Kind mal abzuholen.

00:21:45: Ich weiß ja nicht, ob es dann vom Heim ausgegangen ist oder von denen, dass ich nicht mehr geholt wurde oder dahin durfte, war für mich Ende.

00:21:53: Und dann war natürlich der Wunsch, meine Mutter kennenzulernen, woher ich komme.

00:21:57: Man muss dazu sagen, dass natürlich dann, du bist dann im Heim gewesen, schwerste Zeit, weil du auch mal dachtest, du wirst wieder abgeholt, andere Kinder wurden am Wochenende mal geholt.

00:22:04: Das ist dann die schönen Geschenke.

00:22:06: Das fand ich auch eine harte Story,

00:22:07: wie die ganzen

00:22:08: Pakete kamen.

00:22:09: Das kenne ich auch aus dem Internat auch.

00:22:11: Und ich denke, das hat mich auch ein Leben lang geprägt.

00:22:13: Die haben das, ich hab das nicht.

00:22:16: Und ich kann nicht mal ein bisschen davon haben.

00:22:19: Ich wollte ja nicht das gleiche, aber vielleicht ein bisschen.

00:22:21: Und nee, nur wenn ich es mir gemobst hab irgendwie und vielleicht ist es ja, wie ich in der Schule gemacht hab, hat mich das dann auch ein Stückchen begleitet.

00:22:31: Und das fand ich eigentlich verrückt, weil da gibt es so eine Szene, da kriegen die anderen Kinder alle so Pakete machen,

00:22:35: lecker,

00:22:36: Milky Way und so.

00:22:36: Und dann reißt du und denkst du, ich fäll das auch, machst du da und dann reißt du.

00:22:40: und dann komm ich sagen,

00:22:41: Lola, lass das.

00:22:42: Und dann kommst

00:22:43: du in so einen Raum.

00:22:43: und dann dachte ich, das hat so viele Momente, wo man das kennen glaube ich so viele Menschen, dass man denkt, wie ungerecht das Leben sein kann, dass keiner mitkriegt, dass das Mädchen gar nichts hat.

00:22:54: und dass da alle was kriegen und dass man nicht verstanden hat, dass man jetzt mal anfängt zu teilen.

00:22:58: Das wäre auch eine Möglichkeit

00:22:59: gewesen.

00:22:59: Später hatte ich sogar einen Dijavu.

00:23:00: Das habe ich noch nie erzählt.

00:23:02: Und zwar war mein Sohn bei einer Tagesmutter.

00:23:04: Und die Mutter von der Tagesmutter brachte, sie hatte selber drei Kinder, brachte den drei Kindern Überraschungsein mit.

00:23:12: Und mein Sohn hat nichts bekommen.

00:23:15: Da habe ich zu dahin gesagt, das möchte ich nicht noch mal erleben.

00:23:18: Es gibt nichts Schlimmeres, wenn drei Kinder was bekommen und das vierte guckt in eine Röhre.

00:23:24: Was soll das?

00:23:25: Dann

00:23:26: bin ich losgefahren und habe allen noch mal was gekauft.

00:23:29: Und das war dann auch okay.

00:23:30: Aber da siehst du, was das macht, das sind diese kleinen Momente, wo du ganz früh merkst, ich bin da nicht im Spiel.

00:23:36: Also du bist nicht dabei.

00:23:37: Und das bleibt natürlich auch nicht.

00:23:38: Ich glaube, das ist auf einem roter Faden.

00:23:39: Der müssen auch dein Leben durchzogen haben, weil du denkst, okay, wenn die das mir nicht geben und die glauben, dass ich wirklich

00:23:44: bin, dann mach ich mir selber halt.

00:23:46: Und das ist ja eine Kraft, die auch in dir immer gelegen hat.

00:23:50: Und dann fand ich auch so einen Moment, dass du dann ja, also älter wurde es, dann auch von diesen... dir jemand erzählte, dass es deine original Mutter gibt, dass du adoptiert worden bist und dass deine Mutter

00:24:00: prostituierte

00:24:01: war und dass sie dir den Namen nur gegeben hatte und hat dich dann weggegeben.

00:24:05: und das war ... Das fand ich so ein, es war so eine Schlüsselszene auch.

00:24:10: Weil man dann hattest du ja noch einen zweiten Auftrag zu sagen, okay, ich geh jetzt zu schauen, wer ist denn dieser Mutter überhaupt?

00:24:15: Ja, das

00:24:15: war im Prinzip mein einzigster Auftrag.

00:24:18: Also es gab keinen Wichtigeren für mich, natürlich verblastet der dann mal phasenweise, aber das Hauptding war immer, wo ist meine Mutter?

00:24:26: Und

00:24:26: ich hab echt, hab ich lange darüber nachgedacht, hab ich auch die Reportage so angehalten, wenn ich ehrlich bin.

00:24:32: Und da hab ich so gedacht, was ist das, wenn man dann so ... auf dem Weg zum Erwachsensein erfährt das alles, was man hatte, was eh schon wenig war bei deinem Fall.

00:24:40: Und dann noch merke, dass das selbst auch noch ins Banken kommt.

00:24:42: Das ist ja im Grunde die Endstufe.

00:24:44: Der wird ja ja alles genommen.

00:24:46: Das

00:24:46: kann ich gar nicht so beurteilen, weil ich hab's ja so erlebt.

00:24:50: Also andere, die im Warmeselternhaus haben oder behütet ist, die haben ja eine ganz andere Erfahrung gemacht.

00:24:57: Ich wusste damals ja gar nicht, was das heißt, ein behütetes Elternaus.

00:25:01: Das wusste ich doch alles gar nicht.

00:25:03: Und dann hab ich gedacht, guck mal.

00:25:04: Ich bin damit ja mitgewachsen.

00:25:05: Hat

00:25:05: er ja gesagt, auch so, deine Mutter hat dir den Namen Manuela gegeben.

00:25:09: Manuela Freitag und dann Manuela.

00:25:11: Und dann dachte ich, Manuela, das ist ja, das bedeutet ja, Gott ist mit dir.

00:25:14: Das ist die Bedeutung des Namens Manuela.

00:25:16: Und da habe ich gedacht, ach guck mal, irgendwie ... Habe ich dann gedacht, ist das irgendwie vielleicht, jetzt hat sie fertig dran gedacht, oh, you never know.

00:25:23: Die Idee aus Anken, das ist die Elke.

00:25:25: Oder

00:25:25: die

00:25:25: Brigitte.

00:25:26: Oder

00:25:26: Anja.

00:25:27: Oder

00:25:27: Doris.

00:25:28: Oder die

00:25:28: Dörte.

00:25:28: Du hättest ja alles sein können.

00:25:31: Elisabeth?

00:25:32: Ja, genau.

00:25:32: Oder Brigitte.

00:25:33: Das hätte alles sein können.

00:25:35: Und dann

00:25:35: ist es ... Manuela.

00:25:37: Manuela ist ein samt sprechendes ... Das ist ein Name, der kann man auch manuela, aber eigentlich ist es schwierig, so richtig zu schreien, weil manuela was sanftes hat.

00:25:47: Und dann dachte ich zu gucken, das heißt, er will dich, Gott ist mit dir.

00:25:50: Und es kann ja sein, dass dann deine Mama, die hatte ja vielleicht auch ihre Geschichten, gesagt, da kommen, Gott ist mit dir.

00:25:57: Und eigentlich, wenn man jetzt sein Leben so wissen sieht, habe ich das Gefühl, hast du schon auch was Behütetes in dem ganzen Wahnsinn, den du auch erlebt hast?

00:26:05: Hast du ja trotzdem eine große Kraft, die dich irgendwie hält, die dich durch alles durchgebracht hat.

00:26:10: Du hast das ja irgendwie auch alleine gemacht.

00:26:11: Ja,

00:26:12: ich hab viel Phasen in meinem Leben gehabt.

00:26:15: Das hat jeder, aber ich mein jetzt, ich hab halt viele Phasen gehabt, die ich durchlebt hab.

00:26:19: Also ich bin nicht drauf hängen geblieben, sei es mit Drogen oder mit meiner Spielsucht, was ich eben hinter mir habe.

00:26:25: Da stehe ich zu, aber ich hab sie ja überwältigt.

00:26:27: Also ich

00:26:28: hab sie

00:26:29: gemistert.

00:26:30: Na ja, verarbeitet, das merkt man natürlich jetzt so im Nachhinein, wo ich spielsüchtig gewesen bin, dass das ein ganz ... ein ganz schlimmes, tragendes Leid ist, was man da gemacht hat.

00:26:41: Und das trage ich heute noch mit mir.

00:26:44: Weil Spiegelsoht ist auch so was, das ist auch

00:26:45: schon nichts.

00:26:46: Föchterlich.

00:26:47: Gehst da rein, so einem Scheiß Automaten, im Grunde sind du noch

00:26:49: mehr.

00:26:50: Ich war ja richtig Spielbank.

00:26:51: Und dann war ich an den Einarmigen.

00:26:54: Und nee, der Rollett nicht, sondern diese Einarmigen.

00:26:57: Und ich saß da wie hypnotisiert.

00:26:59: Ich hab immer nur auf den Automaten gestartet.

00:27:02: Damals konnte man nach rauchen.

00:27:04: Und dann hab ich klick, klick, klick, klick.

00:27:09: Also, es kann man gar nicht beschreiben.

00:27:11: Aber du siehst natürlich, dass das war.

00:27:13: Das war auch Unentertainment.

00:27:14: Und das ist auch das Glück zu reiten, zu denken, guck mal, mir soll auch Glück wiederfahren.

00:27:19: Ich glaube, das hat damit zu tun,

00:27:21: dass du dachtest,

00:27:21: und jetzt, wie die hier Manuela Freitag, die reißt sich ja auch den guten Arsch auf und die steht jetzt hier in diesem Automaten, geschnallt hat, fünf Euro, oder mag rein damals.

00:27:29: Und dann sagt irgendwann der Automat so, Manuela Freitag, jetzt bist du nämlich die goldene Gewinnerin und dann macht's auf mal Puff.

00:27:37: Die große Serie gibt's ja

00:27:38: dann.

00:27:38: Wenn es doch mal Puff

00:27:39: gemacht hätte.

00:27:40: Also ich hab immer darauf gehofft.

00:27:42: Und das hat sich ja jahrelang auch wirklich wie ein roter Faden durch meinem Leben gezogen.

00:27:47: Dass ich immer mal wieder hin bin, mit Zeit lang war ich jeden Tag drin.

00:27:51: Jeden Tag.

00:27:52: Du

00:27:52: bist arbeiten gegangen, bist dann mit denen Geld reingeschmissen.

00:27:54: Ja, ist doch schlimmer.

00:27:55: Ja, ich bin arbeiten gegangen, hingegangen, Geld reingesteckt und wieder zur Arbeit gefahren.

00:28:00: Also, wenn ich dann manchmal schlafen gegangen bin, dann bin ich wach gewonnen und dachte, das stimmt doch nicht.

00:28:06: Das hast du doch nicht gemacht.

00:28:08: Es ist schlimm, aber... Ob ich, wo ich Koks gezogen hatte, ich hab selber gesagt, mach es nicht mehr.

00:28:15: Wo alle sagten, die muss in der Anstalt, hab ich selber bewältigt.

00:28:18: Ich hab das Spielen auch, also ich wüsste dir jetzt nicht, wenn ich vor so einem Automaten sitzen würde, vor so einem Arming, ob ich das wieder packen würde.

00:28:26: Ich hab mir selber ein Verbot da drin gegeben, ich hab mich geschützt.

00:28:29: Und bis heute, dass ich aufbohne.

00:28:30: Du machst nichts

00:28:31: mehr, würd ich mir anschaffen, was irgendwie blinkt?

00:28:33: Und was?

00:28:34: Machst du nicht mehr.

00:28:35: Doch, kann ich.

00:28:36: Aber da, wo die Chance ist, dass man mehr kriegen kann.

00:28:39: Nichts

00:28:39: reinstecken.

00:28:39: Als

00:28:40: das, was man einsetzt.

00:28:41: Das ist für mich so ein bisschen gefährlich.

00:28:43: Nichts, warum das reingesteckt

00:28:44: wird.

00:28:45: Genau, so ungefähr.

00:28:46: Und wo mehr rauskommen können.

00:28:47: Aber hast

00:28:47: du da mal auch ... Es gibt ja den Moment, wo man dann so oft macht ... Ich hatte mal einen Onkel, die hatte so eine Kneipe, das war mein Patenonkel.

00:28:53: Ja, diese

00:28:54: Dattelautomaten.

00:28:54: Da war

00:28:54: nicht das Tolle in der Kneipe.

00:28:56: Wenn ich in Ferien Job war, weil meine Eltern nicht so viel Geld hatten.

00:28:59: Und wenn ich dann in Ferien geschick, wo du gingst zu meinem Patenonkel, Ja, war da auch so ein Spielding.

00:29:04: Und dann hab ich da immer gesessen.

00:29:05: Dann hab ich auch morgens, sehr traurigen Kneipen, morgens so Trinker, die morgens in der Kneipe sind, noch ein Bier, Peter und Joji, dann bei dir in so einem Schnipschen dazu.

00:29:12: Dann hab ich immer schön gezaft und ich hab das eigentlich immer gerne gehabt, mit denen zu sprechen.

00:29:16: Na, wie läuft's denn?

00:29:16: Und so hab ich das so übernommen, so ein bisschen.

00:29:18: Ja, genau, man

00:29:21: übernimmt, man wird eins mit denen irgendwie,

00:29:25: und

00:29:25: ich fährt mit dem Automaten, also immer nur so.

00:29:28: Ich hab überhaupt nicht, ich hab ja Leute gesehen.

00:29:31: Damals gab es ja auch so Rollettautomaten.

00:29:34: Das sind Automaten, das ... Nee, fand ich nicht toll.

00:29:38: Da hab ich viele gesehen, die haben rechts und links festgehalten, und dann haben die den Automaten ... und haben immer so gemacht, wenn die Kugel

00:29:45: gedreht

00:29:46: hat.

00:29:46: Oder daumen, blipsig.

00:29:49: Ich dachte, oh Gott, was ist das denn?

00:29:52: Und ich hab, glaub ich, auch Nimmaka im Automaten gehabt.

00:29:55: Ich hab das natürlich nicht bemerkt.

00:29:56: Was hast du

00:29:57: da gemacht?

00:29:57: Ich glaub, ich war sapperig.

00:29:59: Ich hab richtig gesappert da, ich weiß es nicht.

00:30:03: Aber

00:30:03: ist es im Nachhinein, aber ich glaube, das sind wie viele Sachen in deinem Leben, die du gemacht hast, auch, glaub ich, das war immer auch so eine Sura.

00:30:11: Dass du irgendwas suchst und dass du dich in irgendwas fällst, dass das Glück auch kommt.

00:30:15: Ich glaube, das war unbewusst.

00:30:17: Ja, das war unbewusst irgendwie.

00:30:19: Ich weiß, wann, als ich das erste Mal in dieser Spielbank gelandet bin, da hab ich siebenhundertfünfzig Mark investiert.

00:30:26: also investiert durch sich auch an, reingesteckt und hatte wirklich vier Stunden Beschäftigung.

00:30:32: Mal kam, was klimper klimper, mal nicht.

00:30:35: Aber es hat mich aus dem Trott rausgeholt, arbeiten.

00:30:38: Ich hab da entspannt.

00:30:40: Und nachher war ich aber sehr ... Ja, angespannt, aber nicht mehr entspannt.

00:30:45: Ja, muss man aber sagen, dass du natürlich das Geld auch hart verarbeiten musstest.

00:30:48: Jetzt, wenn wir ganz kurz noch einmal

00:30:49: zurück.

00:30:49: Das habe ich nicht gesehen.

00:30:50: Das

00:30:50: hast du nicht gesehen.

00:30:51: Nein, das habe ich nicht.

00:30:52: Für dich war ja

00:30:52: auch der richtige Anstieg in die Prostitution.

00:30:54: Ist ja auch was für ein Bremen, bist du ja groß geworden, an Steintor.

00:30:57: Das ist ja ein Bremen.

00:30:58: Ist ja auch wirklich eine Bremenstadt, das wir gar nicht meinen.

00:31:00: Ja.

00:31:01: Wirklich das irgendwie mal Bremen.

00:31:02: Denkt man Bremer Stadtmusikanten, alles so schön Bremerloch und so.

00:31:05: Genau.

00:31:05: Wenn man da ist, wie vor kurzem, bin ich... Flugstreik hier in Hamburg, ich kam nicht weg, da mussten die Monks nach Bremen, vom Bremen fliegen.

00:31:12: Vielleicht kommen wir fahren nach Bremen, bin ich da morgens angekommen.

00:31:14: Und bin ganz früh morgens, so um fünf oder halb sechs, war ich am Bahnhof und wartete auf diese Bahn, dachte, komm ich vor mit der kleinen S-Bahn, wie das da heißt, hin zum Flughafen.

00:31:23: Und hab da so eine halbe Stunde Pause gehabt.

00:31:25: Und da kam die allein Gido Gido, da waren wir natürlich ganz viele ... Ganz schwer, Drogenabhängige Mädchen, die dann da stehen und die dann alle natürlich mit mir Shoppingqueen, die groß geworden sind mit ihren Müttern.

00:31:35: Ich hab da Geschichten gehört.

00:31:37: Und dann dachte ich so Bremen kann ja auch so raff sein.

00:31:39: Du bist ja in Bremen groß geworden, da gibt es diesen Stein dazu.

00:31:41: Wie alt warst

00:31:42: du?

00:31:42: Steintor.

00:31:42: Steintor,

00:31:43: genau.

00:31:43: Steintor.

00:31:44: Wie alt

00:31:44: warst du da?

00:31:47: Ich weiß es nicht mehr so genau.

00:31:49: Die Altersepisoden hab ich immer ausgeblendet.

00:31:51: Ich hab immer nur gelebt.

00:31:54: Ich wollte älter werden.

00:31:54: Ich wollte schon achtzehn sein.

00:31:56: Ich glaub, ich wollte mit dreizehn schon achtzehn sein.

00:31:58: Und er dachte, das dauert noch so lange alles.

00:32:01: Und hab mir versucht, immer durch Hintertüren doch alles zu machen, was eine achtzehnjährige erst machen kann.

00:32:07: Also sprich, dass ich im Bars gearbeitet hab.

00:32:10: Das hab ich grad mit zwölf gemacht.

00:32:12: Aber das fing dann auch zügig an.

00:32:14: Und am Steintor hab ich dann gesehen, dass die Mädels in Nebenstraßen in Autos eingestiegen sind und sich damit Geld verdient haben.

00:32:22: Doch die, oh, was die können, kann ich auch.

00:32:24: Naja, jung, knackig und ... Hübsch auch, nein.

00:32:27: Naja, hübsch ist was anderes, aber ist eine Geschmackssache.

00:32:31: Aber ich kam dann auch ziemlich schnell auf den Genuss, mir das Geld anzuschleppen.

00:32:34: Kannst du

00:32:35: dich erinnern das erste Mal?

00:32:36: Nein,

00:32:36: das kann ich nicht mehr.

00:32:37: Das

00:32:37: heißt, du bist daheim?

00:32:38: Nein, der Ubel hat gerollt und das war's für mich.

00:32:41: Also, ich erinnere mich nicht an das Zimmer.

00:32:43: Ich erinnere mich nicht an den Gast und auch nicht, wie viel es da gab.

00:32:47: Für mich gab es nur der Rubelrollt.

00:32:48: Es

00:32:49: war nicht schwierig, wenn man im Heim war.

00:32:51: Und auf einmal hatte man mehr Geld und hatte dann auch Klamotten.

00:32:53: Du hast ja auch Klamotten investiert bestimmt.

00:32:55: Das macht man ja auch

00:32:56: in einem Alter.

00:32:56: Es ging ja eigentlich damit los, dass ich dann immer ausgebüxt bin aus dem Heim.

00:33:00: Und dann wurde ich wieder irgendwo, kam ich ins Auffangssheim, da wurde ich da einen wieder zurückgebracht.

00:33:04: Dann bin ich wieder abgehauen.

00:33:06: Es war ja immer ein Hin und Her.

00:33:07: Und Geld ins Heim habe ich ja nie gebracht.

00:33:10: Also warum?

00:33:11: Ich

00:33:11: wurde da immer zwangsweise zurückgebracht, aber das Geld hab ich ausgegeben für einen frischen Schluppi und für Sachen und dass ich überall was trinken kann und was essen, wenn ich Hunger hab.

00:33:22: Und

00:33:22: ich glaube, das ist auch, hab ich so festgestellt, das ist auch große gefallene Prostitution, wenn man dem Business ist, dass man schnell das Geld ... Auch wieder?

00:33:29: Ja, natürlich.

00:33:30: Du kommst

00:33:30: da wieder rein und dann

00:33:32: wird man großzügig.

00:33:32: Das ist eben das Behütete und den Wegweiser, den man bekommt im Leben, wie man es richtig machen sollte.

00:33:38: Und den hab ich halt nie gezeigt bekommen.

00:33:40: Also ich hab mir immer gesagt, ich mach das schon alles so richtig, wie es läuft.

00:33:44: Und ja, man sieht, was ich richtig gemacht hab.

00:33:47: Aber du hast doch auch

00:33:48: vieles richtig gemacht.

00:33:49: Du hast doch für dein Leben, das wär ja auch verrückt, jetzt zu sagen, du würdest so sehen, dass du sagst, du hast da Sachen verpasst oder so, du hättest ja tausend andere Sachen verpasst.

00:33:57: Nein, ich hab Sachen verpasst.

00:33:59: Ich hab definitiv Sachen verpasst.

00:34:01: Also sprich, dieses familiäre Zusammensein hab ich nie erlebt.

00:34:07: Regelmäßigen Urlaub hab ich nicht erlebt.

00:34:10: Ich hab heile Welt, wo mein Kind zur Welt kam.

00:34:13: Da konnte ich dann meinem Kind zeigen, was das heißt, Weihnachten, Geburtstag.

00:34:20: Und da lag mir immer sehr viel dran.

00:34:22: Da konnte ich das weitergeben, aber ich hab's nie bekommen.

00:34:25: Ich war sogar ein Weihnachten, da war ich mit jemandem zusammen, da war da grad im Knast, da stand ich am Fenster und hab in andere Fenster reingeguckt, wo da die Bäume geleuchtet haben und so und ich saß da und hatte gar nix.

00:34:38: Also das kenne ich auch, ne?

00:34:40: Aber das ist ja, ich glaube, das sieht man auch nicht so, auch wenn man so dein Leben ein bisschen sieht, wenn man das da sieht in der Reportage, was du für ne große Sehnsucht auch hattest, für ne große Sehnsucht, einem Grund hast du ja immer lautgeschrieben, hallo.

00:34:53: Es ist Liebe.

00:34:54: Das hat man auf jeden Fall nicht, was du für eine große sind.

00:34:56: Du hast nachbehütet sein, dass da jemand ist.

00:34:58: Im Grunde auch nach so einem realen normalen Leben.

00:35:02: Ich bin auch privat ziemlich normal.

00:35:04: Ziemlich bestimmt normal eigentlich.

00:35:07: Es ist auch immer verwunderlich, wenn ich denen sage, was ich mache.

00:35:10: Was?

00:35:10: Das machst du.

00:35:12: Ja, sag ich, was dachtest du?

00:35:13: Ich hab jetzt eine Peitsche in der Hand.

00:35:15: Aber sie merken's dann, wenn sie mit mir reden, ne?

00:35:17: Dann merken sie, dass ich also sehr fordernd rede.

00:35:21: Normalerweise bin ich auch sehr aufdringlich im Reden.

00:35:24: Das weiß ich, das muss ich ein bisschen in den Griff kriegen.

00:35:26: Aber es ist mein Beruf und alles färbt ein bisschen ab.

00:35:30: Ich quatsche auf den kranken Pferd leider, ne?

00:35:32: Also quatschen tust du wirklich?

00:35:33: Ich kann wirklich viel quatschen.

00:35:34: Aber Gott sei Dank.

00:35:36: Ja, du kannst

00:35:37: wenigstens sagen, was los

00:35:39: ist, andere nicht.

00:35:41: Ja.

00:35:42: Ja.

00:35:44: Aber es ist auch Teil, was willst du machen?

00:35:46: Das

00:35:46: ist schön, wenn man reden kann.

00:35:48: Lieber mehr als zu wenig.

00:35:50: Ja, ich

00:35:50: muss sagen, ich tue mich schwer mit Leuten, die so ganz lahmarschig reden zu können.

00:35:54: Langsamer.

00:35:54: Kennst du so Leute, die im Laufen die Schuhe besohlen kannst?

00:35:56: Stimmt, ich kann nicht drauf.

00:35:57: Ja.

00:35:57: Ich mag gern... Aufverweckte Menschen,

00:35:59: ja.

00:35:59: Wenn ich

00:36:00: im Flieger ist oder in der Bahn irgendwo und es ist nicht mehr jemand, der mit mir ein Gespräch führen will und dann geht das so ganz langsam, dann denke ich, jetzt schaffe ich nicht.

00:36:06: Dann rede ich selber viel, dann ist die Zeit vorbei und denkt dann, ach komm,

00:36:09: komm.

00:36:09: Das hat ja gar nichts mehr

00:36:10: gesagt.

00:36:11: Aber musst ja vielleicht mal zurückkommen zu dem Moment, dass man ja häufig, wo du gerade sagst, wenn die mich kennenlernen, denkt, damit verdient du dein Geld.

00:36:17: Die Leute vergessen ja auch immer, dass man, auch wenn man in einer Prostitution ist, dass das ein normales Leben ist.

00:36:22: Du musst ja normal dein Leben machen.

00:36:23: Du musst ja normal, du bist ja normaler Mensch.

00:36:25: Du musst aufstehen, hast dann ein Zuhause, gerade wenn du sagst, du hast auch noch ein Kind, bist ja Mutter geworden in der Zeit, dann hast du ja auch eine Realität.

00:36:32: Das ist eine etwas andere Realität, aber das ist auch was, was viele sich gar nicht vorstellen können.

00:36:36: Ja, ich hab total geordnetes Leben mit meinem Kind gehabt.

00:36:40: Der ist top geworden.

00:36:41: Wie

00:36:41: toll, ne?

00:36:42: Ja, das ist auch mein Stolz.

00:36:44: Also das ist mein Stolz für mich selber.

00:36:46: Ob andere mir das sagen, interessiert mich nicht.

00:36:47: Ich weiß es selber.

00:36:49: Na gut, wenn einer sagt, das hast du aber gut gemacht.

00:36:51: Na ja, gemacht hat das im Prinzip selber.

00:36:54: Das ist ja, ich hab ihnen den Weg geweist.

00:36:56: Ich hab gesagt, wie ich das sehe.

00:36:58: Und er hat es dann befolgt, um was daraus gekommen ist.

00:37:01: Aber es

00:37:02: ist ja nicht einfach, wenn du ... Du hast ja gearbeitet.

00:37:05: Hast du damals schon eine Halbzeitstraße?

00:37:06: Ich hab

00:37:07: eine Tagesmutter gehabt am Wochenende.

00:37:09: Und ich hab eine Tagesmutter in der Woche gehabt.

00:37:11: Also, er war immer bei einer Tagesmutter.

00:37:13: Und am Wochenende, die Tagesmutter kam zu mir nach Hause.

00:37:17: Das heißt, ich bin nachts losgegangen und morgens kam ich.

00:37:20: Und dann ist er gerade aufgestanden.

00:37:22: Dann hab ich der Tagesmutter das Geld.

00:37:23: gegeben, die ist gegangen, die kamen dann nachts um zweieinhalb über müde mit dem Schlafanzug so ungefähr an, ist er lichtig da aufs Sofa.

00:37:33: Ja, nur dass mein Sohn nicht allein ist, das wollte ich nicht.

00:37:36: Weil du

00:37:36: wusstest, was das bedeutet, allein

00:37:38: zu sein?

00:37:38: Ja.

00:37:39: Ja, auf jeden Fall.

00:37:40: Wird man dann noch mehr Löwenmut, dass man denkt, oder wollte man auch, dass der ein völlig anderes Leben hatte?

00:37:44: Hast du den da ganz rausgelassen aus dieser Welt, oder hat der als

00:37:47: Kind?

00:37:48: Als Kind hat er schon ziemlich früh erfahren, was ich beruflich mache.

00:37:51: Und dann gab es dann auch nach Tüßungsspruch Mama, solange du nicht da küsst und dich und solche Dinge machst, ist mir das egal.

00:37:59: Aber da war er schon ein bisschen älter.

00:38:01: Man muss auch sagen, wenn man mit groß ist und damit lebt, dann ist es auch da eine Realität.

00:38:05: Ich

00:38:06: hab zu ihm gesagt damals, ist da, du, ich kann zum Amt gehen, wir leben vom Minimum und dann ist aber kein Eis mehr zwischendurch und wir können auch nicht mehr in den Urlaub fahren.

00:38:15: Kannst du da überlegen, entweder arbeite ich weiter und wir leben das Leben so weiter, wie wir es machen oder anders.

00:38:21: Und ne, ich sagte dann, leben wir mal lieber so weiter.

00:38:23: Dann bleibt beim

00:38:24: Schaufenster genau.

00:38:26: Aber

00:38:26: der nicht mal besucht auch deine Herrwärtsstraße?

00:38:28: Ja.

00:38:29: Klar, als Kind, die Kinder können ja da rein.

00:38:30: Dass

00:38:30: die, wo es alle wer ist, wenn da durchgegangen ist.

00:38:33: Klar.

00:38:34: Aber ich muss sagen, was ich natürlich auch eine wichtige Geschichte finde, ist, dass du immer wieder in deinem Leben auch nichts ausgelastet hast.

00:38:41: Du hast ja eigentlich auch im Kiezleben nichts ausgelastet.

00:38:44: Nee, außer

00:38:45: Heroin.

00:38:46: Und ja, ich muss es ja wirklich so sagen, wie es ist.

00:38:49: Und ja, was kann man da noch machen?

00:38:52: Ja, Heroin hab ich nichts ausgelassen.

00:38:55: Ich hab mit allen eine Bekanntschaft gehabt.

00:38:57: Aber ich hab auch gewusst, jetzt geht's nicht mehr weiter.

00:39:00: Aber hast du dich immer selbst gerettet?

00:39:02: Ich hab mich

00:39:02: selbst gerettet, ja.

00:39:03: Hast

00:39:03: du einspringen konntest ins Leben auch?

00:39:05: Ich hab mich

00:39:07: selber gelenkt.

00:39:08: Ja.

00:39:08: Und es sollte sein, dass das das Wichtigste war, dass du bei all dem, was du getan hast, auch jetzt noch in der Arbeit, dass du dich auf dich selbst verlassen kannst.

00:39:16: Das war ja positiv, was daraus resultiert hat.

00:39:19: Also auf Droge wusste ich, es geht jetzt nicht mehr weiter.

00:39:21: So, ich habe aufgehört, habe wirklich aufgehört und es ging mir da ja besser.

00:39:27: Also habe ich es ja richtig gemacht.

00:39:28: Alles, wo es einem besser geht, macht man ja richtig.

00:39:31: Was würdest du sagen, was ist eigentlich das?

00:39:33: Die Prostitution ist ja eine Prostitution, aber ich glaube, ist es nicht auch so, dass dann automatisch, wenn du offen genug bist, kommt ja alles.

00:39:39: Du bist ja mit allem in Verbindung, weil da ja alles los ist.

00:39:41: Da gibt es ja

00:39:42: alles

00:39:42: erst.

00:39:43: Und da gibt es ja auch Menschen, die alles tun und die auch diesen Schritt immer wieder neue Momente überschreiten und so.

00:39:49: Und wenn du dann offen bist, bist du erst mal dabei auch dann.

00:39:52: Ja, aber es entscheidet ja im Endeffekt jeder für sich selbst, was er macht und was er sich selber Zutraut machen zu können, aber viele haben ja keine Gewalt über sich.

00:40:02: Die lassen sich leiten und lenken und dann sind sie auf Alkohol oder auf Drogen oder auf irgendwas Anderem.

00:40:08: Aber trotzdem bei dem Ganzen ein Extrem, was doch ist, bist du ja trotzdem auch ganz nah dran an menschlicher Bedürfnis.

00:40:15: Das sind ja auch so viele da, sie sind nicht der wilde Freier der unterwegs.

00:40:18: Es sind ja auch die ganz realen Menschen, die irgendwo eine Lücke haben und irgendwie was suchen, was vielleicht, was die mit ihrer Frau gar nicht machen könnten, was sie nicht sagen dürfen.

00:40:27: Oder wo die vielleicht denken, das ist so ein kleiner Traum, den ich mit mir... ...umtrage,

00:40:32: den ich da erleben kann.

00:40:33: Wie

00:40:33: viel, das braucht ja auch manchmal, du brauchst ja auch eine große Sensibilität, weil dann... Du triffst dir ein Leben in seiner direktesten Form, möchte ich was sagen?

00:40:40: Naja, ich versuche mich nicht, in dem Gast reinzuversetzen.

00:40:44: Ich mache das im Prinzip so, wie mein Gefühl das sagt.

00:40:48: Und das, finde ich, ist eine Kunst, den Menschen auf gewisse Art und Weise, ohne viel Worte irgendwas zu geben, was er vermisst.

00:40:55: Und wenn das passt, passt es.

00:40:56: Ich mein, jeder kann ja irgendwie peitschen.

00:40:59: Jeder kann ja irgendwie mit dem Rohrstab, jeder kann Nippelspiele machen.

00:41:03: Das kann ja jeder machen.

00:41:04: Aber wo kommt es so?

00:41:06: dass man sagt, ich muss das von dieser... Personen noch mal erleben.

00:41:10: Und das ist eine Sache, das liegt an einem selbst.

00:41:13: Glaubst du auch, dass da viele Sachen auch aus der Kindheit kommen, wenn ich auch mal das Gefühl irgendwas ... Ich kannte mal jemanden, der da so ein Gummi waren hatte.

00:41:20: Das müsste als Kind mit der Gummi schürzen.

00:41:22: Das kann

00:41:22: möglich sein.

00:41:25: Es sind ein paar, wo ich dann auch mal neugierig frage, die dann erzählen, ja, ich hab da mal auf dem Bauernhof ein Schwein gestreichelt.

00:41:33: Und ich hab gemerkt, das Schwein schuppert sich und hat einen Abgang gehabt.

00:41:37: ich ein Schwein sein und einen Abgang.

00:41:40: Also möchte auch Abgänge haben dabei und Grunds dabei.

00:41:43: Ja, da hat er irgendwie ein Erlebnis gehabt, aber wie und was das in seinem Leben für eine Rolle spielt oder gespielt hat.

00:41:50: Das weiß ich nicht.

00:41:51: Das lässt du auch raus.

00:41:52: Aber würdest du sagen, du hast ja so viele Stories erlebt, hast du auch schrägelustige

00:41:57: Sachen.

00:41:57: Ja, natürlich.

00:41:58: Ganz schrägelsachen.

00:42:00: Ganz schrägselachen.

00:42:03: Ja, es gibt auch an Macken, dass Menschen keinen Stopp.

00:42:06: Also ich erlebe da Menschen teilweise, da denke ich, das kann es doch nicht wirklich sein.

00:42:11: Was ist das denn als Beispiel?

00:42:13: Also, wir hatten einen da, den haben wir Gerard Departieu genannt, weil der sich aber auch, der ist auch so gegangen, dann ist er mal gegen die Mauer gelaufen, weil er immer so komisch geguckt, ping, Hinge in der Mauer, und der Kollege mich gleich anrufen, Mann, ober Anu, Gerard Departieu ist gegen eine Mauer gerannt und so.

00:42:31: Also, natürlich, das muss aber sein.

00:42:33: Deswegen habe ich mich eigentlich in der Prostitution auf Wohlgefühlt mit Kolleginnen, weil wir haben auch viel gelacht zusammen.

00:42:39: Wir haben uns ja auch viel... getauscht über Sachen, die wir erlebt haben.

00:42:43: Und das ist ja eigentlich eine schöne Sache.

00:42:45: Da fühlt man sich heimisch, man erzählt, man lacht zusammen, man ist zusammen, man verdient zusammen Geld.

00:42:52: Das sind ja alles Glücksmomente.

00:42:53: Und das mein ich, man vergisst immer auch die Menschskomponente dabei.

00:42:56: Das sind auch Kollegen und auch Frauen, die im realen Leben sind.

00:42:59: Wir

00:42:59: hatten sogar Millionärinnen, die da gearbeitet haben.

00:43:02: Die eine Frau, die hatte richtig, die hatte irgendwie Millionen von ihrer Tante gearbt.

00:43:07: Die war der Prostitution zugetan.

00:43:11: Ich hab auch mal eine kennengelernt, die hat da in einem Laden gearbeitet.

00:43:15: Da hat der Mann, twenty-fünf Jahre, nicht gewusst, was die auch arbeitet, gesagt, sie macht irgendwie, in so einem Nachtding hat sie den Mann gesagt, sie putzt da und hält da irgendwas sauber, hat gesagt, sie will nicht übersprechen.

00:43:25: Und die hatte ein eigenes Konto, ein eigenes Kleben, die fuhr auch allein in Urlaub, die hatte ein völliges Parallelleben.

00:43:29: Das hat wirklich Jahrzehnte funktioniert, hat kein Blassenschimmer dabei.

00:43:33: Die hat wirklich, oder starb die irgendwann, hat mir dann so ein Mädchen auch erzählt.

00:43:37: Die hat gespart, die war so eine Sparerin.

00:43:40: und die anderen, die's raushauen.

00:43:41: Ja,

00:43:42: und ich war leider eine, die's rausgehauen.

00:43:44: Und jetzt kommt nichts mehr rein.

00:43:47: Aber

00:43:48: ich durfte es, es ist ja auch schön, wenn man sagen kann, ich hab auch gut gelebt.

00:43:53: Es ist traurig, wenn ein Mensch, ich hab noch nie gut gelebt, also ich habe wirklich gut gelebt.

00:43:58: Ich habe gut gegessen, ich habe schöne Kleidung gehabt, ich habe ein schönes Auto gehabt, ich habe Schmuck gehabt, ich habe alles gehabt.

00:44:05: Und ich kann's doch eh nicht mitnehmen.

00:44:08: Das kannst

00:44:08: du auch nicht, das kann keiner.

00:44:11: Du kannst dankbar

00:44:11: sein, dass du vielleicht noch in diesem Leben so leben kannst, wie du lebst, mit dem Luxus drum herum.

00:44:17: Der eine kann's, der andere nicht.

00:44:18: Aber es ist okay für mich.

00:44:20: Ich finde, so lange die es nicht ans Leben geht, muss man auch mal sagen.

00:44:23: Ist ja schon mal ganz viel wert, dass du

00:44:25: körperlich okay

00:44:26: bist.

00:44:26: Weil dann ist erst mal alles nicht.

00:44:28: Dann ist es völlig egal, was du hast oder nicht hast.

00:44:30: Wenn du nicht mehr richtig kannst und findest, dass du her deiner Entscheidung bleibst und dass du irgendwie mitkriegst, was da läuft.

00:44:36: Genau.

00:44:36: Auch

00:44:36: wenn man alt ist, dass man das mitbekommt.

00:44:39: Nicht, dass man so auf so ein Gleis abgeschoben wird.

00:44:42: Und man kann im Prinzip nichts mehr machen.

00:44:45: Das kann man ja sowieso ... Meist eingeschränkt durch Bewegung oder sonst irgendwas, aber im Kopf ist man klar.

00:44:51: Und dass dann manche Leute so behandeln, als hätte man sie auch nicht mehr, alle auf dem Zaun, die ist alt, da brauchste nicht mehr so hinzuhören.

00:44:58: Das finde ich nicht gut.

00:45:00: Aber wenn Menschen natürlich so Symptome haben, so Macken, wie, dass sie nicht zuhören oder das nicht verständen und so, das ist natürlich anstrengend auch.

00:45:10: Und ich hoffe nicht, dass ich mal so werde.

00:45:11: Ich glaube nicht.

00:45:13: Also, dass Leute mit mir reden und ich heeeh, oder ach, hab, oder so, das ist ja alles all das Bedingt.

00:45:19: Aber

00:45:19: würdest du sagen, dass dich auch für dich das Sitzen im Fenster und auch dich das verändert hat, was da so aufgeht, dass du anders reagierst auf die Leute, die je älter man wird, dass man ... Erfahrene,

00:45:29: also Erfahrene, also durch die Masse, die bei mir durchgeschlittert ist.

00:45:34: Natürlich, Erfahrene.

00:45:37: Aber ich kriege halt jetzt im Alter auch.

00:45:39: Letztes war einer da, der sagt, die alte Oma, was will die denn da?

00:45:43: Das sagen

00:45:45: die dann?

00:45:46: Ja.

00:45:46: Ja, das sind Säcke.

00:45:48: Die beleidigen einen auch.

00:45:50: Aber warum ist das so?

00:45:52: Ich glaube, das ist ja eine große Faszination für viele.

00:45:55: Das ist ja auch eine Welt, wo sie dann noch sonst sagen, das gehört sich ja gar nicht hinzu.

00:45:59: Aber trotzdem hat es ja auch eine große Faszination, weil es ja etwas ist, was ja viele Menschen bewegt und weil Sexualität ja auch so ein Riesensventil einfach auch notwendig ist.

00:46:08: Und stell dir mal vor, da gäbe es keine Fachkräfte.

00:46:11: Da wär es doch verloren, ganz ehrlich.

00:46:12: Ich glaube, dass viele Ehen würden auseinanderspringen.

00:46:15: Ja, das ist die Frage, was dann passieren würde.

00:46:17: Ich glaube, dass das Prostitution ... nie aussterben wird.

00:46:21: Nein.

00:46:21: Nie.

00:46:22: Dann wird das halt in der verschlossenen Türen gemacht.

00:46:24: Es wird noch geheimnisvoller gemacht.

00:46:27: Das werden die nie zum Stillstand brauchen.

00:46:30: Gefährlicher wird das

00:46:30: werden.

00:46:30: Ich möchte auch nicht wissen, was da, ich meine, das schwedische oder nordische Modell.

00:46:35: Das heißt, freier werden

00:46:36: bestraft.

00:46:36: Genau, genau.

00:46:36: Die dürfen

00:46:37: nicht freier sein.

00:46:37: Jetzt bin doch nicht mehr ernst.

00:46:38: sagen, dass da keine Prostitutionen stehen.

00:46:40: Sie machen

00:46:40: das dann zu Hause und keiner kriegt's mehr mit?

00:46:42: Genau, das ist mein Freund.

00:46:43: Ja, ich bin ihr Freund.

00:46:45: Und ja, was wollen die denn machen?

00:46:47: Ich glaube, das ist ... Das ist wie mit vielen Bereichen, die die Kontrolle braucht.

00:46:52: Ich glaube, es ist nicht unklug, dass man das kontrolliert irgendwie tut und dass man weiß, dass ein Staat auch weiß, dass es passiert, dass in Hamburg ja eigentlich perfekt muss.

00:47:00: Da gibt es einen Bereich, wo man arbeiten kann und man weiß, da gibt es die, die ganz frontal da sind.

00:47:05: Das Unterstützung gibt man, dass das irgendwie anerkannt ist als Beruf Punkt eins.

00:47:08: Ich finde das absolut, das ist die Basis.

00:47:11: Aber du musst natürlich, wenn man jetzt ist, Angst, Prostitution und alles, was da ist, und das sind einfach Dinge, die natürlich nicht sein dürfen, wenn jemand einfach nicht will, nicht kann und einfach verzweifelt ist.

00:47:20: Was

00:47:20: ist denn daran schlimm dran?

00:47:22: Was tun wir denn?

00:47:23: Also wir machen doch nichts, was der andere nicht will.

00:47:28: Das ist ja wie, als würden wir die Menschheit oder die um uns herum privat sein, als würden wir die nötigen.

00:47:35: Als würden wir sagen, du pass mal auf, ich bin eine Hure und du hast das jetzt zu machen, was ich will.

00:47:39: Das ist doch völliger Quatsch.

00:47:41: Im

00:47:42: Gegenteil, wir wissen, was sich gehört.

00:47:44: Also ich kann nur von mir sprechen, wie ich das sehe.

00:47:46: Ich weiß ja nicht, zu meiner Friseurin gehe, dass sie ein Trinkgeld bekommt.

00:47:49: Ich weiß ja nicht, wenn ich ins Restaurant gehe, dass ich ein Trinkgeld gebe.

00:47:53: Und das sind Sachen, die gehören sich einfach.

00:47:55: Und wie viele wissen das nicht?

00:47:57: Und die haben mit dem Milieu gar nichts zu tun.

00:47:59: Ich glaube, es ist ein Grundgefühl für Menschen und einfach Respekt.

00:48:03: Da habe ich eine süße Geschichte von meiner Mama, meine liebe, liebe Mama.

00:48:07: die so ein feiner, toleranter, offener Mensch war.

00:48:09: Und ich hab die mal angerufen, dann sag ich sie, Mama, sagst du, ich hab überhaupt keine Zeit, sagst du, wir haben hier gerade, da ist eine ganz nette Saskia hier.

00:48:16: Und du, die müssen wir noch in den Puff bringen.

00:48:18: Ich sag, was macht ihr?

00:48:19: Ich sag, was ist das dann los?

00:48:20: Sagst du, stell dir vor, sagt sie, meine Eltern leben in unserem Dorf.

00:48:23: Da war wo im Nachbardorf so ein kleiner Puff so.

00:48:26: Und dann sind ja häufig die Mädchen reisen herum, die bleiben dann drei Monate da, dann kommen frische Mädchen und reisen hier

00:48:32: rum.

00:48:32: Ja, die Reisenden.

00:48:33: Genau, da waren so die Reisenden, genau.

00:48:34: Die waren da hoch und hat meine Mutter dann gesagt, das ist die.

00:48:36: Und dann war es so, dass dann wohl, die haben da Samstags gesessen, am Nachmittag zu Hause, gucken so raus auf die kleine Straße am Dorf, das ist eine Bushaltestelle, steht auf einmal ein Mädchen mit so einem weißen Koffer so ein bisschen aufgemacht.

00:48:48: Da kommt doch kein Bus mehr hier.

00:48:49: Da sind meine Eltern sofort raus.

00:48:50: Hallo, ja, hallo, warst du in Polen?

00:48:52: Ja, sie hätte ihr müsst ins Nachbardorf sein.

00:48:54: Weißt du, Eise, Kalt, ne?

00:48:56: Kommt kein Bus, ich fahre sie hin.

00:48:57: Kommen sie erst mal rein, trink sie mein Test in den Kaffee.

00:48:59: Haben meine Eltern nicht gleich reinkommen.

00:49:00: Dann hat die dann ganz schnell erzählt, ja, dass sie prostituiert ist.

00:49:03: Und meine Mutter, was da gibt, zum Profil im Nachbardorf, wussten die gar nicht.

00:49:06: Hat die gesagt, ja, sie kommt.

00:49:07: Irgendwie kam aus Karlsruhe, hat sie alles erzählt.

00:49:10: Meine Mama, da haben sie nicht wäschtet.

00:49:11: Meine Mama erst mal schon die Wäsche durchgehauen, dass sie schon mal frische Wäsche hatte.

00:49:14: Dann hat die das erzählt.

00:49:16: nettes Mädchen.

00:49:17: Sie war ganz christlich, sagt Mama.

00:49:18: Die wollte immer in die Kirche, da haben wir uns überlegt, wir holen die Sonntags immer ab.

00:49:21: Da sind meine Eltern, dann hat meine Mutter mir erzählt, wie sie die Wäsche noch gemacht hatte.

00:49:26: und dann sagt sie, dann haben wir sie dahin gefahren.

00:49:28: Wo die hin musste, mit dem Auto, und hab meine Mutter eher unter Wiesner Tipps gegeben.

00:49:31: Ich hab gesagt, wissen Sie was, Saskia?

00:49:33: Sie machen nicht alles.

00:49:34: Sie merken, die hier auf dem Land gar nicht.

00:49:36: Sie machen, wie es geht, das kriegen die hier nicht mit.

00:49:37: Da hat meine Mutter eben so ein paar Tipps gegeben.

00:49:39: Und haben sie dann immer Sonntags geholt mit in die Kirche.

00:49:42: Und

00:49:43: dann dachte ich so, dann sagt sie, ich muss jetzt Schluss machen, wir müssen jetzt auflegen.

00:49:47: Und dann dachte ich so, meine gute Mama, die hat nicht mit einem Ton gesagt, was macht die da?

00:49:54: Gar nicht, das war für die, die Saskia, die die mochten.

00:49:57: Die fanden das erstaunlich, dass es das überhaupt gab.

00:50:00: Aber keine Verurteilung mit gar nichts.

00:50:02: Nee, die haben

00:50:03: sie als Mensch gesehen.

00:50:05: Und haben die gesehen.

00:50:06: und das Verrückte war, die ist dann später dageblieben, die hat dann ein Freier kennengelernt.

00:50:10: Meine Mutter mir erzählt und hat ihn auch geheiratet an.

00:50:13: Und auf der Beädie um meiner Mama.

00:50:15: Da war diese Frau, die stand irgendwie nicht.

00:50:17: Und ich weiß, dass das kein anderer wusste.

00:50:19: Und keiner wusste das.

00:50:20: Dann dachte ich, guck mal, meine gute Mama, die wusste die ganz genau, weil die immer frei waren.

00:50:25: Und das ist auch etwas, weil Toleranz ist ja das Allerwichtigste.

00:50:28: Was würdest du sagen, ist das Wichtigste, was dir Gesellschaft gegenüberbringen sollte.

00:50:32: Respekt, glaube ich, das ist ganz wichtig, oder?

00:50:34: Oder was ist das?

00:50:35: Was wird so sein?

00:50:35: Was fehlt manchmal?

00:50:36: Ach,

00:50:37: ich weiß es gar nicht so.

00:50:38: Ich bin davon schon so irgendwie, ich bin tot da in dem Sinne, dass ich noch beurteilen kann, was da kommen müsste oder so.

00:50:45: Es ist mir eigentlich völlig egal.

00:50:47: Ich lebe jetzt mein Leben so ruhig wie es irgendwie möglich ist, gehe noch arbeiten, mache meine Sachen noch weg, die ich wegmachen zu habe.

00:50:55: Ja, und hoffe, dass ich das dann alles noch schaffe und irgendwann meine Ruhe habe.

00:50:58: Aber wie sind deine Reaktionen, wenn du sagst, du bist ja im realen Lebenshaus?

00:51:02: Wenn die sagen, was machen sie beruflich?

00:51:03: Ja, wenn ich das sage, teils, teils.

00:51:07: Es ist immer noch so wie früher.

00:51:09: Wenn die mich dann näher kennenlernen, dann gehen sie wieder anders auf mich zu.

00:51:13: Das ist verschieden, wie die Reaktion ist.

00:51:16: Mal ist sie so, mal ist sie so, mal ist sie so, dass die Leute sagen, ach wirklich, dann sitzt sie neugierig.

00:51:20: Und dann gibt es eine Reaktion noch, eigentlich ist mir egal, was du beruflich machst.

00:51:24: Ich bin auch schwer im Lesen.

00:51:25: Ich kann nicht gut Menschen lesen.

00:51:27: Das ist

00:51:27: irre, dass du was sagst.

00:51:28: Weil du ja so mit Menschen eigentlich

00:51:30: bist.

00:51:30: Ja,

00:51:30: aber ich

00:51:31: kann gewisse Menschen nicht lesen.

00:51:33: Da bin ich ganz ehrlich.

00:51:35: Weil

00:51:35: du die Tür zugemacht hast und denkst, ich möchte gar nicht wissen, was da los ist?

00:51:38: Oder weil du denkst, mach mal deinen eigenen Kram, ich mach mit

00:51:40: mir selbst.

00:51:40: Ja, mach mal deinen eigenen Kram, ja.

00:51:42: Oder ich schließe ab mit mir selbst und sag auch, ich will jetzt auch gar nichts dazu sagen, egal.

00:51:47: Ich glaube, ich bin auch in einem Alter, wo das nicht mehr so wichtig ist.

00:51:51: Ich bin ja wie eine Bulldogge manchmal.

00:51:54: Ja, aber nicht wirklich.

00:51:55: Ich bin auch in einer Art ... Ich war sehr ... Ja, mich überfordert das dann.

00:52:00: Und wenn ich überfordert bin, dann werd ich sehr aggressiv und sehr ungerecht.

00:52:05: Und dann krieg ich mich schnell in der Haare mit Menschen, das ist so.

00:52:09: Aber du musst auch sagen, du brauchst dir natürlich auch dieses Gefühl, weil du musst ja schon auch lesen können, das ist ja auch eine Sicherheit, die du auch ...

00:52:15: Dazu kommt, da gab es

00:52:17: eine Situation, wo du dachtest, oh, dass man Gast kam, wo du

00:52:20: aus dem Ruder gelaufen ist.

00:52:23: Klar, einer hat mich mal gewürgt und ich konnte froh sein.

00:52:26: dass der Kollegin auf der Etage war, das hab ich auch erlebt.

00:52:30: Und dann hatte ich halt mit siebzehn dieses Apartment-Begegnung mit einem, der uns misshandelt hat, und wir im Prinzip ihm auch noch Geld gegeben haben.

00:52:40: Ich aber immer daran festgehalten hab, bald bin ich achtzehn, und dann kann ich ihm machen, was ich will.

00:52:45: Aber trotzdem haben wir die Misshandlung stattgefunden.

00:52:48: Waren Sie, was Menschen auch machen?

00:52:49: Ja, was Menschen machen ist unvorstellbar.

00:52:52: Was geht in einem Menschen vor?

00:52:54: was er dann macht, was bewegt ihn dazu?

00:52:57: Was bewegt ihn dazu, ihn zu überwältigen und ihn dann zu nehmen, obwohl er nicht will und weitermacht?

00:53:03: Das ist doch schrecklich.

00:53:05: Ich denke auch, das ist etwas, was den Menschen wirklich zu eignen ist.

00:53:08: Ich glaube, das gibt kein Tier, das tun wir, das gibt gar kein anderes System.

00:53:12: Ja, das gibt es ja nur.

00:53:13: entweder, verstehen die sich oder die töten sich gegen, sag ich genau.

00:53:18: Aber wir können so

00:53:19: viel Leid zufügen, wenn du überlegst, um wie vieler dann auch Sexualität als ... um dahin zu kommen.

00:53:25: Das ist ja auch verrückt manchmal, weil das ja total Dominanz ja auch ist bei manchen und das ja auch so gespielt wird.

00:53:30: Und dann geht es wieder.

00:53:30: die, die im Leben ja so Dominanz sind, die wurde alles entscheiden können.

00:53:34: Das hat mir damals bei dieser Domina Kundin immer gesagt, ich sag das machen wir erstaunlich, wenn du wirst, das wäre hier wichtig, die richtigen Hardcore-Slavens sind.

00:53:40: Das sind die, die oft im Leben ja dann die total Chefs und Macher sind, die da was anderes erleben

00:53:45: wollen.

00:53:45: Ja, aber ich weiß nicht, ob ich, ich hab das früher auch immer gedacht, aber mittlerweile bin ich so, es sind wahrscheinlich die, die sich das leisten können.

00:53:55: Weil das ist ja nicht ganz billig bei einer Domina.

00:53:59: So, eine normale Sexarbeiterin nimmt ja, was weiß ich, früher hundert, markt, fünfzig, markt.

00:54:04: Und dann konntest du da rübersteigen auf gut Deutsch.

00:54:06: Bei einer Domina war es dann immer teurer.

00:54:09: Und viele haben das Geld einfach gar nicht dafür.

00:54:13: Die sagen auch, komm, du nimmst ja mehr als hundert Euro und sei ganz ehrlich.

00:54:16: Und das fängt bei uns ja eigentlich eine Stunde, die geht ja mit zweihundert, fünfzig, dreihundert Euro los.

00:54:22: So, wenn es richtig ... Gut, dann ist man eine Stunde, anderthalb für fünfhundert Euro dabei.

00:54:27: So, und das muss ja auch bezahlt werden.

00:54:29: Und wer kann von einem Gehalt zweieinhalbtausend Miete abkosten ab, Versicherungen ab, dann bleiben noch dem fünfhundert zum Spaß, der kommt ja nicht zu mir und sagt, ich geb dir jetzt meine fünfhundert und mach mal.

00:54:41: Das macht der nicht.

00:54:43: Aber einer, der in der Chef-Itage arbeitet oder in der Chef-Itage sich bewegt, hat einen Einkommen von sieben achttausend Euro.

00:54:50: Der kann mal schnellentausender Platt machen.

00:54:53: Ja,

00:54:53: klar.

00:54:54: Das heißt,

00:54:55: es ist doch normal,

00:54:56: dass gerade auch in dem Bereich, dass da die Vermögen einfach öfter am Start sind und die anderen rennen doch da auch alle rum.

00:55:02: Aber es gibt ja vielen.

00:55:03: Ja, doch.

00:55:04: Klar, die hauen da mal überre Stränge und sagen, ich hab Dispo, dann mache ich das mal.

00:55:08: Aber das sind nicht die, die regelmäßig wiederkommen oder so.

00:55:12: Das ist der Zufallstreffer.

00:55:15: Wenn ich jetzt sitze, und deswegen liebe ich ja die Habertstraße, und es kommt jetzt einer aus München und sagt jetzt, boah, die will ich, der war noch nie in Hamburg.

00:55:23: So, und dann sieht er mich und sagt, oh, die will ich.

00:55:26: Ja,

00:55:26: die

00:55:26: gefällt mir.

00:55:28: Paris-Bahnacht.

00:55:29: Ach, egal.

00:55:30: Komm, die

00:55:31: Spassion, die

00:55:31: Spallis.

00:55:32: Komm, auch Gäste, die legen gleich tausende Euro auf den Tisch oder so und sagen, mach mal was dafür.

00:55:38: Also, es gibt nichts, was es nicht gibt.

00:55:40: Du brauchst ja auch die ganzen Stammfreier, die kommen.

00:55:42: Es braucht auch die, die immer wieder kommen.

00:55:44: Stammkommen sind wie

00:55:45: wichtig.

00:55:45: Ja, aber ich bin nicht ein Mensch, der sich irgendwie Stammgäste abhängig, also die, die davon leben muss.

00:55:51: Ich lebe nicht von Stammgästen.

00:55:52: Guck mal, ein Stammgast ist ja ein, das würde man ja sagen, der würde ja nur zu dir kommen.

00:55:57: Ich bin Stammgast.

00:55:57: Ich komme immer zu dir.

00:55:59: Aber die Gäste, ja, da braucht nur mal eine neben mir zu sitzen, die ist vielleicht zehn Jahre jünger, ist interessanter, dann geht er da rein.

00:56:06: Dann sag ich auch, ich dachte, du bist ein Stammgast für mich.

00:56:08: Ja, aber ich kann noch mal da reingehen, sagt er da.

00:56:10: Ja, das ist auch alles kaputt.

00:56:11: Wenn du mir

00:56:11: nach Hause kommst.

00:56:13: Ja, wenn du noch mal zu mir kommst, du dann gibst aber was.

00:56:17: Ach, das ist mir alles so egal geworden.

00:56:18: Aber das ist ja auch

00:56:18: die Konkurrenz.

00:56:19: Wenn ich glaube, ich jung ist, ist ja Konkurrenz auch noch ein ganz anderes Ding.

00:56:21: Da kommt da so ein Knoller an, marschiert, denkst, ach du Schatz, jetzt kommt das, sagst du vielleicht um die Ecke geschossen und denkst ja super.

00:56:27: Jetzt läuft's ja für uns besonders gut, weil es gibt ja immer diese ... Es gibt ja Menschen, die so aufregend aus sind, die man sieht, die sind so sexuell ... Ich hab

00:56:34: auch ne Kollegin, die ist auch noch dunkelharig.

00:56:36: Und die könnte meine Tochter sein, ne?

00:56:39: Und dass da, sagen wir mal, von zehn Gästen acht eher ans Fenster gehen als bei mir, ist auch normal.

00:56:45: Aber dann denk ich auch manchmal, oh, jetzt hat die den schon wieder am Fenster.

00:56:49: Obwohl ich auch welche hab, die kommen bei mir ans Fenster und sagen, mach mal auf.

00:56:54: Wie teuer bist du, ich komm mal rein.

00:56:57: Aber das hat mir meiner Natur zu

00:56:58: tun.

00:56:58: Und ich glaube, es hat auch nichts zu tun mit Alter.

00:57:00: Aber ich glaube, das ist auch etwas.

00:57:01: Du bist ja auch so eine Persönlichkeit.

00:57:03: Das sieht man ja auch, wenn man dich erlebt.

00:57:05: Dann kommen ja auch Leute, die dann wissen, die treffen ja auch den Menschen.

00:57:08: Und das ist ja eine ganz andere Erfahrung.

00:57:10: Und ich glaube, wenn du da stehst mit Souveränität und das, glaube ich, das mögen da frei auch, da kommen ja auch Leute jetzt zum ersten Mal.

00:57:15: Ich

00:57:16: meinst du, ich weiß es

00:57:17: nicht.

00:57:17: Meinst du nicht, dass du auch denkst?

00:57:19: Ich weiß es nicht.

00:57:20: Lass die Fachkraft

00:57:20: ran, will ich schon denken.

00:57:22: Also, ich weiß es nicht, kann ich dir schwer sagen.

00:57:25: Ich habe eine Freundin,

00:57:25: die sagte immer, ich würde so gerne mal lesbisch sein.

00:57:28: Also, einmal, du lass er leben.

00:57:29: Hat ihm gesagt, Gido, du kennst doch so viele Mädchen, sagt sie, aber ich möchte, wenn ich's mache, mit einer Expertin machen.

00:57:34: Ich habe gesagt, auf keinen Fall will ich eine, die das auch mal so zahlzeit macht.

00:57:37: Ich habe gesagt, okay, dann suche mal meine Expertin.

00:57:39: Aber das fand ich eigentlich ganz lustig, weil man ja eigentlich denkt, wenn man jetzt einen Traum hat, dann will man das doch auch.

00:57:44: Ja, dann will ich das ja einmal erleben.

00:57:47: Das macht ja einen Unterschied.

00:57:49: Ob einer jetzt sagt, ich will es einmal erleben.

00:57:52: Ja, gut, hast du recht.

00:57:52: Da kommt ein Gast und sagt, ich will jetzt, die sieht professionell aus, da gehe ich rein.

00:57:57: Da will ich es einmal erleben.

00:57:58: Stimmt, das kann passieren.

00:57:59: Und haben die

00:58:00: nicht Mama auch Angst, können wir vorstellen?

00:58:01: Wenn die kommen, da gibt es auch manche, bestimmt, wenn die noch so am Anfang ihres Sexual-Elebens stehen und merken, oh, das könnte was für mich sein.

00:58:07: Die

00:58:07: sind ganz nervös.

00:58:08: Ja, der

00:58:08: steht da, warte.

00:58:10: Wollen wir mal fragen, Herrin.

00:58:15: Wie teuer sind sie denn?

00:58:16: Sind sie denn?

00:58:18: Ja, so geht das dann los, ne?

00:58:19: Glaubst

00:58:20: du auch mal, Leute, wo du dachtest, das ist jetzt aber auch ein Top, wo man denkt, ach, es gibt ja auch sicher auch so Top, Leute, wo man, oder wo man so ein Gefühl entwickelt von, ach,

00:58:27: da könnte mehr, meinst du?

00:58:28: Da könnte

00:58:28: jetzt nicht mehr, aber dass man denkt, ach, so könnte er sein, der Mann, mit dem nicht, es gibt ja auch sicher, komm, da auch sicher ein paar

00:58:34: rein, ne?

00:58:34: Nein, also bei mir ist das wirklich so, das sind Zahlen der Gäste, das ist mein Job, und nee.

00:58:40: Komm, wenn er mal so ein ganz schöner, so ein toller, so ein charmant, da gibt es doch...

00:58:44: Ich weiß ja, dass das Schönheit verblendet.

00:58:47: Das weiß ich ja.

00:58:48: Also, ich gucke auf ganz andere Sachen.

00:58:50: Was würdest du sagen?

00:58:51: Was sind die Features?

00:58:52: Wenn ein Mann für dich... Was war das, wo du dachtest in deinem Leben so, der?

00:58:56: Das wäre jetzt einer für mich.

00:58:57: Ach, für mich, das kann ich gar nicht sagen.

00:59:00: Weil da muss das gewisse Etwas haben, vom Rinden her.

00:59:03: Oder muss eine Art an sich haben, wo ich sag, oh, das ist er oder so.

00:59:07: Weil ich hab schon die unterschiedlichsten Typen gehabt.

00:59:10: Eine Freundin von mir sagte mal, du hast immer hässliche Männer gehabt.

00:59:13: Du hast immer hässliche Männer gehabt.

00:59:15: Ja, sag ich aber.

00:59:16: Ja, nix aber, sagt sie.

00:59:18: Also eine Freundin von mir sagte immer, der Vater deines Kindes, das war so ein hübscher Mann.

00:59:24: Naja, sag ich, das kann man sehen, wie man will.

00:59:27: Und die hat mich gefragt, als es mit ihm schon lange zu Ende war, darf ich mal an ihn knabbern, wie du immer

00:59:33: so schön

00:59:33: saß.

00:59:34: Und da hab ich gesagt, du mach doch was du willst, ich bin mit dem durch.

00:59:38: Ich war nach zwei Monaten mit dem schon durch.

00:59:40: Aber ich war schwanger.

00:59:41: Wie

00:59:41: lange bist du geblieben?

00:59:43: Mit dem zusammen war ich dann im Endeffekt fünf Jahre, weil ich schwanger gewesen bin.

00:59:48: Ich hatte Angst.

00:59:51: Dass ich es alleine machen muss.

00:59:52: Ja, ich dachte, ich schaff das nicht.

00:59:53: Kommt dann ein Kind daraus raus, dann denkst du nie, dann geht das wieder so.

00:59:56: Da sieht man auch, wie man

00:59:57: da verhängt.

00:59:57: Ich hatte Angst, ich kann meinem Job nicht nachkommen.

00:59:59: Und ich hatte eben Angst.

01:00:01: Und wenn ich Angst habe, finanziell, dann komme ich in einer ganz Bridolien-Situation.

01:00:07: Also, da bin ich... Aber

01:00:08: bist du noch so eine Sparmaus gewesen, dass du gesagt hast, komm, ich hab mir was weggelitten?

01:00:11: Du hättest ja in deinem Leben sicher so viel Geld verdient.

01:00:13: Was hast du sicher alles erlebt auch?

01:00:15: Du hättest ja, sag mal, hätte, hätte, Fährer, Fährer,

01:00:18: Fährer, Fährer, Fährer, Fährer, Fährer, Fährer, Fährer, Fährer, Fährer, Fährer, Fährer, Fährer, Fährer, Fährer, Fährer, Fährer, Fährer, Fährer,

01:00:24: Fährer, Fährer, Fährer, Fährer,

01:00:24: Fährer, Fährer, Fährer, Fährer, Fährer,

01:00:25: Fährer, Fährer, Fährer, Fährer, Fährer, Fährer, Fährer, Fährer, Fährer, Fähr.

01:00:31: Eintrittsgate war, um Sachen zu machen, oder?

01:00:33: Natürlich.

01:00:34: Das war für mich

01:00:35: die ...

01:00:36: Der große Preis, das war der große Preis für mich.

01:00:38: Da konnte ich ja machen, was ich wollte.

01:00:40: Wir wollen noch mal ganz ehrlich sein, es ist doch ein Unterschied, ob du im Katalog blättest und sagst, egal, wie teuer der Urlaub ist, wir machen einen.

01:00:47: Oder ob du guckst, oh nee, der kostet zwei Tausend, das ist zu viel.

01:00:50: Guck mal, bis tausend können wir gehen.

01:00:53: Das ist ein Unterschied.

01:00:54: Ja, klar.

01:00:54: Brauchen wir da nicht drüber zu reden.

01:00:56: Oder wenn man losgeht, kauft sich ein Auto.

01:00:58: Ja, aber Auto, finde ich,

01:00:59: merkt man es total.

01:01:00: dann merkt man, ob es gut ist oder nicht.

01:01:02: Da denkt man, das kann ja ganz schön sein.

01:01:04: Wenn man erst mal zum guten Auto gesessen hat, denkt man, ach du scheiße, es kann nicht.

01:01:07: Und ich fahre jetzt in einer Möhre, du, das ist keine Alarmin.

01:01:11: Wir würden die echt sagen, Manuela, was fährst du denn, weißt du?

01:01:15: Aber ja, es ist nun mal so.

01:01:16: Aber es rollt.

01:01:17: Aber weißt du was, es rollt und mir ist es auch egal.

01:01:20: Und ich glaube, ich sage dir, das merke ich auch.

01:01:22: Das einzige, was am Elter werden wirklich Sinn macht, und man wird ja nicht schöner.

01:01:25: Ja, genau.

01:01:26: Man denkt immer, schieber morgens auf, denkt man, ach, die Scheiße, denk nicht verkürzen, gucke ich so, denke ich, was denn mit meinem Knöchel los?

01:01:31: Was ist das, ja, denke ich.

01:01:32: Ach nee, das ist jetzt, das ist jetzt so.

01:01:34: Das stimmt.

01:01:35: Wenn man so den Bein, das Bein so einknickt, denkt man, ach,

01:01:37: du Schandei.

01:01:37: Kannst gar nicht, tut weh und so.

01:01:38: Wenn man da keine

01:01:39: Falte oder sowas, das ist das jetzt.

01:01:41: Aber

01:01:42: wenn man es gut gemacht hat, dann spürt man, dass irgendwas in dir wächst, was so ...

01:01:47: Kraft ist.

01:01:48: Genau,

01:01:48: wo man denkt, weißt du was, das ist mein Beinchen und das ist mein Hintern und das sind meine Brüste und das ist mein Leben.

01:01:55: Und man mit Gelassener in den Dinger denkt, ach komm, es ist wie es ist.

01:01:58: Man hat schon mal einen Mund gehabt, man denkt, das habe ich mal geschmeckt.

01:02:01: Vielen Dank, ich brauche das nicht immer.

01:02:02: Das, soll ich sagen, das ist die einzige Erfahrung, die man unbedingt kultivieren muss.

01:02:07: Dass man immer merkt im Alter, du musst dicht auf das... Freuen, was da ist und was funktioniert.

01:02:15: Aber ich finde doch, das ist ja bei jedem Menschen so.

01:02:17: Die größte Sorge ist eben Armut.

01:02:20: Also Armut ist die größte Sorge und das ist auch berechtigt.

01:02:23: Es ist wirklich berechtigt, weil guckt immer die Mieten an heutzutage.

01:02:27: Und die fressen sich alle auf.

01:02:30: Wirklich war untereinander.

01:02:31: Der eine, der hat eine Wohnung damals gekriegt für fünfhundert.

01:02:35: Jetzt muss er tausendfünfhundert zahlen.

01:02:37: Und verdient vielleicht nur zweitausend oder zweieinhalb.

01:02:40: Was soll das?

01:02:41: Aber was

01:02:41: passiert im Leben, wenn du in der Prostitution, in der Prostitution auch älter wärst, weiterarbeitest und so?

01:02:46: Es gibt die Manti-Springer voraus, gibt es auch schon mal einen freien?

01:02:50: Genau, da gibt es viele Varianten.

01:02:53: Aber was würde mit mir passieren?

01:02:54: Also ich kann dir sagen, was passiert, wenn jetzt nicht langsam mal was vorwärts geht, dann werde ich ... Altersarmut irgendwie.

01:03:01: Ja, ist aber so.

01:03:03: Also ich finde es auch nicht schlimm, weil ich habe ja gelebt.

01:03:07: Aber es ist doch angsterregend für mich selber.

01:03:10: Ich möchte das ja nicht.

01:03:11: Aber es ist der Weg dahin, wenn das so weitergeht.

01:03:15: Aber ist es dann so, dass man jetzt, dass man jetzt soal abgesichert ist, dass man Rente bekommt und so?

01:03:21: Natürlich nicht.

01:03:23: Das sind

01:03:23: auch die wenigsten.

01:03:24: Aber das heißt, weil die nicht geklebt haben?

01:03:26: Nein,

01:03:27: es gibt ein paar Mädels, die haben wirklich für die Zukunft, haben die sich abgesichert.

01:03:32: Eine, die hat damals schon in sehr ... Vor zwanzig Jahren hat die eine Edikattekette was investiert und so, ja.

01:03:41: Die hat ... Ja, die hat ein bisschen Glück gehabt.

01:03:44: Ja, die hat Stammgäste gehabt.

01:03:46: Sind wir wieder bei Stammgäste?

01:03:48: Ja, die hat davon aber gelebt.

01:03:49: Die hat davon fünf bis acht Stück am Tag gehabt.

01:03:52: Das macht sich natürlich bezahlt.

01:03:54: Und die hat vorgesorgt.

01:03:56: Aber die ist auch, glaub ich, in einem heilen Leben groß geworden.

01:04:00: Da war einer, wenn bei mir jemand gewesen wäre, bin ich mehr hundertprozentig überzeugt.

01:04:04: Der gesagt hätte, Manu, du kannst, ich sag jetzt nur mal eine Summe.

01:04:08: Du verdienst siebenhundert Euro als Beispiel oder siebenhundert Mark.

01:04:13: Fünfhundert werden davon weggepackt.

01:04:15: Zweihundert kannst du für dich ausgeben.

01:04:17: Der hat sich gesagt, wirklich?

01:04:18: Ja, mach ich.

01:04:20: Wenn einer das ... Aber es hat ja keiner mit mir in einen.

01:04:23: Du hättest immer nur so einen kleinen Beitrag, aber das ist ja het-het, was du machen willst.

01:04:27: Het-het der Fahrradkette.

01:04:29: Ist so, genau.

01:04:29: Aber was natürlich ... Du warst ja nie, wie es sich dreht.

01:04:32: Du hast ja gerade erzählt, dass du aus der Beziehung raus bist, weil du hast ja jetzt zum Schluss eine Beziehung mit einer Frau auch gehabt.

01:04:37: Wie ist denn

01:04:37: das dann passiert?

01:04:38: Die erste Beziehung mit einer Frau, ja.

01:04:41: Die hab ich auch ganz merkwürdig kennengelernt, aber das ist ja hingestellt.

01:04:44: Ich hab mich eigentlich in ihrer Art verliebt.

01:04:47: Also so Pansexuell kann man sagen.

01:04:49: Ich bin Pansexuell.

01:04:50: nicht getuned auf irgendeiner Mann oder aus mir egal.

01:04:53: Auf Zuneigung, glaub ich.

01:04:54: Du bist

01:04:54: Zuneigung abfindet, kann das sein, dass die jemand bist, die so auch attraktet ist?

01:04:58: oder wie sagt man, bei fünf Menschen, die dann, die dir so ein gutes Gefühl

01:05:02: geben, dass es ist.

01:05:03: Ja, genau, genau.

01:05:03: Und das hatte sie gemacht am Anfang, aber es hat sich dann auch mit der Zeit eben rausgestellt, dass mir das nicht reicht.

01:05:10: dass da ist, müssen auch weiter andere Sachen da sein.

01:05:13: Und wenn die nicht da sind, bevor ich dann zugrunde gehe daran, ich hab einfach die Kraft nicht mehr, ich kann nicht mehr für zwei Menschen, das kann ich nicht.

01:05:21: Kannst du gut gehen,

01:05:22: wenn bei dir das erfüllt ist, kannst du gehen?

01:05:24: Ich kann ja nicht gut gehen, weil wir hatten uns schon zehnmal getrennt.

01:05:28: Leider Gottes ist es so, ich bin immer wieder angekrochen gekommen.

01:05:32: Und jetzt ist das, es lach immer an mir, ob wir zusammen bleiben.

01:05:35: Ach, das ist aber auch komisch.

01:05:37: Ich wusste genau, wenn ich jetzt sage, wir sind nicht mehr zusammen, sind wir es auch nicht mehr.

01:05:41: Weil ich konnte Millionen dafür verwetten, die werden nie hinter mir hergerannt, ist hier auch nicht.

01:05:45: Das ist schrecklich.

01:05:46: Hat aber immer beteuert, sie liebt mich, sie liebt mich.

01:05:49: Was ist denn das für eine Liebe?

01:05:50: So eine Liebe brauche ich nicht.

01:05:51: Niemand will auch das eine aus sich auf dem Weg macht.

01:05:53: Genau, man möchte auch mal sehen, der will was von mir.

01:05:56: Der kämpft für mich.

01:06:00: Der in der Notsituation für mich da ist, ohne dass ich viel erwähnen muss.

01:06:04: Ich halte mich für so eine.

01:06:06: Ich bin in der Beziehung so.

01:06:08: Sie ist es leider nicht.

01:06:10: Natürlich hat sie da auch gesagt, ja, wenn ich könnte, würde ich ja.

01:06:12: Und da hab ich immer gedacht, na ja, gut, vielleicht kannst du andere Dinge, die mir helfen, aber selbst das konnte sie nicht einmal.

01:06:19: Und da hab ich dann gesagt, nö.

01:06:20: Was glaubst du, wie das weitergeht und so?

01:06:22: Es kann ja sein, du weißt ja, in deinem Leben könnte alles passieren.

01:06:25: Wie es

01:06:26: weitergeht, das kann ich nicht sagen.

01:06:27: Würde davon

01:06:27: träumen, dass da noch einer kommt?

01:06:29: Wäre

01:06:29: das nicht schön, wenn wir beide sagen könnten, wie es weiterläuft.

01:06:32: Ja, aber ich sag ja immer ... Dass ich schon happy wäre, dass man gesund, das habe ich schon gelernt.

01:06:38: Das hat mir das Leben echt auch beigebracht.

01:06:40: Dass ich jetzt so viele Freunde, die man hat und Menschen mal kennt, die so runterfallen, Leute an den Seiten, weil sie einfach krank sind und die haben auch alles vielleicht richtig gemacht, weil man die auch nicht oder so.

01:06:49: Was nützt dir das

01:06:49: nachher noch?

01:06:49: Das ist doch scheißegal

01:06:50: dann.

01:06:51: Die

01:06:51: Gesundheit kannst du nicht mit Geld bezahlen.

01:06:53: Und das

01:06:53: ist etwas.

01:06:53: Und ich glaube, dieses sich um sich sorgen.

01:06:55: Und da hast du absolut recht, glaube ich, wenn man jetzt von Armut spricht und so.

01:06:59: Wenn du einfach nicht viel Geld hast, kannst du dich gar nicht so gut kümmern, weil du deine Jahrtausend Sachen kannst.

01:07:05: Manöle ich mal schön die Beinchen hoch, jetzt mach ich mal schön Wellness.

01:07:08: Jetzt fahr ich mal schön auf Mallorca, hab mich da gaten oder keine Ahnung.

01:07:11: Oder weißt du, lass mich da im Pinneberg jeden zweiten Tag massieren.

01:07:17: Das ist ja so ein Ding da.

01:07:18: Was willst du da selber sehen?

01:07:20: Was glaubst du, was da ... Wie lange kann man da sitzen?

01:07:22: Du kannst ja noch ewig sitzen.

01:07:24: Ich mein, ich möchte natürlich nicht mit siebzig da noch sitzen.

01:07:28: wie der Alterungsprozess bei mir vorwärts geht.

01:07:30: Ich bin

01:07:31: da zuversichtlich.

01:07:32: Ja, aber ich meine, ich mach ja auch viel für mich.

01:07:34: Da investiere ich auch viel Geld.

01:07:36: Eigentlich Geld, was ich noch niemals dafür übrig hätte.

01:07:38: Aber es kostet ja alles so viel Geld.

01:07:40: Man muss es machen.

01:07:42: Und solange wie das noch geht und ich ankomme, werde ich in einem Job weiterarbeiten.

01:07:46: Die guten Brustern,

01:07:46: das muss man sagen.

01:07:47: Aber ich

01:07:47: sage es dir, ich bin über sechzig und ich laufe auf Stiefel rum.

01:07:51: Da wird eine Vierzigjährige nicht mehr drauflaufen.

01:07:54: Ja, es ist

01:07:55: wirklich fahr.

01:07:55: Aber es ist nicht auch so, wenn du zu Hause die Puschen so anhaust und denkst, oh, wenn du dich fertig machst, sag ich mal, du ziehst das an, da ist ja ein Stiefel, das ist ja nicht ohne.

01:08:02: Wenn der Hacken hat und man schnüt sich ein, das gibt einem ja auch... Das ist ja auch was ihr im Anfang sagt.

01:08:07: Hast du da nicht das Gefühl, dass du auch eine Uniform ... Nee, ich verwandle

01:08:09: mich unbewusst.

01:08:10: Ja, ich verwandle mich unbewusst.

01:08:12: Ich weiß ganz genau, jetzt kannst du nicht mehr den Schritt machen, den du vorher gemacht hast, mit deinen Flachdingern.

01:08:18: Ich komm da ja auch immer an, als wär ich gerade aus der Wohnung geflüchtet.

01:08:22: Also ungefähr hab keine Zeit gehabt, mich anzuziehen, irgendeinen Schlappenschuh, egal.

01:08:28: So was hab ich an.

01:08:29: Ich zieh keine hochhackigen Schritte.

01:08:31: Die Verwandlung, wenn es dann, wenn du dann gehst, ist das irgendwie ein heiliger Prozess?

01:08:35: Oder heilig, sag ich jetzt.

01:08:36: Ja, das

01:08:37: ist ein bisschen übertrieben.

01:08:38: Aber dann wird aus Manuela, wird dann eben auch das, was du dann auch bürderisch würdest, sagen, das hast du mittlerweile so im Passant.

01:08:44: Das einfach, dann ziehst du es an und dann warst du das.

01:08:46: Genau.

01:08:46: Aber wenn es nicht da wäre, die Klamotte, sieht es auch schlecht aus.

01:08:48: Ich glaube, ohne

01:08:49: die ganzen vier Gefahrens,

01:08:51: da wirst du auch sagen.

01:08:52: Ich würde nicht so.

01:08:53: Also ich saß schon bei vierzig Grad im Schatten übertrieben gesagt, saß ich mit dicken Stiefen.

01:09:00: Und ich sagte, ich habe gedampft.

01:09:01: Ich habe

01:09:02: gedampft, musste Feuerlöscher

01:09:04: nehmen.

01:09:04: Ich habe gesagt, ich behalte meine Stiefel.

01:09:10: Und sie kam rein.

01:09:11: Dann wäre ich durchtrainiert.

01:09:17: Ja,

01:09:17: mach ich nicht.

01:09:18: Also ich sitze da im Moment immer.

01:09:21: Wie kann ich mit denen jetzt bequemen, dass

01:09:23: der Arsch kommt?

01:09:24: Ach, dann guck ich mich im Fenster an.

01:09:27: Sieht ja eigentlich sexy aus, ne?

01:09:28: Wenn der dicke Hintern so rausguckt.

01:09:30: Also, für mich ist er eigentlich zu dick dann, aber die Gäste sehen das ja wieder anders.

01:09:34: Aber du weißt, ich sehe

01:09:35: eine Talie, vergiss das nicht.

01:09:36: Talie hilft.

01:09:36: Ja, Talie hilft sehr.

01:09:38: Talie,

01:09:38: sag ich dir, dann komm die Stücke oben

01:09:40: draus.

01:09:41: Und der Hintern.

01:09:42: Und dann kannst du auch ein bisschen mehr Hintern haben.

01:09:44: Du musst natürlich immer die Talie geschnürt lassen.

01:09:46: Ich hab meine Freundin gehabt, sie hat mir erzählt, die hat gesagt, Gido, ich hab ein Leben lang beim ... Ich hab die Texte im Bauch eingezogen, weil ich immer schank sein

01:09:52: wollte.

01:09:52: Die anstrengend.

01:09:53: Die anstrengend.

01:09:54: Weil die immer

01:09:54: dachte, ich hab gesagt, dann mach doch einfach mal kauft ihr doch mal endlich so ein Unterkossett.

01:10:00: Was das einfach, dann lässt das drauf.

01:10:01: Und das hat die gemacht.

01:10:03: Und

01:10:03: jetzt ist sie die glücklichste.

01:10:05: Weil dann sieht der Po auch.

01:10:06: Grund.

01:10:07: Das ist die halbe Miete.

01:10:09: Also ich mag gut, ich hab jetzt auch, ich war früher fünfzig Kilo schwer.

01:10:13: Ich hatte eine Püpfchenfigur.

01:10:15: Ich glaub ... von meiner Freundin, der Mann hat mal gesagt, ich hätte die schönsten Beine gehabt, die er jemals gesehen hat.

01:10:21: Aber, Moment, zu kurz.

01:10:24: Aber die schönsten, beformelten Beine, die es gibt, sagt er.

01:10:28: Er hat noch nie so schöne Beine gesehen.

01:10:30: Die Sahne aber auch knusprig.

01:10:32: Aber zu kurz.

01:10:35: Zu klein.

01:10:36: Aber wenn du Hacken trägst, ändert sich das auch.

01:10:39: Oder

01:10:39: kennst du auch Mädchen, die mit Ballerinas anschaffen gehen?

01:10:43: Das

01:10:43: machen die doch jetzt alle in der Straße.

01:10:46: Nicht Ballerinas, aber Kamin-Schüchen.

01:10:49: Damit stehen die.

01:10:52: Dann haben sie die drauf.

01:10:53: So, und wenn der Gast, ja, ich komm rein, tup, tup, tup, ausziehen und eine Latche, eine Schlup-Latche an.

01:11:00: Und dann gehen die mit denen hoch.

01:11:01: Der sieht sich

01:11:02: ja,

01:11:03: der sieht sich mit der, die geht die Treppen hoch, dann sieht er sich schon mit der im Bett.

01:11:08: Oh, die hat schon die Hausschuh an.

01:11:09: Wie geil ist das denn?

01:11:11: Das geht aber gleich zur Sache.

01:11:12: Das finde

01:11:12: ich immer so toll, wenn ich mit meiner Freundin Frau Gelude wie ich, wenn wir diese ganzen Adelsachen bei RTL machen, wenn wir, ja, zum Moment ist ja wenig los, sind ja fast alle gestorben und wenig Hochzeit.

01:11:20: Wir haben ja gerade so ein bisschen Pause.

01:11:22: wie los letzter Zeit, weil dann eine Beätung macht, dann nächste und Hochzeit.

01:11:25: Und dann sitzen wir da oben schön schick gemacht und das bei Frauke auch immer so süß, weil die auch nicht so gerne Heils dann dreht.

01:11:30: Da hat die immer, unten hat die Pantoffeln

01:11:32: noch.

01:11:33: Siehst

01:11:33: du?

01:11:33: Immer Pantoffeln oben, bis dann die große Welt.

01:11:35: Ich war auf Frauke, die Schuhe, die müssten raus und so.

01:11:39: Aber das ist einfach so, du kannst ja nicht die ganze Zeit, aber würdest du sagen, dass die Mädchen noch auf der Straße stehen und so, die können ja schlechter in Puschen stehen?

01:11:45: Die haben auf Flache schuht.

01:11:47: Ach, auch

01:11:48: schon.

01:11:48: Ach, natürlich.

01:11:49: Bist du nicht mal durch die Davidstraße gefahren?

01:11:52: Ich war

01:11:52: so selten,

01:11:53: ne?

01:11:53: Ich war

01:11:54: jetzt gerade, wenn ich's mal sehe, denke ich immer so, ich seh immer nur, also stimmt, früher waren die mehr auf

01:11:58: Alarm.

01:11:58: Ach, die haben jetzt in dieser Jahreszeit, haben sie Monboots an, Turnschuh.

01:12:03: Dafür haben sie Leggings an und hier oben sind sie mit Hüftjacken, Kurze und immer... Ja,

01:12:10: ich bin meiner immer kalt.

01:12:11: Ich wär für die Straße gar nicht geeignet, muss ich sagen.

01:12:14: Ich

01:12:14: hatte immer nur es kurz gemacht.

01:12:16: Ich glaube, meine Straßenkarriere fing ja mit achtzehn an.

01:12:20: Da hab ich den ersten Winter mit erlebt, ist da Leute mit mir nicht.

01:12:24: Da bin ich zu meinen damaligen Zuhältern gegangen, hab gesagt, du, entweder ans Eros-Center oder ich hör auf, hab gesagt, gut, Eros-Center.

01:12:30: Drei Kreuze gemacht.

01:12:31: Ich hätte

01:12:32: Escort gemacht, ich hätte sofort Hotel gemacht, glaub ich.

01:12:34: Ich hätte ihm gesagt, weißt du was?

01:12:36: Hotel

01:12:37: mit Heizung auf Fuchs.

01:12:38: So ein schönes Hilton-Hotel

01:12:40: oder so.

01:12:41: Vielleicht nicht schlecht gewesen.

01:12:43: Hast du mal gemacht, so Escort auch?

01:12:45: Das hört sich ja so an.

01:12:46: Wenn du sagst, ich bin eine Escort-Lady, dann denkt man, da gibt man noch was Essen vor.

01:12:50: Nein, das ist für mich so, also Gäste sind mir ... Eigentlich sympathisch, wenn sie zurückhaltend sind, wenn sie höflich sind, ist das okay, aber ich kann keine fordernde Menschen ab.

01:13:01: So, ich bin schon fordernd.

01:13:03: Und zwei fordernde, das eskaliert.

01:13:06: Und die Gäste sind ja fordernd viele.

01:13:08: Und das, oh, das geht gar nicht.

01:13:10: Ich müsste mich ja verstellen.

01:13:12: Ich könnte ja gar nicht mehr ich sein.

01:13:14: Oder

01:13:14: ich könnte

01:13:14: ich sein.

01:13:15: Und da hast du da so ein Knall kommt neben dir.

01:13:18: Das stimmt, ich war vor kurzem bei euch mit Frank im Hotel in Mallorca.

01:13:21: Und da war auch in dem Hotel, ich bin, ich ... Das fand ich so toll.

01:13:25: Ich hab, glaub ich, lange nicht mehr so ein Hotelurlaub gemacht, lang wieder am Pult.

01:13:28: Ich hab da alle im Wasser kennengelernt, gelabert, die kennt ihr hervorstellen.

01:13:31: Ich lag dann damit allen gequatscht und bin dann da immer rumgespommen.

01:13:34: Und dann hab ich irgendwann gedacht, was ist das denn da?

01:13:36: Da sah ich auch schon zwei so Kappels.

01:13:38: Einmal so ein älterer Mann mit so einem ganz jungen Mann, der hatte den so als Toyboy dabei, Escort.

01:13:44: Und dann hab ich ... die waren mit uns eine Woche da.

01:13:47: Das war ein hübscher Junge.

01:13:48: Und der Mann war ja so semi- und klassischer.

01:13:52: Die muss ich nicht erzählen.

01:13:53: Hallo, er hat immer so einen rum an der Schulter rumgemacht.

01:13:56: Und die saß, wieder am ersten, hat er noch gelacht.

01:13:59: Am zweiten Tag.

01:14:00: Und dann der ältere Quatschstimme auf den einen.

01:14:03: Und dann saß der irgendwann nur noch mit seinem Alp.

01:14:05: Und dachte, ich bin der arme Junge.

01:14:07: Der muss natürlich jeden Tag ... Der musste gut drauf sein.

01:14:11: Der musste immer geschwommen und dachte, oh Gott, der arme Kerl.

01:14:13: Und so war es.

01:14:14: Und da war noch so ein anderes Ding, da hab ich gedacht, die ist auch bezahlt, aber das war die Frau von dem.

01:14:18: Hatte der so ein ganz alter, so eine ganz junge, da muss ich auch sagen, ich hab ja noch nie einen alten, armen Mann gesehen mit einer jungen Frau.

01:14:24: Hab ich noch nicht getroffen.

01:14:25: Du schon mal?

01:14:26: Nee.

01:14:27: Dass die jetzt mal so ein armer Alter, der eine ganz aufregende junge Frau hat, kenne ich nicht.

01:14:30: Nee, nee, nee.

01:14:32: Meistens umgedreht.

01:14:33: Und dann sagt die, dann waren wir da so, dann kam die, schwamm die so um mich rum und dann sagt der Mann zu mir, ach, Herr Kretschmann, können Sie mal ein Foto machen mit meiner Frau und ich?

01:14:41: Und dann meinte er, die liebt mich, das können Sie sich gar nicht vorstellen.

01:14:47: Und er sagte, ja klar, bestimmt, die liebt ihm sicher, aber ...

01:14:51: Mehr das hier, ne?

01:14:53: Das ist ja auch der Weg.

01:14:53: Das

01:14:54: ist, das meine ich ja, es ist ja auch eine Art von Prostitution.

01:14:58: Es ist nur eine Langzeitprostitution, weil im Prinzip prostituiert sie sich ja auch.

01:15:03: Da kann ja nicht ernsthaft irgendwas hinter sein.

01:15:06: Ich meine, die einzige Beziehung, wo ich denke, war ernsthaft, ist Sophia Loren gewesen mit ihrem alten Knecht, mit dem sie Jahre zusammen war.

01:15:14: Ich glaube, das war Liebe.

01:15:15: Er hatte Geld,

01:15:16: sie

01:15:16: hatte Geld.

01:15:17: Ja, ich

01:15:18: habe mal einmal, war ich eingeladen als junger Designer.

01:15:20: Das war echt eine Nummer, so ganz reichen, reichen, reichen Leuten.

01:15:23: Das wusste ich gar nicht richtig.

01:15:25: Die wollten dann die Frau, der hatte eine russische Freundin.

01:15:27: Ja.

01:15:28: Die war so Mitte zwanzig und er war, ich hatte das Gefühl, über achtzig unter hundert irgendwo.

01:15:33: Also auf jeden Fall war der, der war wirklich.

01:15:35: Und dann habe die, kriegte ich eine Anfrage, die wollten eine private Modenschau und ich habe gesagt, das mache ich nicht.

01:15:41: Dann meinten die doch, das wird ganz schön, du mach das mal, das ist irgendwo dein Österreich.

01:15:45: Absurde Summe genannt und habe gesagt, okay, da mache ich's.

01:15:47: Und soll ich dir sagen, Tag später, sofort, ja, wir machen's.

01:15:50: Dann haben die gesagt, du musst dahin.

01:15:51: Also, jedenfalls ich dann da losgefahren.

01:15:53: Da war ich in Leipzig noch und ich musste dann da irgendwie hinkommen.

01:15:56: Das war aber Schnee treiben und hatten die mir... Flug ging nicht, hat nie mehr ein Bus geschickt.

01:16:00: Das war der Bus von Sheryl Crow.

01:16:02: Das war sie die Sängerin.

01:16:03: Die hat, glaube ich, gerade noch mal im Bett gebannt.

01:16:05: Da waren noch Haare im Bett, als ich da drin war.

01:16:06: Schön war es nicht.

01:16:07: Ich da runter und dann waren wir auf der Autobahn eingeschnappt.

01:16:10: Dann kriegte ich mal die Anrufe.

01:16:11: Wann kommt der Designer?

01:16:12: Wann kommt der Designer?

01:16:12: Ich habe gesagt, ich komme mir nicht raus.

01:16:14: Da wollten die mir ein Helikopter schicken.

01:16:16: Ehrlich, siehst du?

01:16:17: Wie James Bond sollte ich aus dem... Ich habe gesagt, er macht ihr eine Macke.

01:16:20: Wenn ich da jetzt alles steht im Stau und Gino Maria Kretschmar krabbelt aus dem Dach mit dem Helikopter, ich sag's mal.

01:16:27: Dann bin ich derendlich angekommen, die Monenschau gemacht, wie so viel Geld.

01:16:31: Das war so irre.

01:16:32: Das hat mir damals auch den Laden gerettet.

01:16:34: Die ganzen Models waren alle happy, die waren begeistert.

01:16:36: Und dann haben die gesagt so ... Diese Russin, die Junge, will jetzt mit mir noch ein privates Date.

01:16:41: Die wollte dann die ganzen Klamotten in der Mode alles gekauft, was da gab und auch alles bekommen.

01:16:46: Und dann sagt sie, jetzt möchte sie, dass der Mann will mich kennenlernen.

01:16:49: Die wollen, dass sich an dem Dini abends neben dem... Mann sitzt jetzt.

01:16:53: Jetzt

01:16:54: dachte

01:16:54: ich, was ist das für ein Mann?

01:16:55: Ich hatte den noch gar nicht gesehen.

01:16:57: Dann komme ich zu dem Tisch, Manu.

01:16:58: Da setze ich mich dahin.

01:16:59: Da liegt da einer.

01:17:01: Ich dachte, das ist eine Wasserleiche.

01:17:03: Der war so blass.

01:17:04: Der war aus.

01:17:05: Der sah aus.

01:17:05: Der hatte gar keine Haare.

01:17:06: Der hatte so einen Schlauch an der Seite.

01:17:08: Da lag der da.

01:17:09: Und ich so, guten Abend.

01:17:12: Ja, ja.

01:17:12: Und dann sitzt sie daneben und streichelt immer so und sagt, ich liebe ihn so, ich liebe ihn, dann dachte ich, ja, du liebst den Bestand.

01:17:17: Du liebst

01:17:18: den Bestand, genau.

01:17:20: Das war's.

01:17:20: Und dann hab ich jahre später erfahren, ich hab gedacht, der hat die Hochzeit nach dem Sack verbracht, hab ich mir gedacht, weil der so alt war und so schlecht drauf und hab ich nachher erfahren, hab mir jetzt jemand erzählt in Wien, dass der noch vier Jahre gelebt hat, stell ich mal vor.

01:17:34: Die hat gedacht, die ist denn los?

01:17:35: Der war wirklich ein schwerster Pflegefall und hat den noch vier Jahre gelegt.

01:17:38: Und

01:17:38: er hat noch vier Jahre gelebt,

01:17:40: ja.

01:17:40: Und da sagt ich mir, das macht eben auch keinen Spaß.

01:17:42: Deswegen würde ich sagen, komm dann lieber, Brust hochgeschnallt.

01:17:46: Und man macht ... macht

01:17:47: anders.

01:17:47: Ja, das ist eine Moment, genau, das ist eine Momentaufnahme.

01:17:50: Das andere ist ja, ist ja, ist ja, ist ja, ist ja, ist ja, ist ja, ist ja, ist ja, ist ja, ist ja, ist ja, ist ja, ist ja, ist ja, ist ja, ist ja, ist ja, ist ja, ist ja, ist ja, ist ja, ist ja, ist ja, ist ja, ist ja, ist ja, ist ja, ist ja, ist ja, ist ja, ist ja, ist ja, ist ja, ist ja, ist ja, ist ja, ist ja, ist ja, ist ja, ist ja, ist ja, ist

01:18:03: ja, ist ja, ist ja, ist ja, ist ja.

01:18:04: Also, Ende.

01:18:04: Wir sind fast am Ende.

01:18:05: Leider an der Kommandele.

01:18:06: Aber jetzt möchte ich um die zum Schluss.

01:18:08: in meinem Podcast, gibt's immer noch einen Bereich, wo ich mal sage, Make-A-Wish.

01:18:11: Ein Wunsch.

01:18:12: Ein

01:18:12: Wunsch, den ihr dir wünscht.

01:18:19: Ein Wunsch, den ich mir wünsche.

01:18:21: Ja, ich glaube, dass es meinem Kind gut geht.

01:18:25: Ah, du bist ein guter Mensch.

01:18:26: Das ist das Nervuswand.

01:18:27: Genau, alles ins Kind.

01:18:28: Der gute, gute

01:18:29: Junge.

01:18:29: Alles, alles.

01:18:30: Ja, für den würde ich auch sterben.

01:18:33: Wenn ich die Wahl hätte.

01:18:35: Dann hätte ich auch die Qual dabei.

01:18:36: Mein Schatz, ich sag viel, viel lang.

01:18:38: Ich hab mich so gefreut, Manuela.

01:18:39: Schön, dass du da warst.

01:18:40: Ich hoffe, es hat euch gefallen.

01:18:42: Ich möchte das auch mal erleben, bitte.

01:18:43: Bleib frei und tolerant, das ist das Wichtigste.

01:18:46: Und bleib glücklich.

01:18:47: Ich freu mich auf die nächste Woche.

01:18:49: Dann geht es natürlich weiter mit Feinstoff.

01:18:52: Ich hoffe, ihr habt eine schöne Woche.

01:18:53: Genießt die Woche.

01:18:54: Es kommen gute Momente.

01:18:56: Was wünschen wir Ihnen noch?

01:18:57: Wir können Ihnen auch was wünschen.

01:18:59: Was wünschen

01:18:59: wir Ihnen?

01:18:59: Wem wollen wir was wünschen?

01:19:00: Ich wünsche den ganzen Moten

01:19:01: Feinstoffhörern.

01:19:04: Dass sie immer weitermitteuern, ne?

01:19:06: So ist es noch.

01:19:07: Dass

01:19:07: sie dem Wunsch danach

01:19:09: verspüren,

01:19:10: dich weiter in Aktion zu erleben.

01:19:11: Das ist allerdings

01:19:12: auch recht.

01:19:12: Dann ist es wie, ich bließe im Grunde auch im Schaufenster, wenn ich ehrlich bin.

01:19:15: Tja, in diesem Sinne, wir sitzen nebeneinander.

01:19:20: Eigentlich schon.

01:19:20: Durch jeder irgendwie, in irgendeinem Fenster sitzt er.

01:19:23: Absolut.

01:19:24: Oder sitzt die.

01:19:25: So ist es.

01:19:26: Alles Liebe.

01:19:26: Tschüss.

01:19:27: Tschüss.

01:19:46: Meine Lieben, ich weiß es sehr genau.

01:19:48: Besonders gut geht es nur in der Gruppe.

01:19:50: Deshalb habe ich das feinstofflichste Team an meiner Seite, bestehend aus Konstantin Entertainment und neben mir Executive Producer Otto Steiner.

01:19:58: Und für die Creative Production und Redaktion meinen Dream Team Clara Binke und Max Schröder.

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